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Warum uns diese Saison viel Freude bereitet

Zum Valentinstag ein Dank an die NHL, ihre Teams und ihre Ausnahmeathleten

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Husch, husch noch schnell ein paar Blumen kaufen, etwas Süßes für das seelische Wohlbefinden besorgen oder - nein besser - und ein kleines Gedicht auswendig lernen, für den liebsten Menschen, den man in seinem Leben hat. Bloß nicht vergessen: Am 14. Februar ist Valentinstag!

 

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Die Liebe zur schnellsten Mannschaftssportart der Welt ist zwar nicht so romantisch, wie zu den Angebeteten, doch es gibt schon handfeste Gründe, warum wir uns dem Eishockeysport und der NHL-Saison 2018/19 so intensiv hingezogen fühlen und beide uns faszinieren.

Die Torflut geht weiter

Obwohl sich die großartigsten Torhüter in der NHL viel Mühe geben und ein ums andere Mal mit Paraden glänzen, die einem unglaubwürdig den Kopf schütteln lassen, gehört die Saison 2018/19 zu den torreichsten in der jüngeren Ligageschichte.

In den bisherigen 874 Partien fielen 5296 Tore, was einem Durchschnitt von 3,03 Tore pro Team in einem Spiel entspricht. Ein Wert der in den vergangenen 21 Spielzeiten seit 1995/96 nur einmal knapp übertroffen wurde. In der Saison 2005/06 waren es 3,08 Tore je Mannschaft und Spiel, vor allem aufgrund einer größeren Anzahl an Überzahlsituationen (plus 2,82) pro Team, und daraus resultierend mehr Powerplaytreffer pro Partie (plus 0,86) als in der laufenden Saison.

Eine positive Entwicklung, die zu gefallen weiß. Die Spiele werden fairer geführt und dennoch gibt es häufiger Grund zum Torjubel.

Video: NJD@STL: Pietrangelo schießt hoch mit Rückhand ein

Eishockeykrimis bis zum Ertönen der Schlusssirene

Viele Tore sind das eine, doch noch um einiges schöner ist es für den neutralen Eishockeygenießer, wenn eine Begegnung nicht schon vorzeitig entschieden ist, wenn sich im dritten Spielabschnitt jene Mannschaft zurückmeldet, die zur zweiten Pause noch im Hintertreffen lag.

Die Tampa Bay Lightning sind nicht nur das punktbeste Team der Liga, sondern auch wahre Meister im Drehen von Spielen. Fast jede zweite Partie, in der sie mit einem Rückstand ins Schlussdrittel starteten, endete zu ihren Gunsten (42,9 Prozent). Bei den Montreal Canadiens sind es noch ein gutes Drittel der Spiele (35,0 Prozent), bei fünf Teams mindestens ein Viertel (>= 25,0 Prozent) und bei weiteren fünf ein Fünftel (>= 20,0 Prozent). 

Zum Vergleich: 2017/18 schafften statt zwölf wie in diesem Jahr, nur sechs Mannschaften, angeführt von den Lightning mit 30,0 Prozent, eine Wende in mindestens 20 Prozent ihrer Auftritte. In den zwei Saisons zuvor, waren es auch nur sieben Teams in 2016/17 und acht in 2015/16.

Eishockeyherz, was willst du mehr als bis zur Schlussminute mitfiebern? Doch Herzpatienten sollten Vorsicht walten lassen! 

 

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Viele begnadete Kufenkünstler am Start

Die Anzahl der Spieler, die regelmäßig Punkte liefern, hat in der laufenden Saison exorbitant zugenommen: 46, in Worten sechsundvierzig, Spieler weisen einen Punkteschnitt von größer gleich 1,0 aus. Sie toppen damit noch einmal gehörig den bisherigen Bestwert aus den vergangenen zehn Jahren von 31 Spielern in 2017/18.

