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Die Edmonton Oilers brauchten einen Sieg - und Leon Draisaitl lieferte diesen. Mit zwei Toren und drei Assists war der Deutsche der Matchwinner beim 5:4 nach Verlängerung gegen die Ottawa Senators. Nach einem Torfestival im dritten Drittel gelang den Oilers der vierte Comeback-Sieg dieser Saison. „Wir wissen, dass wir gegen jedes Team zurückkommen können“, sagt Evan Bouchard, der in der Overtime den Siegtreffer erzielte.

Bereits das erste Drittel war spektakulär. Zweimal gelangten die Senators durch Treffer von Dylan Cozens (4.) und Drake Batherson (7.) in Führung, beide Male sorgte Draisaitl (6., 17.) für den Ausgleich. 

Im zweiten Abschnitt zogen die Senators zunächst davon. Drake Batherson (25.) traf zum 3:2. Und als Michael Amadio nur 41 Sekunden später mit dem 4:2 nachlegte, schien alles auf einen Sieg der Senators hinauszulaufen. Doch die Oilers legten ein starkes Schlussdrittel hin, glichen durch Ryan Nugent-Hopkins (42.) und den späten Treffer von Zach Hyman (59.) aus und retteten sich in die Verlängerung.

OTT@EDM: Draisaitl führt die Oilers mit einem Fünf-Punkte-Spiel zum Sieg

Comeback-Siege sind „kein Erfolgsrezept“

„Ich denke, wir haben im dritten Drittel einen guten Job gemacht, indem wir sie unter Druck gesetzt haben und unser Spiel relativ einfach gehalten haben“, sagt Draisaitl, der aber dennoch warnt: „Man sollte nicht zu oft in solche Situationen geraten. Man kann nicht bis ins dritte Drittel hinein einem Rückstand hinterherlaufen. Das ist kein Erfolgsrezept.“ 

In der Verlängerung wusste Edmonton das Powerplay zu nutzen. Über Draisaitl und Connor McDavid gelangte der Puck zu Bouchard, der in der zweiten Minute der Verlängerung per One-Timer traf. „In dieser Situation nimmt man jeden Punkt mit, den man kriegen kann“, sagt Draisaitl. „Es gibt sicherlich viele positive Aspekte an diesem Spiel. Aber es gibt auch einiges, was wir verbessern müssen.“

Grundsätzlich ist es für jede Mannschaft eine Herausforderung, nach Rückständen zurück ins Spiel zu finden. „Es ist anstrengend, aber dafür werden wir bezahlt“, so der Deutsche. „Ich denke, wir können es uns als Gruppe einfach ein bisschen leichter machen.“ Klar ist aber auch, dass eine Mannschaft aus Comeback-Siegen viel Selbstvertrauen zieht. 

„Wir sind dazu in der Lage, das hinzubekommen. Und das werden wir auch wieder tun“, so Draisaitl, der sein erstes Fünf-Punkte-Spiel seit dem 13. Dezember 2022 absolvierte. „Aber langfristig gesehen ist das kein Erfolgsrezept, wenn man ganz oben mitspielen will. Das möchte man nicht jeden Abend oder jeden zweiten Abend haben, wenn man in den Playoffs spielt.“ 
Draisaitl spielt siebte 90-Punkte-Saison

Umso wichtiger, einen Draisaitl in Bestform zu haben. Der 30-Jährige hat mit seinen fünf Scorer-Punkten erneut die Marke von 90 Punkten (33 Tore, 57 Assists) erreicht. Bemerkenswert: Er absolvierte bereits seine siebte Saison mit 90 oder mehr Punkten. Die einzigen anderen Spieler, die nicht in Nordamerika geboren wurden und ebenso viele 90-Punkte-Saisons vorweisen können, sind Jaromir Jagr (10), Jari Kurri (8) und Peter Stastny (7).

Neben Draisaitl zählte Verteidiger Bouchard mit einem Assist und dem späteren Siegtreffer zu den Helden dieses Spiels. „Er ist so gut, wie man nur sein kann“, lobte Draisaitl. „Er steht auf der selben Stufe wie Makar und Hughes. Aber er macht das auf seine eigene Art und Weise. Das ist bei ihm vielleicht nicht so spektakulär wie bei den anderen – aber er erledigt seine Aufgaben. Er ist einer der besten Verteidiger in der Liga. Er bewegt sich schon seit Jahren auf einem hohen Niveau. Aber jetzt hat er offenbar noch einen weiteren Schritt gemacht.“

Oilers überholen Kraken, Senators verlieren Anschluss

Die Oilers überholten durch den Sieg die Seattle Kraken und belegen nun den dritten Platz in der Pacific Division. Die Senators hingegen haben bereits sechs Punkte Rückstand auf den zweiten Wildcard-Platz im Osten, der aktuell von den Boston Bruins belegt wird. Dementsprechend bedauerlich ist es aus ihrer Sicht, einen Punkt leichtfertig hergeschenkt zu haben.

„Ich fand, wir haben 40 Minuten gut gespielt und dann im dritten Drittel einfach etwas zu viel nachgelassen“, sagte Flügelstürmer Michael Amadio. Trainer Travis Green fand ebenfalls kritische Worte: „Im dritten Drittel haben wir uns ein bisschen zu sehr zurückgelehnt. Wir müssen immer noch versuchen, zu punkten. Das haben wir nicht ausreichend gemacht. Zumindest sollte man den Puck wollen und mit ihm skaten, um die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Aber stattdessen haben wir den Gegner zu oft in unsere Zone kommen lassen.“

Punktegarant Stützle

Immerhin ist auf Tim Stützle weiterhin Verlass. Mit seinen zwei Assists baute er seine Punkteserie auf zehn Spiele (sechs Tore, acht Assists) aus. Der deutsche Stürmer verbuchte sein 99. Spiel mit mehreren Scorerpunkten und zog dadurch mit Dany Heatley auf Platz sechs der ewigen Scorerliste der Senators gleich. Mit seinen zwei Punkten überholte Stützle (391 Punkte) zudem Marian Hossa (390 Punkte) und belegt nun Platz acht in Ottawas ewiger Punkteliste.

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