Die Ottawa Senators haben einen Lauf und dieser ist eng mit dem Namen Tim Stützle verbunden. Am Dienstagabend in der Nationwide Arena verhalf der deutsche Stürmer seiner Mannschaft mit einem Multi-Punkte-Spiel (1-1-2) zu einem 4:1-Sieg gegen die aufstrebenden Columbus Blue Jackets und wurde zum Spieler des Spiels gewählt. Insbesondere sein Siegtreffer zum 2:1 war ein echter Hingucker. Am Ende verzichtete der 24-Jährige aus Viersen sogar uneigennützig auf einen Doppelpack.

Siegtreffer aus der Kategorie Traumtor

Es war zweifelsohne die Szene des Spiels: Ottawas Nummer 18 nahm den Puck auf dem rechten Flügel auf Höhe der Grundlinie auf, skatete bis zur blauen Linie, zog das Tempo merklich an, fuhr einen Bogen bis zum linken Faceoff-Punkt und tunnelte Elvis Merzlikins mit einem Handgelenksschuss (11.).

„Wir waren schon eine lange Zeit in der Offensivzone. Sie sind müde geworden, wir haben uns schön bewegt, also habe ich mich auf meinen Instinkt verlassen“, beschrieb Stützle sein Traumtor.

Für den Olympia-Fahrer war es der 22. Saisontreffer sowie das dritte Tor in seinen letzten vier Spielen. Als das Blue-Jackets-Tor kurz vor Schluss gähnend leer war, fuhr Stützle zusammen mit Brady Tkachuk alleine aufs Tor zu, verzichtete aber bewusst auf sein zweites Tor an diesem Abend und passte den Puck stattdessen quer zu seinem Freund, der gefahrlos zum 4:1-Endstand einschob (57.). Eine selbstlose Aktion, die Stützles Status als Teamplayer untermauert.

OTT@CBJ: Stützle schüttelt seine Bewacher mit einem Sprint ab und trifft per Tunnel

Zwei Multi-Punkte-Spiele gelangen Stützle in den letzten drei Partien. Mit seinem 95. Multi-Punkte-Spiel seiner NHL-Karriere überholte er Marian Hossa (94) für Rang sieben in der Franchise-Allzeit-Bestenliste. Dany Heatley (99) ist auf Platz fünf bereits in Sichtweite.

Zweifelsohne ist das aktuelle Form-Hoch der Senators, die eine Punkteserie von fünf Spielen vorweisen können, eng mit Stützles Leistungen verbunden.

„Wir haben im Mute der Verzweiflung richtig gut gespielt, insbesondere im ersten Drittel. Im dritten Drittel waren wir einfach überlegen, haben die Pucks hinter ihre Reihen gespielt und es einfach gehalten“, fasste Stützle den Auswärtssieg in Columbus zusammen.

Viel Zeit in der Offensivzone

Dieser fußte auf einem dominanten Spiel im Offensivdrittel. Immer wieder machte Ottawa in der gegnerischen Zone die Scheibe fest, ließ diese laufen und erhöhte den Druck.

„Das ist ein wichtiger Teil unseres Spiels“, betonte Senators-Trainer Travis Green. „Wir machen es in dieser Saison in der Offensivzone viel besser, kontrollieren das Spiel und den Puck. Alles fängt damit an, gute Entscheidungen zu treffen und schnell zu spielen. Wir haben heute als Mannschaft alles gegeben.“

„Wir haben immer gesagt, dass wir diese Fähigkeiten besitzen und Spieler haben, die den Puck fordern“, erklärte Abwehrchef Thomas Chabot. „Wenn jeder in jeder Zone so denkt, dann haben wir den Puck das gesamte Spiel. Sie hatten den Puck nicht oft. Das ist das Ottawa-Senators-Hockey, das wir spielen wollen.“

Hinzu kamen knapp 60 Prozent gewonnene Faceoffs (59,6), ein perfektes Penalty Killing (3/3), wichtige Blocks (14), ein sicherer Rückhalt in Torwart James Reimer (21 Saves, 95,5 Prozent Fangquote) und viele gewonnene Zweikämpfe.

„Davon lebt unser Spiel: Zweikämpfe um den Puck gewinnen und zum Tor ziehen“, sagte Stützle. „James war heute unglaublich und hat ein paar wichtige Paraden gezeigt. Wir haben aber auch vor ihm gut gespielt. Ich muss die Jungs loben, die viele Schüsse geblockt haben, auch das PK war gut, was wichtig war.“

„Es war ein gutes Spiel, grundsolide schon ab dem Moment, als der Puck aufs Eis gefallen ist“, lobte Green. „Es war ein starker Auswärtssieg.“

Hilfreich war zudem der frühe Führungstreffer durch Tyler Kleven nach nur 3:34 Minuten.

„Wir sind genau so gestartet, wie wir uns das vorgenommen hatten“, so Chabot. „Im zweiten Drittel sind wir durch die vielen Penalty Killings zwar ein wenig aus dem Rhythmus gekommen, doch jeder hat sich gezeigt und hat den Job erledigt. Über 60 Minuten waren wir mit Sicherheit die bessere Mannschaft. Es war ein großartiger Sieg heute, aber wir wollen es erneut in Nashville zeigen.“

Ottawa will Punkteserie ausbauen

Am Donnerstag (8 p.m. ET; Freitag, 2 Uhr MEZ) gastieren die Senators in der Music City und wollen ihre Punkteserie bei den Predators ausbauen. Es wird es das Ende eines Drei-Spiele-Roadtrips sein. Ottawa (23-19-7) ist Achter in der Atlantic Division, hat aber auch nur fünf Punkte Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der Eastern Conference.

Die Blue Jackets mussten dagegen die erste Niederlage unter ihrem neuen Trainer Rick Bowness hinnehmen, der mit drei Siegen gestartet war und damit einen neuen Franchise-Rekord knapp verpasste. Columbus (22-20-7) ist Siebter in der Metropolitan Division, hat sieben Zähler Rückstand auf einen Wildcard-Rang im Osten und empfängt am Donnerstag (7 p.m. ET; Freitag, 1 Uhr MEZ) die Dallas Stars.

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