Am Montag wurden die Viertelfinalspiele der U20-Junioren-Weltmeisterschaft in Halifax und Moncton ausgetragen. Im ersten Spiel zwischen Finnland und Schweden gab es gleich ein Herzschlagfinale. Danach wurde es für die Schweizer und Deutschland deutlich, die den starken Tschechen bzw. US-Amerikanern unterlagen und die Heimreise antreten müssen. Einen OT-Thriller gab es zwischen Kanada und der Slowakei.
Schweiz und Deutschland verpassen Halbfinale deutlich
U20-Junioren-WM: Junioren der Trainer Marco Bayer und Tobias Abstreiter verlieren ihre Viertelfinale klar

USA - Deutschland 11:1 (3:0/5:0/3:1)
Die USA legten mit drei Toren im 1. Drittel den Grundstein zu einem 11:1-Viertelfinalsieg gegen Deutschland am Montag in Moncton. Auf dem Weg zum sechsten Gold in der Geschichte der World Juniors (2004, 2010, 2013, 2017, 2021) steht im Halbfinale in Halifax am Mittwoch der Klassiker gegen Kanada im Weg.
Gegen Deutschland war vor allem die erste Reihe der US-Amerikaner heiß. Logan Cooley erzielte einen Hattrick und einen Assist, Cutter Gauther markierte zwei Tore und einen Assist, und Jimmy Snuggerud steuerte ein Tor und zwei Assists bei. Red Savage erzielte zwei Tore, und Dylan Duke steuerte ein Tor und eine Vorlage bei. Jackson Blake und Kenny Connors trafen ebenfalls für die Amerikaner. Verteidiger Ryan Ufko verbuchte fünf Assists, während Chaz Lucius, Tyler Boucher und Luke Mittelstadt jeweils zwei Vorlagen gaben. Torhüter Trey Augustine hielt sich in 40 Minuten mit 14 Saves schadlos, ehe er zur Schonung durch Andrew Oke ersetzt wurde, der auf sieben Saves kam und sich einmal geschlagen geben musste.
Für die Deutschen antwortete Luca Hauf mit seinem ersten Tor im Turnier, der bei 56:48 Minuten den späten Ehrentreffer zum Endstand erzielen konnte. Nikita Quapp startete im Tor und schaffte 20 Saves bei acht Gegentoren, ehe ihn zum letzten Drittel Rihard Babulis mit zehn Saves bei drei Gegentoren ablöste.
"Sehr positiv war, dass wir unser internes Ziel, das Viertelfinale, erreicht haben", betonte DEB-Trainer Tobias Abstreiter. "Das ist ein sehr schönes Ziel, welches wir uns gesetzt haben. Natürlich ist das ein bitteres Ende, wenn man so im Viertelfinale ausscheidet, ohne Chance und fast ohne Gegenwehr. Aber denke ich, dass das Positive überwiegt. Man hat natürlich ganz klar gesehen, dass wir gegen die großen Nationen, wie Kanada, Tschechien und die USA weit davon entfernt sind auf diesem Level mitzuhalten und so zu spielen, dass man unterm Strich auch eine Siegchance hat."
Tschechien - Schweiz 9:1 (3:1/4:0/2:0)
Nur kurz konnten die Schweizer von einer Überraschung träumen, als Louis Robin nach nur 22 Sekunden das 1:0 für die Außenseiter erzielen konnte. Tschechiens Torwart Tomas Suchanek versäumte bei einem langen Pass aus dem Gehäuse zu kommen und das ermöglichte Robin den Puck mit einer schnellen Bewegung zwischen die Schoner des Torwarts hindurch zu schieben.
Doch danach spielte sich Tschechien in einen Rausch und qualifizierte sich mit einem deutlichen 9:1 für das Halbfinale gegen Schweden am Mittwoch. Tschechien hat bei diesem Turnier seit 2001 kein Gold mehr gewonnen, aber schon beim 5:2-Sieg gegen Kanada im ersten Spiel der Gruppe A deuteten sie an, dass sie das ändern wollen.
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Die Tschechen erzielten bereits weniger als zweieinhalb Minuten nach dem Rückstand den Ausgleich. In einer Vier-gegen-Vier-Situation brachte Stanislav Svozil den Puck zu Jiri Kulich, und sein schneller Schuss schlug den Schweizer Torhüter Kevin Pasche.
