Die Montreal Canadiens durften am Dienstag einen seltenen, aber hochverdienten Sieg gegen die Minnesota Wild feiern. Im Bell Centre gewannen sie ihr Heimspiel mit 4:3, dank eines Treffers von Cole Caufield in letzter Minute. Mit seinem späten Tor schaffte Caufield ein seltenes Kunststück, indem er Montreal einen Sieg gegen Minnesota bescherte. Die Canadiens hatten zuvor neun Spiele in Folge und 17 der vergangenen 18 Partien gegen die Wild verloren (1-16-1).

„Wir haben heute alle die richtige Spielweise gehabt“, kommentierte Verteidiger Lane Hutson den Sieg. „Wir hatten Tiefe, haben Zweikämpfe gewonnen, und das hat sich gelohnt. Ich finde, wir haben heute einfach rundum ein gutes Spiel geliefert.“

Absolute Dominanz

Die Canadiens kehrten von Beginn an zu ihrer starken Form zurück und begeisterten die Fans mit schneller und druckvoller Offensive. Zuvor hatten sie drei der vergangenen fünf Spiele verloren. Sie stehen mit 63 Punkten aus 50 Spielen (28-15-7) auf dem dritten Platz der Atlantic Division und erleben ihre beste Saison seit Jahren. Mit 3,4 Toren pro Spiel haben sie den drittbesten Angriff der NHL.

Ihre Qualität in der Offensive war auch gegen Minnesota schnell zu sehen. Montreal kontrollierte das Spiel von der ersten Minute an und schnürte den Gegner in dessen Drittel ein. In den ersten 20 Minuten lautete das Torschussverhältnis 15:2.

Diese Dominanz nutzten Phillip Danault (16.) und Alexandre Carrier (20.), die die Canadiens in Führung brachten. Für Danault, der am 19. Dezember in einem Transfer von den Los Angeles Kings nach Montreal zurückgekehrt war, war es das erste Tor der Saison.

MIN@MTL: Caufield trifft mit einer Direktabnahme 15 Sekunden vor dem Ende zur Führung

Effizienz und Wallstedt halten Wild im Spiel

Die Wild sollte man aber auch in einem solchen Spiel nicht abschreiben. Sie liegen auch nach der Niederlage mit 65 Punkten aus 51 Spielen (28-14-9) noch auf dem dritten Platz der Central Division und dem fünften Platz der Liga. Diesen Erfolg haben sie zum Teil ihren starken Torhütern Jesper Wallstedt und Filip Gustavsson zu verdanken. Rookie Wallstedt gab sich auch in der Partie gegen Montreal alle Mühe, seiner Mannschaft Punkte einzubringen. Am Ende kam er auf 29 Saves.

„‚Wally‘ hat großartig gespielt und uns den ganzen Abend im Spiel gehalten“, lobte Verteidiger Brock Faber. „Das ist ein schnelles Team, jeder Spieler ist läuferisch stark. In dieser Arena zu gewinnen, ist schwer. Heute hatten wir nicht unser bestes Spiel.“

Der zweite Dorn im Auge der Canadiens war an diesem Abend die Chancenverwertung der Wild. Vladimir Tarasenko brachte Minnesota in der elften Minute im Powerplay mit 1:0 in Führung. Später glich Faber zum 2:2 aus (31.). Nach einem Treffer von Hutson zum 3:2 für Montreal (33.) legte Tarasenko ein zweites Powerplaytor nach (53.). Die Wild brauchten nur 19 Torschüsse für ihre drei Treffer.

„Ein Punkt wäre wichtig gewesen“, gab Faber zu. „Wir haben zwei Tage in Folge gespielt und die Verlängerung hätte uns die Chance auf zwei Punkte gegeben. Dieser letzte Wechsel war bitter.“

Caufield erlöst Montreal

Der große Held des Abends war einmal mehr Cole Caufield. Die Canadiens setzten sich in der letzten Spielminute erneut im gegnerischen Drittel fest. Caufield wurde am rechten Bullykreis von Kapitän Nick Suzuki bedient und zog direkt zum Siegtor ab.

„Wir haben einen Weg gefunden, den Puck am Laufen zu halten und glücklicherweise ist er reingegangen“, freute sich Caufield. „Deshalb spielt man die vollen 60 oder 65 Minuten. Alle Tore zählen gleich, aber es fühlt sich natürlich gut an, die zwei Punkte zu kriegen.“

Der 25-jährige Stürmer ist mit 25 Saisontoren nicht nur ein echter Torjäger, sondern auch ein Spezialist für entscheidende Tore spät im Spiel. Er führt die Liga gemeinsam mit Steven Stamkos von den Nashville Predators mit sieben Siegtoren an. Seit seinem Debüt in der Saison 2020/21 erzielte er 21-mal im dritten Drittel oder der Verlängerung das spielentscheidende Tor. Nur vier Spieler, Leon Draisaitl (28), Sebastian Aho (28), Sidney Crosby (23) und Stamkos (23), können diesen Wert in den vergangenen sechs Spielzeiten übertreffen.

„Caufield ist der gefährlichste Spieler auf dem Eis, da muss ich enger dran bleiben“, zollte Faber dem Torschützen Respekt. „Das ist sein Spiel. Er schießt wichtige Tore. Es wäre schön gewesen, wenn wir eine Chance auf die zwei Punkte in der Verlängerung gehabt hätten.“

MTL@OTT: Caufield sorgt in der Verlängerung für den Sieg

Erfolgserlebnis für Dobes

Besonders erleichtert dürfte Torwart Jakub Dobes über den Sieg gewesen sein. Er fuhr mit einer Bilanz von 5-0-1 bereits in seinem sechsten Spiel in Folge Punkte ein, diese Ausbeute zeigt aber nicht das ganze Bild.

Dobes hadert in dieser Saison mit seinen Leistungen. Über den vergangenen Monat, seit dem 20. Dezember, kommt er auf eine Fangquote von nur 85,7 Prozent. Montreals andere beiden Torhüter, Sam Montembeault und Jacob Fowler, hielten in diesem Zeitraum 90,6 und 91 Prozent aller Schüsse. Fowler wurde kürzlich wieder zurück in die American Hockey League geschickt, könnte Dobes aber den Rang ablaufen, wenn der junge Tscheche sich nicht verbessert.

Für die Canadiens war es der zweite Sieg in Folge. Am Donnerstag steht im nächsten Spiel ein wichtiges Duell an, wenn sie die Buffalo Sabres empfangen. Buffalo steht in der Atlantic Division vier Punkte hinter Montreal auf Platz vier.

Auf Minnesota wartet ebenfalls am Donnerstag der nächste harte Brocken aus der Atlantic Division. Gegen die Detroit Red Wings können sie den Canadiens Schützenhilfe leisten, denn Detroit steht in der Tabelle nur einen Punkt vor Montreal auf Platz zwei der Division.

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