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Die Vancouver Canucks haben sich am Dienstag vor den am 20. April beginnenden Stanley Cup Playoffs 2024 als ambitionierter Anwärter auf den Gewinn des Stanley Cups in Erinnerung gebracht und ihre zuvor schon beeindruckende Saison auf ein neues Niveau gehoben. Durch ein 4:1 in der heimischen Rogers Arena gegen die Calgary Flames erreichte Vancouver zum dritten Mal in der Franchisegeschichte die Marke von 50 Saisonsiegen und sicherte sich zugleich den Titel in der Pacific Division. Die Canucks (50-22-9) gewannen ihre Division zum elften Mal in der Franchise-Geschichte und zum ersten Mal seit der Saison 2012/13 - dem letzten Titel einer fünfjährigen Serie, die in der Spielzeit 2008/09 begann.

Zum Vergleich: Im Vorjahr beendeten die Canucks die Hauptrunde mit einer Bilanz von 38-37-7 und 83 Punkten. Sie verpassten damit zum dritten Mal hintereinander die Playoffs. In diesem Frühjahr schließt das Team von der kanadischen Westküste an die Mannschaft der Saison 2011/12 an, die ebenfalls die Schallmauer von 50 Erfolgen in der regulären Saison erreichen konnte. Außerdem verbesserten sie ihre Punkteausbeute innerhalb von zwölf Monaten um mindestens 26 Zähler.

Turnaround der Canucks schreibt Geschichte

Dieser Turnaround wird in jedem Fall als einer der beeindruckendsten in der Ligageschichte in die Annalen eingehen, doch die richtige Herausforderung liegt noch vor den Spielern und dem Trainerstab, wenn es darum gehen wird, in der K.o.-Phase diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Erstmals seit 2020 werden die Canucks wieder einen ernsthaften Anlauf auf den Titel unternehmen, und das mit einem Kader, der mit dem von vor vier Jahren nicht mehr viel gemeinsam hat, da große Teile des Teams inzwischen ausgetauscht und verjüngt wurden.

Divisionstitel wird in Vancouver wertgeschätzt

Die Canucks, die vier Spiele in Folge gepunktet haben (3-0-1), bemühten sich nach dem Erfolg gegen die Flames die Ruhe zu behalten und nichts überzubewerten. „Ich bin einfach nur glücklich, dass wir die Pacific Division gewonnen haben", beschwichtigte Vancouvers Trainer Rick Tocchet. „Die Jungs haben das ganze Jahr über einen tollen Job gemacht. Seien wir ehrlich, niemand hat uns das wirklich zugetraut, also muss man den Spielern ein großes Lob aussprechen. Das Spiel heute war natürlich nicht immer herausragend, aber man muss das Positive sehen: Wir haben heute Abend unsere Division gewonnen. Ich freue mich wirklich für die Jungs. Es ist eine große Ehre und wir sollten es genießen.

CGY@VAN: Myers erzielt den ersten Treffer des Spiels in Unterzahl

Torhüter Demko mit tollem Comeback

Zu verdanken hatten die Canucks den Erfolg zu großen Teilen ihrem Torhüter Thatcher Demko . Dieser zeigte in seinem ersten Spiel nach einer Knieverletzung 39 Paraden und brachte die Angreifer der Flames immer wieder zur Verzweiflung. Demko verpasste zuletzt 14 Spiele, nachdem er sich die Verletzung am 9. März zugezogen hatte.

„Ich habe mich ziemlich gut gefühlt", sagte Demko, der bei seiner Rückkehr bewies, dass in den bevorstehenden K.o.-Spielen Verlass auf ihn sein wird. „Das Wichtigste ist, dass ich wieder da bin, dass ich mich wieder etwas einspielen konnte, und natürlich war es toll, dass wir gewonnen haben. Dass ich die Fans begeistern konnte und dass wir die Division gewonnen haben, krönte diesen Abend.“ Seine 35 Siege mit den Canucks in der Saison 2023/24 sind die fünftmeisten der Franchise in einer Spielzeit, gleichauf mit Roberto Luongo (35 in 2007/08). Die Liste wird von Luongo mit 47 Siegen in der Saison 2006/07 angeführt.

