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Pekka Rinne zeigt Schwächen

Erstmals in diesen Playoffs zeigt Pekka Rinne im Zusammenspiel mit der Abwehr der Nashville Predators deutliche Schwachpunkte

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Vier Mal wurde Nashvilles Torhüter Pekka Rinne am Abend in Spiel Zwei des Western Conference-Finales seiner Predators gegen die gastgebenden Anaheim Ducks im Honda Center bei 26 Versuchen bezwungen. Erstmals kassierte der Finne damit in diesen Playoffs mehr als drei Gegentore. Zuvor war ihm dies in bereits elf Begegnungen so noch nie wiederfahren. 

Am Ende siegten die Enten aus Kalifornien gar mit 5:3 Toren gegen die Gäste aus Tennessee, konnten die Serie somit auf 1:1 ausgleichen.

Nun ist die Niederlage für Nashville natürlich beileibe kein Beinbruch, kann man auch mit einem Unentschieden in der Serie zuversichtlich in die beiden nun anstehenden Heimspiele gegen die Jungs aus Anaheim im heimischen Stadion gehen, doch zeigte der Abend jedermann erstmals seit Wochen wieder. Rinne und seine Abwehrkollegen, welche zuletzt stets der Fels in der Brandung für Nashville waren, sind durchaus zu überwinden. Man kann die Laviolette-Truppe auch in deren Defensive 'alt aussehen' lassen. Das haben die Ducks am Sonntag ganz klar bewiesen.

Und auch wenn Rinne dabei nicht direkt fehlerbehaftet spielte, so wirkte sein Spiel über die kompletten 60 Minuten doch so, als hätte er erstmals größere Schwierigkeiten die zuletzt regelmäßig gezeigte Form zu finden, konnte er einige Unsicherheiten nicht komplett verbergen. So oder so war es das bisher wohl eindeutig schwächste Spiel von Rinne & Co..

Grund zu übertriebener Unruhe sollte das allerdings nicht liefern. Schließlich sind seine Zahlen überaus beeindruckend. In den Playoffs dieses Frühjahrs n der besten Eishockeyliga der Welt steht der Torhüter bisher bei einer Fangquote von übe 94%, liegt sein Gegentorschnitt bei beeindruckenden 1,62. Daran ändert eben auch sein 'menschlich' wirkender Auftritt in Spiel Zwei nicht grundsätzlich etwas. Rinne dürfte das Format haben bereits in Spiel Drei in der Bridgestone Arena in zwei Tagen zurückzuschlagen.

Und dabei startet auch das erste Drittel der gestrigen Begegnung im Honda Center noch wie gewohnt defensivstark bei den 'Preds'. Man lag kurz vor dem Ende des Abschnitts noch mit 2:0 in Führung, kontrollierte das Spiel so wie gewünscht.

Video: NSH@ANA, Sp2: Vatanen per Schlagschuss zum PPG

Erst der Versuch von Ducks-Verteidiger Sami Vatanen, den Rinne zum 1:2 passieren lassen musste, brachte die Kräfteverhältnisse an diesem Abend ins Rutschen. Plötzlich stand es in der Endphase des Drittels nur noch 1:2, waren die Gastgeber wieder im Spiel. Danach sah es lange Zeit gar nicht aus.

Erstmals wirkte auch die zuvor so überzeugende Defensive um Roman Josi etwas aufgeschreckt, war nicht mehr so hochkonzentriert wie gewohnt. Am Ende ging das gesamte Spiel noch mit 3:5 verloren.

"Klar, das erste Tor gab dem Gegner etwas Leben, so spät im Drittel. Das hat sie dann zum Laufen gebracht" bestätigte Predators-Stürmer Viktor Arvidson. "Wir haben uns wohl etwas zu sehr auf unsere Zwei-Tore-Führung verlassen. Wir waren dann nicht mehr aktiv genug, haben ihrem Treiben zu sehr passiv zugesehen. Das muss wieder besser werden in Spiel Drei in Nashville."

 In den bisherigen Playoffs war die Defensive der große Trumpf für die Nashville Predators. Das gestrige Spiel bot dem Gegner nun erstmals mehr Chancen zum Torerfolg.

Nach dem ersten Drittel vom Sonntag schienen die Ducks das Geheimnis der Preds-Defensive jedoch plötzlich entschlüsselt zu haben. Noch nie hatten die Gäste in dieser KO-Phase fünf Gegentreffer einstecken müssen. Bisher gab es niemals mehr als drei Gegentreffer für die große Überraschungsmannschaft der Postseason zu verdauen. Zwei Mal war das bisher der Fall. Vier der fünf Tore für die Ducks fielen alleine im zweiten Drittel von Spiel Zwei. 

Trainer Peter Laviolette, der ja bekanntlich im Jahre 2006 den Außenseiter Carolina Hurricanes zum Stanley-Cup-Triumph über die Edmonton Oilers führte, sah nach dem Spiel durchaus die defensiven Probleme seiner Jungs: "Sie haben gut gespielt. Das muss man respektieren. Sie waren sehr aktiv heute und wir hätten in der Defensive etwas näher an ihnen dran sein können. Sie waren dann häufig etwas schneller, schienen zeitweise besser fokussiert. Nachdem sie sich das Momentum durch den Anschlusstreffer herübergezogen hatten veränderte sich dieses Spiel dann in ihre Richtung. So ist das eben manchmal."

Auch Goalie Rinne war nicht ganz unbeteiligt an zumindest zwei der vier Gegentreffer bei denen er im Kasten der Gäste stand.

Video: NSH@ANA, Sp2: Ritchie Schuss an Rinnes Maske und rein

Bei den Treffern von Vatanen und Nick Ritchie sah er nicht besonders glücklich aus, auch wenn man ihm, trotz des spitzen Winkels und der recht großen Torentfernung, natürlich nicht die alleinige Schuld daran zuschieben kann. Der abschließende Treffer zum Endstand von 5:3 erfolgte dann erst in den Schlusssekunden durch Antoine Vermette in den bereits verwaisten Kasten der Franchise.

"Das ist eben ein Spiel über volle 60 Minuten. Und der Gegner hat Qualität. Da kann man einen 2:0-Vorsprung schon noch einmal einbüßen. Offenkundig war der Anschlusstreffer sehr entscheidend im Rückblick heute. Aber ich bin nicht ganz unzufrieden mit unserem Auftritt heute" gab sich Rinne nach der Begegnung kritisch. "Aber wir hatten durchaus die Chance auch dieses Spiel für uns zu entscheiden. Wie gesagt, das Spiel dauert eben 60 Minuten. Und da darf man sich keine Durchhänger erlauben, wenn man gewinnen will. Wir sind jetzt natürlich enttäuscht."

Durchaus wahrscheinlich, dass die Leistung der Defensive der Predators nach diesem Weckruf beim nächsten Auftritt schon wieder deutlich konzentrierter ausfällt. Es war ja ohnehin nicht ernsthaft zu erwarten, dass die Abwehr des Underdogs in jedem einzelnen Spiel der KO-Phase auf diesem absoluten Top-Niveau der letzten Wochen würde spielen können. Man kann eben nicht immer am oberen Limit der Leistungsfähigkeit agieren. Nun wird es auf die Antwort auf dem Eis im nächsten Heimspiel ankommen.

"Die können natürlich auch was, wenn wir sie lassen" kommentierte Filip Forsberg nach dem Spiel etwas bissig. "Das müssen wir demnächst dann wieder etwas besser machen, das ist uns klar."

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