Mitch Marner speaks at vegas press conference

Vor dem Start der NHL Preseason 2025/26 am 20. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: Vegas Golden Knights

Schon in der Saison 2024/25 waren die Vegas Golden Knights eine offensive Macht. Sie hatten sieben Spieler, die mehr als 20 Tore erzielten. Damit gelang ihnen etwas, was sie seit der Saison 2017/18 in einer kompletten Spielzeit mit 82 Partien nicht mehr geschafft hatten: Sie landeten unter den Top fünf der offensivstärksten Teams der Liga (Platz 5 mit 274 Treffern).

Und für 2025/26 wirkt der Angriff der Truppe aus Nevada durch den wohl spektakulärsten Neuzugang ligaweit, Mitch Marner, noch beeindruckender. Der Optimismus bei den Verantwortlichen ist jedenfalls groß. „Bei jeder Verpflichtung, die wir tätigen, bei jeder Entscheidung, die wir treffen, geht es darum, ein Team aufzubauen, das den Stanley Cup gewinnen kann“, betonte General Manager Kelly McCrimmon selbstbewusst. Marner selbst machte deutlich, dass er einen Wechsel von Toronto nach Vegas anstrebte. „Dieser Ort stand ganz oben auf meiner Liste. Ich wollte unbedingt hierherkommen. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen“, sagte er.

Von den Spielern, die in der vergangenen Saison mehr als 20 Tore erzielten, waren zwei die üblichen Verdächtigen: Jack Eichel und Mark Stone. Eichel führte die Mannschaft mit 28 Toren und 94 Punkten an, während Stone erneut der Inbegriff der Beständigkeit war und in 66 Spielen 19 Tore sowie 67 Punkte verbuchte.

Der junge Pavel Dorofeyev war mit 35 Treffern bester Torschütze. Brett Howden knackte erstmals in seiner Karriere die 20-Tore-Marke deutlich und beendete die Saison mit 23 Treffern. Tomas Hertl schoss 32 Tore in 73 Spielen und stellte mit 14 Powerplay-Toren einen Franchise-Rekord auf. Ivan Barbashev übertraf mit 23 Toren zum zweiten Mal in seiner Laufbahn die Grenze von 20 Treffern. Und Victor Olofsson, der nur 56 Mal eingesetzt wurde, steuerte immerhin 15 Tore und 29 Punkte bei.

Diese beeindruckende Ausbeute gilt es nun zu bestätigen, wenn in wenigen Tagen die neue Spielzeit beginnt. Nachdem die Golden Knights sich in der Offseason zudem mit dem begehrten Marner von den Toronto Maple Leafs verstärken konnten, stehen die Chancen auf eine ähnlich starke Offensivleistung gut.

Die Golden Knights hatten wohl noch nie einen Spieler, der wirklich mit Jack Eichel mithalten konnte. Natürlich sind Barbashev und Stone Top-Stürmer und bewährte Kräfte für die Top 6. Doch Marner spielt noch einmal in einer eigenen Liga.

Er erzielt regelmäßig über 30 Tore pro Saison. Nachdem er seit 2018/19 mehrfach knapp an der 100-Punkte-Marke vorbeigeschrammt war, knackte er sie zuletzt mit 102 Zählern. Offensiv ist er also – da muss man kein Prophet sein – eine enorme Verstärkung und ein idealer Partner für Eichel in der ersten Reihe. Marner könnte zudem nicht nur seine eigene Ausbeute steigern, sondern zugleich seine Mitspieler auf ein neues Niveau heben und Eichel wie Barbashev helfen, die 30-Tore-Marke zu knacken.

Fraglich ist hingegen, ob Brett Howden oder Keegan Kolesar ihre Werte aus der Vorsaison bestätigen können. Nach dem Tausch von Nicolas Roy (im Marner-Trade nach Toronto) gegen Colton Sissons (kam neu von den Nashville Predators) dürfte die vierte Reihe aller Voraussicht nach nicht mehr so produktiv sein wie im Vorjahr. Defensiv werden sie in neuer Konstellation weiterhin zuverlässig arbeiten, doch mit Roy haben die Golden Knights einen Spieler verloren, der zuletzt 15 Tore und 31 Punkte erzielte. Für Marner war dieser Preis zwar gerechtfertigt, doch sein Abgang bleibt ein spürbarer Verlust.

Trotz Verletzungspech hat Stone, der seinen Platz in der ersten Reihe vermutlich an Marner abgeben muss, seit 2013/14 nie weniger als 20 Tore erzielt. Selbst wenn Dorofeyev in seiner zweiten kompletten Saison einen Rückschritt hinnehmen sollte, ist ein Rückgang um 15 Treffer kaum vorstellbar. Und Hertl hat ebenfalls seit acht Spielzeiten immer mindestens 20 Tore beigesteuert.

EDM@VGK, Sp1: Stone sorgt für die entscheidende Richtungsveränderung bei einem mehrfach abgefälschten Schuss

Dazu kommt William Karlsson, der vor einem Comeback-Jahr steht und wieder mit Reilly Smith zusammenspielt. Brandon Saad, der voraussichtlich erneut neben Hertl und Dorofeyev auflaufen wird, markierte zuletzt 26 Tore.

Jeder der Top-6-Mittelstürmer der Golden Knights, egal wie die Reihenbesetzung am Ende aussehen mag, ist also in der Lage im Saisonverlauf ab Oktober, mehr als 20 Treffer zu erzielen. Die Frage ist natürlich: Werden sie das ihrem Potenzial entsprechend tun? Auf dem Papier jedenfalls stellt Vegas 2025/26 eine Offensivmacht, vor der jeder Gegner der Liga Respekt haben muss. Das dürfte es auf der anderen Seite zu verschmerzen sein, dass bei den Golden Knights mit Alex Pietrangelo ein Hochkaräter aus dem Abwehrverbund zu ersetzen ist.

Voraussichtliche Aufstellung

Pavel Dorofeyev – Jack Eichel – Mitch Marner

Ivan Barbashev – Tomas Hertl – Mark Stone

Brandon Saad – William Karlsson – Reilly Smith

Brett Howden – Colton Sissons – Keegan Kolesar

Shea Theodore – Brayden McNabb

Noah Hanifin – Zach Whitecloud

Jeremy Lauzon – Kaedan Korczak

Adin Hill

Akira Schmid

Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Carl Lindbom (G) – Der 22-jährige Torhüter kämpft nach Abschluss seiner ersten AHL-Saison um die Rolle des Backups hinter Stammkraft Adin Hill. Sein Konkurrent ist der Schweizer Akira Schmid. Lindbom wurde im NHL Draft 2021 in der siebten Runde (Nr. 222) ausgewählt und kam vergangene Saison in 36 Spielen für Henderson auf eine Bilanz von 18–15–2 mit einem Gegentorschnitt von 2,65, einer Fangquote von 91,2 Prozent und drei Shutouts.

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Vegas gehörte in den vergangenen Jahren stets zum erweiterten Favoritenkreis auf den Stanley Cup. Mit dem Transfer von Marner haben sie sich nun den wohl spektakulärsten Neuzugang der gesamten Liga gesichert. Für diesen Kader kann das Ziel daher nur heißen: erneuter Einzug ins Stanley Cup Finale im kommenden Jahr. Alles andere wäre für Verantwortliche und Fans eine Enttäuschung – und genau darin liegt natürlich ein gewisses Risiko, am Ende trotz aller Erwartungen enttäuscht dazustehen.

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