Die Detroit Red Wings haben am Mittwochabend in der Scotiabank Arena einen wichtigen 2:1-Auswärtssieg n.V. bei den Toronto Maple Leafs gelandet. Im Rampenlicht stand dabei ein Verteidiger-Paar: Schwede Simon Edvinsson und der Deutsche Moritz Seider glänzten nicht nur in der Defensive, sondern trugen auch in der Offensive entscheidend zum Erfolg bei.

Ein echtes Traumpaar

Privat bildet Seider ein Traumpaar mit seiner Freundin, Shorttrack-Eisschnellläuferin Anna Seidel. Diese Bezeichnung pass jedoch gleichermaßen für seinen Arbeitskollegen und Nebenmann im ersten Verteidiger-Paar bei den Red Wings, Simon Edvinsson.

Seider führt Detroit mit durchschnittlich 25:16 Minuten Eiszeit pro Spiel an, Edvinsson folgt auf Rang zwei mit 25:16 Minuten/Spiel. Seider ist der punktbeste Abwehrspieler in Detroit mit 34 Punkten (7-27-34), Edvinsson ist in dieser Kategorie Dritter mit 17 Punkten (6-11-17). Seider verzeichnet teamintern die meisten Blocks (112), Edvinsson die drittmeisten (104).

Beide sind trotz ihres jungen Alters schon erstaunlich reife NHL-Verteidiger: Seider (24, NHL Draft 2019, 379 NHL-Spiele) und Edvinsson (22, NHL Draft 2021, 151 NHL-Spiele) wurden jeweils in der 1. Runde an 6. Stelle gedraftet und reiften vor ihrem NHL-Debüt in der AHL-Talentschmiede Grand Rapids Griffins. Auch bei ihrem Spielstil gibt es Parallelen: Beide sind trotz ihrer Größe (Seider: 1,88 Meter, 95 Kilogramm; Edvinsson: 1,99 Meter, 101 Kilogramm) sehr gute Schlittschuhläufer und wissen ihre Kraft in Checking-Wucht umzuwandeln. Beide schalten sich gerne in die Offensive ein, um die Angriffe ihrer Mannschaft mit ihrer Pass- und Schussstärke zu unterstützen. Beiden glänzen mit enormer Ruhe.

„Ich spiele viele Minuten, was neu für mich ist. Hinzu kommt der eng-getaktete Spielplan. Ich bekomme viel Vertrauen vom Trainer und von meinen Mitspielern, dass ich auch in solchen Momenten auf dem Eis bin. Ich möchte einfach das Beste für meine Mannschaft geben“, kommentierte Edvinsson seine Entwicklung.

„Es ist nicht dasselbe, aber sie erinnern mich an meine Zeit in San Jose, an Rob Blake und Marc-Edouard Vlasic. Sie waren sehr verlässlich, ich konnte sie immer reinwerfen, in jeder Situation. Dieses Paar war defensiv so verlässlich, sie haben tonnenweise Minuten absolviert“, sagte Red-Wings-Trainer Todd McLellan schon vor dem Spiel.

„Die Entwicklung ihrer zwei großen Verteidiger, Edvinsson und Seider, ist beeindruckend“, attestierte auch Maple-Leafs-Trainer Greg Berube vor dem Aufeinandertreffen. „Verteidiger müssen Erfahrung sammeln und bestimmte Spiele spielen, bevor sie auf ein bestimmtes Level kommen. Sie sind genau dort. Dieses Paar ist großartig. Sie sind groß, skaten gut und können alles.“

DET@TOR: Seider erobert den Puck und spielt zu Larkin, der den Siegtreffer in der Overtime erzielt

Matchwinner im Paarflug

Diese Einschätzung sollte sich bewahrheiten, denn Detroits Tandem trug am Mittwochabend in Toronto entscheidend zum Auswärtssieg bei.

17,7 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels stach Edvinsson in den Slot und lenkte ein Zuspiel von Lucas Raymond zum 1:1 ins Tor (20.). Der Linksschütze aus Onsala erhielt 26:45 Minuten Eiszeit (1-0-1, +1, drei Torschüsse, fünf Torschussversuche, ein Check, zwei Blocks).

„Er erfüllt seine Rolle so gut es nur geht. Es gibt Momente in Simons Spiel, da würde ich mir noch ein bisschen mehr Intensität wünschen. Insgesamt, im Großen und Ganzen, spielt er aber sehr gut“, lobte McLellan.

In der Verlängerung bearbeitete Seider seinen Gegenspieler Easton Cowan in der neutralen Zone erste mit einem Pokecheck und dann mit einem Bodycheck, um die Scheibe freizupressen, tauchte plötzlich frei vor dem Tor auf und legte quer zum mitglaufenen Dylan Larkin, der zum Siegtreffer einschoss (64.). Der Rechtsschütze aus Zell (Mosel) erhielt an diesem Abend 27:46 Minuten Eiszeit (0-1-1, +2, zwei Torschüsse, acht Torschussversuche, ein Block).

„Er hat heute ein Wahnsinnsspiel gezeigt. Er ist eine Maschine“, schwärmte McLellan. „Mo hat ihn überrascht, denn er war plötzlich mit Härte und Stärke überall. Ein toller Spielzug.“

Detroit sweept die Saison-Serie gegen Toronto

Herausragend präsentierte sich auch Torwart John Gibson, der den Sieg mit 30 Saves (96,8 Prozent Fangquote) festhielt. In seinen letzten sieben Starts seit dem 5. Januar hat er eine 7-0-0-Bilanz mit einem Gegentorschnitt von 1,83, einer Fangquote von 93,4 Prozent und einem Shutout.

DET@TOR: Gibson vereitelt einen Penaltyschuss von Laughton

In 99 Jahren Rivalität zwischen beiden Original-Six-Teams ist es erst das zweite Mal nach 1995/96, dass die Red Wings eine Saisonserie mit mindestens vier Aufeinandertreffen gegen die Maple Leafs sweepen konnten.

„Hier zwei Punkte mitzunehmen ist riesig“, freute sich Edvinsson. „Es zeigt die Mentalität in unserer Mannschaft. Wir müssen weiterkämpfen. Jedes Spiel ist wichtig.“

Red Wings wollen weitermarschieren

Detroit (31-16-4) ist Zweiter in der Atlantic Division, hat neun Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz und ist punktgleich mit Spitzenreiter Tampa Bay Lightning (31-13-4). Nach drei Siegen in Serie steht für die Red Wings nun der nächste Härtetest auf dem Spielplan: Am Donnerstag (9:30 p.m. ET; Freitag, 3:30 Uhr MEZ) geht es auswärts zu den Minnesota Wild.

„Wir fühlen uns gut und glauben an uns. Das ist das Wichtigste“, so Edvinsson. „Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Spiele. Das kann sich aber schnell ändern. Deswegen bleiben wir ruhig und selbstbewusst.“

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