020524 DE olympics predictions split

Die NHL gab in der vergangenen Woche bekannt, dass sie ihre Spieler für die Olympischen Spiele 2026 und 2030 freigeben wird. Somit stehen allen teilnehmenden Nationen auch die Top-Spieler aus der besten Liga der Welt zur Verfügung. Für Deutschland bedeutet das etwa einen Kader mit Superstars wie Leon Draisaitl, Tim Stützle oder Moritz Seider. NHL.com/de stellt einen möglichen Kader für die nächsten Winterspiele in Mailand/Italien vor…

TORHÜTER

Philipp Grubauer (Seattle Kraken)

Grubauer ist ein Stanley Cup Champion (2018 mit den Washington Capitals) und langjähriger NHL-Torwart (zwölf NHL-Saisons für die Washinton Capitals, Colorado Avalanche und Seattle Kraken). Der 32-jährige Rosenheimer strahlt viel Ruhe aus und glänzt mit seiner Athletik und spektakulären Saves. Grubauer wird Team Deutschland auch als Führungsspieler helfen und könnte zum Rückgrat der Mannschaft werden.

Grubauer

Mathias Niederberger (EHC Red Bull München)

Niederberger spielte zwar nie in der NHL, ist aber trotzdem einer der besten deutschen Torhüter. Das stellt der 31-jährige Düsseldorfer Jahr für Jahr in der DEL unter Beweis. Er gilt dank seiner Glanzparaden und seiner Nervenstärke in wichtigen Spielen nicht ohne Grund als Meistermacher: Den Eisbären Berlin hielt er 2021 und 2022 die Meisterschaft fest, nach dem Wechsel nach München gelang ihm das auch 2023 in der bayerischen Landeshauptstadt.

VERTEIDIGER

Moritz Seider (Detroit Red Wings)

Seider ist schon jetzt der Abwehrchef bei den Detroit Red Wings und wird das wohl auch bei den Olympischen Spielen 2026 sein. Der 22-Jährige aus Zell (Mosel) ist schon unglaublich weit für sein Alter und wird bis zu den Spielen im perfekten Verteidiger-Alter sein. Seider steht für knallharte Checks und Reverse-Hits und prägte damit den Begriff „seidern“. Der 1,93 Meter große Rechtsschütze blockt aber auch viele Schüsse und trägt als genialer Aufbauspieler auch zur Offensive bei.

Leon Gawanke (San Jose Barracuda)

Mit Gawanke wird Deutschland über einen Offensivverteidiger verfügen, der für Gefahr von der blauen Linie sorgt. Der 24-jährige Berliner spielt seit 2019 in der AHL (Manitoba Moose und San Jose Barracuda) und zählte zuletzt immer wieder zu den torgefährlichsten und punktbesten Abwehrspielern der Liga. Bis 2026 will Gawanke auch sein lang-ersehntes NHL-Debüt gegeben haben. Der 1,86 Meter große Rechtsschütze spielt auch gerne auf der linken Position, wo er seinen Schuss noch besser zur Geltung bringt.

Maksymilian Szuber (Tucson Roadrunners)

Szubers Stern ging in der Saison 2022/23 auf, als er erst solide Leistungen beim EHC München in der DEL zeigte und dann mit der deutschen Nationalmannschaft die Silbermedaille bei der WM 2023 holte. Es folgte der Wechsel in der AHL, wo Szuber in seinem ersten Jahr in Nordamerika ähnlich solide für die Tucson Roadrunners verteidigt. Bis 2026 dürfte der heute 21-jährige Deutsch-Pole noch einmal gehörig reifen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Er wird bis zu den Olympischen Spielen ein wichtiger Abwehrmann sein.

Korbinian Holzer (Adler Mannheim)

Eine Menge Ruhe und Erfahrung könnte Ex-NHLer Holzer einbringen. Der 35-jährige Münchner hat 206 NHL-Spiele (Toronto Maple Leafs, Anaheim Ducks, Nashville Predators) in seiner Vita stehen und gilt seit jeher als zuverlässiger Stay-at-Home-Verteidiger. Der 1,90 Meter große Rechtsschütze bringt eine dringend benötigte physische Komponente mit und teilt auf internationalem Niveau harte Checks auch. Die Nationalmannschaft profitiert außerdem von seiner kommunikativen und ruhigen Art.

STÜRMER

Leon Draisaitl (Edmonton Oilers)

Mit Draisaitl würde die deutsche Olympia-Auswahl über einen Superstar aus dem obersten Regal verfügen. Der 28-jährige Kölner stellt seine Weltklasse in erstaunlicher Konstanz Jahr für Jahr unter Beweis. 2019/20 räumte der Center der Edmonton Oilers als erster Deutscher überhaupt individuelle NHL-Trophäen wie die Art Ross Trophy (Top-Scorer), Hart Trophy und Ted Lindsay Award (beides MVP-Auszeichnungen) ab. Draisaitls größte Stärken sind sein Passspiel, seine körperliche Präsenz und seine Spielintelligenz. In den letzten Jahren kam auch noch ein überragender Abschluss hinzu. Der 1,89 Meter große Linksschütze hilft Deutschland auch im Powerplay, von wo Draisaitl mit seinem „Burgerflipper“ (Spitzname für seine lange Schlägerkelle) bevorzugt in der „Rockstar Zone“ (Bereich rund um den rechten Faceoff-Kreis) per Direktabnahme abzieht und trifft.