Tschechien ging bei 7:09 Minuten in Unterzahl durch Marcel Marcel in Führung, als er aus der eigenen Zone heraus über das ganze Eis stürmte und perfekt abschloss. Weniger als drei Minuten später legten die Tschechen nach. Diesmal stürmte Petr Hauser bei ausgeglichener Stärke auf das gegnerische Tor zu und schoss ein. Es gab Proteste der Schweizer, dass das Tor aus der Verankerung gewesen sein soll, doch der Videobeweis bestätigte die Regelkonformität des Treffers.
Die Tschechen legten in einem dominanten Mitteldrittel, in dem Torhüter Suchanek den Puck kaum zu fassen bekam, vier Tore nach. Auch ein Wechsel des Torhüters zu Alessio Beglieri nach dem 4:1 brachte keine Ruhe. Nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung musste Beglieri nach einem schönen Zuspiel von Eduard Sale auf Kulich sein erstes Tor hinnehmen. Und es kam noch schlimmer. Die Tschechen legten nach Belieben nach und hatten am Ende mit neun Toren bei 28 Torschüssen eine großartige Effektivität an den Tag gelegt.
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"Es war ein hartes Spiel, aber so kann man im Viertelfinale nicht spielen", verdeutlichte der Schweizer Kapitän Attilio Biasca. "Das ist wirklich enttäuschend. Insgesamt haben wir in den ersten vier Spielen drei Siege geholt, aber wir hatten mehr zu bieten. Ich denke, wir müssen 60 Minuten lang diszipliniert Eishockey spielen. Gegen gute Mannschaften darf man sich keine Fehler und Strafen erlauben."
Finnland - Schweden 2:3 (1:1/0:0/1:2)
Im ersten Viertelfinale in Moncton erzielte Victor Stjernborg 1:05 Minuten vor dem Ende des dritten Drittels ein Tor in Unterzahl und sicherte Schweden einen 3:2-Sieg gegen Finnland. Die Schweden ziehen damit ins Halbfinale ein.
Der schwedische Kapitän nahm dem Finnen Aleksi Heimosalmi in der neutralen Zone den Puck ab, stürmte alleine los und bezwang Torhüter Jani Lampinen mit einem Tunnel.
Für Finnland, die knapp vier Minuten vor Schluss noch mit 2:1 geführt hatten, war das ein echter Schock. Sie versuchten in der verbleibenden Überzahl mit gezogenem Torhüter noch einmal alles, doch es reichte nicht mehr zum Ausgleich.
Es war ein typisches, spannendes Spiel zwischen den beiden skandinavischen Rivalen, in dem es um alles oder nichts ging. Die Finnen dominierten das erste Drittel und einen Großteil des dritten Drittels, während Schweden im Mittelabschnitt gefährlicher wirkte. Finnland hatte mit 35:20 mehr Torschüsse als Schweden.
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Leo Carlsson erzielte seine ersten beiden Tore für Schweden bei einer Junioren-Weltmeisterschaft. Im schwedischen Tor kam Carl Lindbom zu seinem fünften Einsatz in Folge, nachdem er in der Gruppenphase eine Fangquote von 94,1 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,74 erzielt hatte.
Kapitän Oliver Kapanen und Niko Huuhtanen brachten Finnland in Führung. Lampinen, der seine beiden Vorrundenspiele gewann und dort mit 96,3 Fangquote und 1,00 Gegentorschnitt die besten Werte des Turniers hatte, kehrte in den Kasten zurück.
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Kanada - Slowakei 4:3 n.V. (1:0/2:2/0:1/1:0)
Connor Bedard erzielte nach 5:17 Minuten in der Verlängerung den Treffer zum 4:3-Sieg Kanadas gegen die Slowakei und zum Einzug ins Halbfinale am Mittwoch gegen die USA. Der Top-Star dieser WM verlud in der 3-gegen-3-Overtime mehrere Spieler inklusive dem gegnerischen Torwart, ehe er ins leere Tor einschob.
Die Slowakei fährt nach Hause, aber nicht ohne gezeigt zu haben, was für eine hervorragende Juniorenmannschaft sie hat, die sich nach einem 1:3-Rückstand noch einmal aufraffte und die Verlängerung erzwang, dank der sensationellen Leistung von Torhüter Adam Gajan.
Kanada hatte 57:27 mehr Schüsse als die Slowakei, aber Gajan hielt die Slowaken immer wieder im Spiel.