In den Spielzeiten zuvor seit 2009/10 erzielten zwischen elf in 2016/17 und 28 Spieler in 2012/13 mindestens einen Scorerpunkt pro Einsatz. Selbst zu Hoch-Zeiten eines Wayne Gretzky oder Mario Lemieux zwischen Mitte der 80er-Jahre (1984/85: 45; 1985/86: 54; 1986/87: 39) und Mitte der 90er-Jahre (1993/94: 45; 1994/95: 42; 1995/96: 49) war die NHL in der Tiefe selten so stark besetzt wie heute. 

Angeführt von Alex Ovechkin mit 38 Treffern gelang es bereits zwölf Spielern die 30-Tore-Marke zu knacken, obwohl ein knappes Drittel der Saisonpartien noch zu absolvieren sind.

Rookies, die auf Anhieb einschlagen

Der Sprung vom Juniorenbereich oder einer europäischen Profiliga zur NHL ist gewaltig. Nur den allerbesten Nachwuchsspielern gelingt dieser auf Anhieb. Vor allem junge Verteidiger haben es aufgrund physischer Nachteile schwer, unmittelbar nachdem sie gedraftet wurden, in der NHL Fuß zu fassen.

Der 18-jährige Verteidiger Rasmus Dahlin, den die Buffalo Sabres beim NHL Draft 2018 an erster Stelle ausgewählt hatten, straft den Erfahrungen aus der Vergangenheit Lügen und bereitet seinem Team sowie den Anhängern in Buffalo viel Freude.

Als Defensivkraft und zweitjüngster Spieler der Liga belegt Dahlin mit 31 Scorerpunkten (6 Tore, 25 Assists) den zweiten Platz unter den Rookies und weist als einer von zwei Verteidigern der Sabres einen positiven +/-Wert aus.

Ein lautes Chapeau verdient sich ebenfalls Elias Pettersson von den Vancouver Canucks, der mit 25 Toren, 26 Assists und 51 Scorerpunkten die Rookies in allen drei Kategorien anführt. Petterssons schwedischer Landsmann Andreas Johnsson von den Toronto Maple Leafs komplettiert mit 30 Punkten (14 Tore, 16 Assists) das skandinavische Dreigespann an der Spitze der Rookie-Wertung vor - und das ist besonders aus deutscher Sicht sehr erfreulich - Dominik Kahun, der es für die Chicago Blackhawks auf 29 Punkte (11 Tore, 18 Assists) brachte.

Nervenkitzel um die Playoff-Plätze

Das Rennen um die Plätze für die Stanley Cup Playoffs könnte kaum prickelnder sein als in diesem Jahr. Wer hätte vor Saisonbeginn geglaubt, dass sich die Pittsburgh Penguins berechtigte Sorgen um ihre Playoff-Teilnahme machen müssen, da sie als Achter in der Eastern Conference maximal zwei Punkte vor ihren ärgsten Verfolgern, den Carolina Hurricanes und den Buffalo Sabres, liegen? Nach oben könnten die Penguins andererseits ebenfalls noch Boden gutmachen. Auf die in der Metropolitan Division zweitplatzierten Washington Capitals fehlen ihnen nur vier Punkte bei einem Spiel in der Hinterhand.

In der Western Conference könnte es sogar bei der Vergabe der beiden Wildcards zu einem Fotofinish zwischen sieben Teams kommen. Die auf dem achten Platz rangierenden Minnesota Wild trennen sechs Zähler von den Edmonton Oilers als 13., und die Oilers dürfen sogar noch zwei Spiele mehr absolvieren.

Die siebtplatzierten St. Louis Blues katapultierten sich mit sieben Siegen in Serie auf den ersten Wildcard-Platz. Ihr Vorsprung auf den ersten Nicht-Playoffrang beträgt dennoch nur vier Punkte. Diesen belegen die Canucks mit zwei Zählern Vorsprung gegenüber den punktgleichen Arizona Coyotes, Colorado Avalanche und Blackhawks.

Ein Versprechen für einen dramatischen Endspurt - Ausgang ungewiss!

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