Die besten Momente von All-Star Leon Draisaitl

Tim Stützle (Ottawa Senators)

Stützle ist das Gesicht der Ottawa Senators und dort der teuerste Spieler der Franchise-Geschichte (im Schnitt 8,35 Mio. US-Dollar pro Jahr). Gut angelegtes Geld, denn der Mittelstürmer verfügt über enormes Tempo, Finesse, Spielwitz und Scoring-Touch. Der 22-Jährige aus Viersen konnte in den letzten Jahren auch seine Physis, sein Defensivspiel und seine Faceoffs verbessern und ist nun ein kompletter Center, der Team Deutschland als torgefährlicher Spielmacher auf ein neues Niveau heben wird. Stützle könnte sowohl eine eigene Reihe centern, als auch an der Seite von Draisaitl auf dem Flügel agieren. Auch dürfte er in allen Special Teams gesetzt sein.

JJ Peterka (Buffalo Sabres)

Peterka weist ebenfalls eine gewaltige Entwicklung vor. Schon zu DEL-Zeiten in München war der Flügelstürmer als emsiger Offensivmotor ein gefragter Zwei-Wege-Spieler. Bei den Buffalo Sabres in der NHL steigerte sich der 22-jährige Münchner noch einmal in Sachen Tempo, Offensivpower und Schusstechnik. Deutschland darf sich auf einen schnelles Energiepaket in den Top-6-Reihen sowie im Powerplay und im Penalty Killing freuen.

Lukas Reichel (Chicago Blackhawks)

Ein pfeilschneller Offensivgeist ist Lukas Reichel von den Chicago Blackhawks. Bevor der 21-jährige Nürnberger den Sprung nach Nordamerika wagte, wurde er 2021 noch einmal Deutscher Meister mit den Eisbären Berlin. Nach zwei geteilten Spielzeiten in der NHL und AHL hat der 1,83 Meter große Linksschütze den NHL-Durchbruch geschafft und zählt dauerhaft zum Kader der Blackhawks. In Chicago dürfte Reichel in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle einnehmen und der deutschen Nationalmannschaft mit seinem Tempo und seiner Spielstärke auch bei Olympia einen besonderen Kick geben.

CHI@DET: Reichel erzielt das Tor zum 1:1

Nico Sturm (San Jose Sharks)

Musterprofi, Vorbild, Nico Sturm. Der 28-jährige Augsburger wird nicht nur im Kreis der Nationalmannschaft, sondern auch seit vielen Jahren in der NHL als hart-arbeitender Bottom-Six-Center geschätzt. 2022 gewann der Blondschopf mit der Colorado Avalanche den Stanley Cup. Ein Jahr später gab er sein WM-Debüt für Deutschland und war in einer offensiveren Rolle als in der NHL einer der Top-Spieler beim Gewinn der Silbermedaille. Bei den Olympischen Spielen wäre der 1,91 Meter große Linksschütze auch ein hochkarätiger Penalty-Killer und Faceoff-Experte.

Marcel Noebels (Eisbären Berlin)

Noebels wurde zwar im Jahr 2011 in der 4. Runde an 118. Stelle von den Philadelphia Flyers gedraftet, spielte aber nie in der NHL (95 AHL-Spiele in zwei Jahren bei den Adirondack Phantoms). Stattdessen eroberte der 31-Jährige aus Tönisvorst die DEL im Sturm, wurde schon Spieler des Jahres, Stürmer des Jahres und zweimal Deutscher Meister mit den Eisbären Berlin. Noebels ist ein kreativer Spieler mit einem ausgezeichneten Pass, kann aber auch selbst abschließen. Im Meister-Jahr 2021 bildete er übrigens eine brandgefährliche Sturmreihe mit Leo Pföderl und Lukas Reichel – eine klickende Linie, die so auch bei den Olympischen Spielen 2026 aufgestellt werden könnte.

WEITERE KANDIDATEN FÜR DEN 23-MANN-KADER

Dustin Strahlmeier (Tor, Grizzlys Wolfsburg), Kai Wissmann (Verteidigung, Eisbären Berlin), Marcel Brandt (Verteidigung, Straubing Tigers), Leon Hüttl (Verteidigung, ERC Ingolstadt), Leo Pföderl (Sturm, Eisbären Berlin), Matthias Plachta (Sturm, Adler Mannheim), Marc Michaelis (Sturm, EV Zug), Dominik Kahun (Sturm, SC Bern), Justin Schütz (Sturm, Kölner Haie), Tobias Rieder (Sturm, Växjö Lakers), Frederik Tiffels (Sturm, Eisbären Berlin)

DIE MÖGLICHE AUFSTELLUNG

Tor:

Philipp Grubauer, Matthias Niederberger, Dustin Strahlmeier

Verteidigung:

Leon Gawanke – Moritz Seider

Maksymilian Szuber – Kai Wissmann

Marcel Brandt – Korbinian Holzer

Leon Hüttl

Sturm:

Tim Stützle – Leon Draisaitl – JJ Peterka

Leo Pföderl – Lukas Reichel – Marcel Noebels

Matthias Plachta – Marc Michaelis – Dominik Kahun

Justin Schütz – Nico Sturm – Tobias Rieder

Frederik Tiffels

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