Insgesamt erzielte Bedard zwei Tore und einen Assist und führt nun das Turnier mit 21 Punkten an. Der Amerikaner Logan Cooley liegt mit "nur" 11 Punkten an zweiter Stelle. Libor Nemec erzielte zwei Treffer für die Slowakei. In den 16 bisherigen Begegnungen zwischen den beiden Teams hat Kanada alle gewonnen, mit Ausnahme eines torlosen Unentschiedens beim Turnier 1999 in Winnipeg.
Bedard stellte drei kanadische Rekorde auf: die meisten Punkte in seiner Karriere bei den World Juniors (32, womit er Eric Lindros überholte), die meisten Tore in seiner Karriere bei den World Juniors (15, womit er Jordan Eberle überholte) und die meisten Punkte in einem Turnier (19, womit er Dale McCourt und Brayden Schenn überholte).
Abstiegsrunde:
Österreich verlor trotz zweimaliger Führung gegen Lettland am Montag Spiel 1 der im Best-of-Three-Modus ausgetragenen Relegation bei der IIHF Junioren-Weltmeisterschaft 2023 und muss nun zwingend am Mittwoch (16 Uhr MEZ) gewinnen, um nicht vorzeitig als Absteiger in die Division I A festzustehen.

© Minas Panagiotakis/Getty Images
Lettland - Österreich 5:2 (1:2/1:0/3:0)
Mit Thomas Pfarrmeier im Tor waren die Österreicher das Unterfangen angegangen, ihren ersten Sieg bei diesem Turnier einzufahren. Auf Seiten der Letten, die als Letzter der Gruppe B immerhin einen Punkt auf der Habenseite hatten, stand Patriks Berzins im Kasten. Über mangelnde Arbeit im ersten Drittel konnten sich beide Torhüter nicht beschweren. Mit fortwährender Spieldauer war jedoch Pfarrmeier deutlich mehr gefordert als sein Gegenüber.
Den besseren Start in die Partie erwischten die Junioren aus der Alpenrepublik. Gut fünf Minuten waren absolviert, als sie durch Luca Auer nach Vorarbeit von Tobias Sablattnig und Ian Scherzer mit 1:0 in Führung gingen.
Sticks down. Puck is dropped. Relegation Game 1 between @lhf_lv and @hockeyaustria is underway! #WorldJuniors #LATAUT pic.twitter.com/39gneYbA8s
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Die Letten verstärkten daraufhin ihre Offensivbemühungen, hatten jedoch erst Grund zur Freude, als sich die österreichischen Junioren zur Mitte des Durchgangs binnen 200 Sekunden zwei Strafzeiten einhandelten. Das zweite Powerplay nutzte Dans Locmelis zum 1:1-Ausgleich in der 17. Minute. Die Freude über den Treffer war jedoch nicht von langer Dauer, denn 97 Sekunden danach ließ Vinzenz Rohrer die Torsirene angehen und Österreich lag wieder vorne.
Im zweiten Drittel erhöhten die Letten das Tempo, leisteten sich aber auch zwei Strafen. Österreich konnte aus der numerischen Überlegenheit kein Kapital schlagen und es kam, wie es kommen musste, wenn man seine eigenen Chancen nicht nutzt. Drei Minuten standen noch auf der Uhr, als Emils Veckaktins den erneuten Ausgleich markierte.
In relegation round action, @lhf_lv gets a leg up on @hockeyaustria with a 5-2 win.
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Die Österreicher stellten ihre Offensivbemühungen im Schlussabschnitt weitestgehend ein, die Letten machten das Spiel und nahmen Pfarrmeier unter Dauerbeschuss. Angesichts ihrer Überlegenheit war es nur eine Frage der Zeit, bis wann Österreichs Abwehrbollwerk durchbrochen wird. Veckaktins bescherte in der 49. Minute mit seinem zweiten Tor Lettland die erstmalige Führung. Sandis Vilmanis erhöhte aus einem Powerplay heraus auf 4:2, nachdem Finn van EE eine 5-Minuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe bekommen hatte, und Bogdans Hodass setzte mit einem Empty-Net-Goal 66 Sekunden vor Spielende den Schlusspunkt. Nach 60 Minuten lautete das Torschussverhältnis 46:13 (12:7/12:5/22:1) zu Gunsten der Letten.

















