Die Siegesserie der Boston Bruins ist am Dienstagabend American Airlines Center mit einer 2:6-Niederlage bei den Dallas Stars gerissen. Zwischenzeitlich lagen die Gäste aus Boston mit 0:6 zurück. Bruins-Trainer Marco Sturm kritisierte zwar die Schönspielerei bei seiner Mannschaft, konnte der Klatsche aber auch etwas Positives abgewinnen.

Sturm zwischen Kritik und Positivität

„Ich sehe es positiv, denn es hat uns vor Augen geführt, welchen Stil wir pflegen und wie wir spielen müssen“, sagte Sturm nach der deutlichen Niederlage in Dallas, die seine Mannschaft mit zwei Toren in den letzten acht Minuten zumindest kosmetisch noch ein wenig aufhübschen konnte.

„Es war wie ein Playoff-Spiel. Auch wenn ein paar Spieler in der Aufstellung gefehlt haben, müssen wir einen Spielstil an den Tag legen, bei dem wir uns einfach durchbeißen und dranbleiben. Das haben wir nicht getan“, fand Sturm dennoch deutliche und kritische Worte. „Wir versuchen nach wie vor bis zum Ende zu schön spielen zu wollen. So kannst du nicht spielen. Daraus müssen wir lernen.“

Insbesondere der Start missfiel dem deutschen Trainer, denn Dallas stellte die Weichen mit zwei Powerplay-Toren im ersten Drittel auf Sieg.

„Wir hatten zwei Dinge vor dem Spiel angesprochen: Wir wollten 5-gegen-5 spielen, was nicht geklappt hat, und wir haben uns über Faceoffs unterhalten. Also sind wir von Anfang an hinterhergelaufen, was gegen so einen Gegner hart ist“, so der 47-jährige Dingolfinger.

Drei kleine Strafen kassierte Boston im ersten Drittel, das Penalty Killing überstand nur ein Drittel davon unbeschadet (33 Prozent Erfolgsquote). Auch bei den Bullys gab es für die Bruins an diesem Abend nur wenig zu holen, stattdessen dominierten die Stars den Faceoff-Kreis mit 65 Prozent gewonnenen Anspielen.

„Sie haben uns früh gezeigt, dass sie ein Top-Team in dieser Liga sind. Wir waren heute nicht vorbereitet“, ärgerte sich Bostons Center Morgan Geekie.

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Dallas macht das halbe Duzend voll

Dallas, das zuvor drei Niederlagen in Folge kassiert sowie zehn der letzten zwölf Spiele verloren hatte, ließ je zwei Tore in den folgenden zwei Dritteln folgen und zog auf 6:0 davon.

„Sie waren hungrig darauf, ihren Negativlauf zu beenden. Aber es geht um ums: Wir haben nicht gut genug gespielt und müssen daraus lernen“, betonte Bostons Verteidiger Hampus Lindholm. „Du kannst nur in einem Spiel zurückkommen, wenn du die Pucks tief spielst, das Momentum zurückholst, zum Tor ziehst, dreckige Tore schießt und den Gegner müde machst. Das hat heute nicht geklappt.“

Auch Bruins-Torwart Jeremy Swayman (28 Saves, 82,4 Prozent Fangquote) konnte die Niederlage nicht verhindern. Der Starter wurde nach dem sechsten Gegentreffer für Joonas Korpisalo (drei Saves, 100 Prozent) ausgewechselt.

„Wir haben Sway heute im Stich gelassen. Er hat uns länger im Spiel gehalten, als wir es verdient gehabt hätten“, so Lindholm. „Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen. In dieser Liga ist es schwer, zu gewinnen, wir haben es heute zu selbstverständlich genommen. Heute haben wir uns selbst in den Fuß geschossen.“

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Boston hofft auf Wiedergutmachung gegen einen ähnlichen Gegner

Für Boston endet damit eine lange Siegesserie mit einem Knall. „Es waren viele gute Dinge dabei“, blickt Sturm kurz zurück - und direkt wieder nach vorne: „Was wir verbessern müssen, ist das Spiel ohne Puck und das PK. Vegas wird ähnlich wie Dallas werden. Sie spielen einen ähnlichen Stil, dasselbe System. Wir müssen dieses Spiel annehmen. Jetzt geht es zurück an die Arbeit.“

Die Bruins (28-20-2) stehen auf dem letzten Wildcard-Rang in der Eastern Conference und haben zwei Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz. Am Donnerstag (7 p.m. ET; Freitag, 1 Uhr MEZ) kommen die Vegas Golden Knights zum nächsten Härtetest in den TD Garden.

„Wir müssen zu unserem Spiel zurückfinden, was heute nicht geklappt hat. Wir müssen dieses Spiel einfach vergessen und uns auf das nächste konzentrieren“, fordert Geekie.

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