„Ihr Torwart war wirklich gut", lobte Flames-Trainer Ryan Huska. „Die Paraden, die er gemacht hat, waren zum Teil schwieriger, als es den Anschein hatte, und er hat seine Abpraller gut kontrolliert.“

CGY@VAN: Suter erobert den Puck an der gegnerischen blauen Linie, sodass Miller die Führung mit einem Alleingang ausbauen kann

Canucks gegen Flames von Anfang an dominant auf dem Eis

Im Spiel übernahmen die Canucks rasch die Kontrolle. Myers brachte das Team nach zwölf Minuten des ersten Drittels mit einem Handgelenkschuss mit 1:0 in Führung, nachdem Teddy Blueger ihn mit einem Querpass auf die Reise geschickt hatte. Ein gutes Omen, denn die Canucks haben in 2023/24 37 Siege eingefahren, wenn sie das erste Tor in einer Begegnung erzielt haben. Ihre Statistik von 37-10-4 in diesen Fällen ist die beste der gesamten Liga.

Nils Hoglander erzielte keine zwei Minuten später das 2:0 (14.) für Vancouver, als er ein schönes Passspiel abschloss, das damit begann, dass Ilya Mikheyev einen Querpass zu Elias Pettersson spielte, um ein 2-auf-1-Spiel in Unterzahl zu schaffen. Pettersson passte über die Bande zu Hoglander, der seinen 24. Saisontreffer markierte. Wer auf einen spannenderen Spielverlauf im Mitteldrittel gehofft hatte, der sah sich rasch getäuscht. Dakota Joshua machte das 3:0 nach 1:58 Minuten des zweiten Drittels.

Demko zeigte seine besten Paraden, als er in der 24. Minute zunächst einen Schuss von Martin Posposil abwehrte und 2:45 Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels Nazem Kadri in einem Powerplay stoppte. „Er ist einer der Besten in der Liga und es ist etwas anderes, ihn in unserem Tor stehen zu haben", befand Verteidiger Quinn Hughes über Demko. "[Torwart] Casey [DeSmith] war großartig für uns und dasselbe gilt für [Torwart Arturs Silovs], aber mit ihm [Demko] im Tor ist das eine ganz andere Sache."

In der Mitte des Schlussabschnitts kamen die Flames zu ihrem Ehrentreffer. Brayden Pachal verkürzte in der 51. Minute auf 1:3. Es war sein zweites NHL-Tor und sein zweites in dieser Saison, aber sein erstes für Calgary, seit er am 4. Februar von den Vegas Golden Knights transferiert wurde.

Den Schlusspunkt in diesem Spiel aber setzten die Hausherren. Miller erzielte in der 56. Minute den Treffer zum Endstand. Er hat nun 14 Punkte (vier Tore, 10 Assists) in seiner laufenden Punkte-Serie erzielt. Der Schweizer Pius Suter leistete bei diesem Tor die Vorarbeit und krönte so seine 12:45 Minuten Eiszeit. Es war sein 15 Assist im 66. Einsatz der Saison. „Wir haben im Moment viele Gründe, stolz darauf zu sein, wie weit wir gekommen sind, und ich habe das Gefühl, dass wir in kurzer Zeit viel erreicht haben", freute sich Miller.

Hauptrundenfinale am Donnerstag in Winnipeg

Zum Abschluss der regulären Saison bekommen es die Canucks am Donnerstag (8 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 2 Uhr MESZ) auswärts noch mit den Winnipeg Jets zu tun, bevor es für sie ab dem Wochenende als einer der Titelmitfavoriten in den Kampf um den Stanley Cup geht.

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