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Vater gegen Sohn: Das Duell der Draisaitls

Leon trifft auf Peter - Der Oilers-Stürmer sprüht vor Begeisterung

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Am Montag stellten sich Peter und Leon Draisaitl Schulter an Schulter den Fragen der internationalen Journalisten in Köln. Am Mittwochabend um 16 Uhr werden Vater und Sohn dann deutlich weiter auseinanderstehen: Peter als Cheftrainer der Kölner Haie auf der einen Bank - Leon als Stürmer der Edmonton Oilers auf der anderen Seite des Eises. Eine besondere Begegnung für beide.

"Es ist überragend, ehrlich gesagt ist das etwas Einmaliges für mich, für meine Familie und auch für meinen Vater. Jeder freut sich auf dieses Spiel", sprühte Leon Draisaitl am Montag vor Begeisterung. "Als ich davon hörte, war ich sehr aufgeregt. Wenn du als Kind aufwächst, kannst du dir nicht erträumen, dass so etwas tatsächlich passiert."

Die Vorfreude auf dieses Spiel ist Leon deutlich anzumerken und auch im Mannschaftskreis nicht unbemerkt geblieben. "Es ist unglaublich und etwas ganz besonderes für ihn, hierherzukommen, ein Teil davon zu sein und als Teil der Oilers in seiner Geburtsstadt spielen zu können", erzählte Flügelstürmer Milan Lucic. "Europäische Spieler in der NHL haben nicht so oft die Chance, in ihrer Heimatstadt zu spielen. Es wird ein besonderes Erlebnis für ihn, vor allem, weil auch noch sein Vater das Heim-Team coacht. Du kannst es ihm ansehen, wie er sich freut, wieder hier zu sein."

Video: Leon Draisaitl spricht mit Haie Coach, Vater Peter

McLellan hofft auf Erkenntnisse beim Mittagessen.

Auch seinem Trainer Todd McLellan ist das nicht entgangen. "Leon und ich sollten uns zum Mittagessen treffen, damit er mir seine Scouting-Ergebnisse präsentieren kann. Ich habe ihm schon gesagt: Wenn er das verbockt, dann bekommt er ein Problem", war der Oilers-Coach zum Scherzen aufgelegt. "Doch jetzt ernsthaft: Er hat ein breites Grinsen im Gesicht, er ist froh, hier zu sein und stolz auf seine Familie, seinen Vater und dessen Unterstützung. Und er ist auch stolz auf das Team von seinem Dad. Für europäische Spieler ist das etwas Einzigartiges: Deine Familie, deine Freunde, sie alle kommen vorbei, um dich spielen zu sehen und sehen dich in deiner Umgebung. Das ist etwas Besonderes. Er und Tobi (Tobias Rieder, d. Red.) hatten heute beim Training einen kraftvollen Start und sind mit gutem Beispiel vorangegangen."

McLellan möchte den 22-jährigen Kölner trotz aller Emotionen auch nicht bremsen. "Wir lassen ihn machen. Wir wollen, dass das Team zusammenwächst und energiegeladen in die Saison geht. Wenn man jetzt die Bremse reinhauen würde, dann könnte man viel kaputt machen", glaubt Edmontons Trainer und erwartet "ein einmaliges Erlebnis für beide - die Draisaitls werden ein wirklich gutes Spiel haben".

McDavid über den "Kölsche Jung".

Video: NHL.com/de überträgt Oilers-Training aus Köln

Dieses ist für die Oilers das letzte Vorbereitungsspiel vor dem NHL-Start am Samstag. Abschenken wird Edmonton die Generalprobe also nicht. Erst recht nicht Draisaitl. "Er ist glücklich und aufgeregt", bestätigt auch Superstar Connor McDavid. "Es ist großartig für Leon, in seiner Heimatstadt zu spielen und auch Köln kann seinen Jungen nun mit einem NHL-Team hier spielen sehen. Es wird für beide Seiten aufregend. Es wird eine unvergessliche Erfahrung für Leon und seinen Vater."

Und sicherlich auch für alle Spieler der Kölner Haie. Im KEC-Kader stehen mit Ryan Jones, Alexander Sulzer, Corey Potter, Steve Pinizzotto, Ben Hanowski, Jason Akeson, Mike Zalewksi, Marcel Müller und Morgan Ellis immerhin neun ehemalige NHL-Profis mit insgesamt 674 Spielen Erfahrung. "Es ist schön zu sehen, dass sie so viele Jungs haben, die schon in der NHL gespielt oder zumindest den Geschmack davon gekostet haben", so McDavid. "Es macht Spaß, die NHL über den Ozean zu bringen. Etwas Neues ist immer spannend, wir freuen uns auf das Spiel." Gleichwohl war die Spielvorbereitung der Kanadier eher reduzierter als im Liga-Alltag. "Alles was wir wissen, ist, dass sie von einem guten Trainer betreut werden. Das ist alles, was uns gesagt wurde", lachte McDavid und spielte so auf Leons Papa Peter an.

 

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Auch dieser war zum Scherzen aufgelegt. "Ich kümmere mich nicht allzu sehr um Leon", so der Haie-Trainer mit einem Augenzwinkern. "Ich brauche eher einen Gameplan für McDavid, dann sehen wir weiter. Vielleicht schicke ich einfach zwei Spieler mehr aufs Eis." In McDavid sieht Peter Draisaitl einen der besten Eishockey-Spieler der Welt und "auf jeden Fall den Schnellsten".

Das Duell mit seinem Sohn Leon kann Kölns Coach natürlich nicht komplett ausblenden. "Das ist so eine Vater-Sohn-Geschichte", sagt Peter Draisaitl. "Das Wichtigste ist nach dem Spiel, wenn ich weiß, dass er gesund ist und es ihm gutgeht." Darum geht es Vater Peter in der Hauptsache auch, wenn er die Spiele seines Sohnes über die NHL-App verfolgt: "Ich verfolge die Oilers seit drei vier Jahren intensiv. Aber ich coache ihn nicht mehr - das war früher, als er noch jung war. Seit ein paar Jahren, sprechen wir nicht mehr so sehr über Eishockey."

 

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Die Daumen wird Peter beim Aufeinandertreffen mit seinem Sohn zumindest am Mittwoch mal nicht drücken können. "Es ist ziemlich verrückt: Eigentlich ist er immer für mich - dieses Mal hoffe ich, dass er es nicht ist", lacht Leon und ist überzeugt: "Es wird großartig: Du machst nicht jeden Tag ein Spiel in Europa. Es ist ein wichtiges Spiel für uns, wir werden es nicht auf die leichte Schulter nehmen."

Diesbezüglich sind sich Vater und Sohn einig: "Es wird ein gutes Spiel werden, für die Oilers ist es die Generalprobe, also wollen sie sich zeigen. Beide Teams werden motiviert sein, deshalb wird es ein großartiges Eishockey-Spiel!"

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