Comeback-Siege sind „kein Erfolgsrezept“
„Ich denke, wir haben im dritten Drittel einen guten Job gemacht, indem wir sie unter Druck gesetzt haben und unser Spiel relativ einfach gehalten haben“, sagt Draisaitl, der aber dennoch warnt: „Man sollte nicht zu oft in solche Situationen geraten. Man kann nicht bis ins dritte Drittel hinein einem Rückstand hinterherlaufen. Das ist kein Erfolgsrezept.“
In der Verlängerung wusste Edmonton das Powerplay zu nutzen. Über Draisaitl und Connor McDavid gelangte der Puck zu Bouchard, der in der zweiten Minute der Verlängerung per One-Timer traf. „In dieser Situation nimmt man jeden Punkt mit, den man kriegen kann“, sagt Draisaitl. „Es gibt sicherlich viele positive Aspekte an diesem Spiel. Aber es gibt auch einiges, was wir verbessern müssen.“
Grundsätzlich ist es für jede Mannschaft eine Herausforderung, nach Rückständen zurück ins Spiel zu finden. „Es ist anstrengend, aber dafür werden wir bezahlt“, so der Deutsche. „Ich denke, wir können es uns als Gruppe einfach ein bisschen leichter machen.“ Klar ist aber auch, dass eine Mannschaft aus Comeback-Siegen viel Selbstvertrauen zieht.
„Wir sind dazu in der Lage, das hinzubekommen. Und das werden wir auch wieder tun“, so Draisaitl, der sein erstes Fünf-Punkte-Spiel seit dem 13. Dezember 2022 absolvierte. „Aber langfristig gesehen ist das kein Erfolgsrezept, wenn man ganz oben mitspielen will. Das möchte man nicht jeden Abend oder jeden zweiten Abend haben, wenn man in den Playoffs spielt.“
Draisaitl spielt siebte 90-Punkte-Saison
Umso wichtiger, einen Draisaitl in Bestform zu haben. Der 30-Jährige hat mit seinen fünf Scorer-Punkten erneut die Marke von 90 Punkten (33 Tore, 57 Assists) erreicht. Bemerkenswert: Er absolvierte bereits seine siebte Saison mit 90 oder mehr Punkten. Die einzigen anderen Spieler, die nicht in Nordamerika geboren wurden und ebenso viele 90-Punkte-Saisons vorweisen können, sind Jaromir Jagr (10), Jari Kurri (8) und Peter Stastny (7).
Neben Draisaitl zählte Verteidiger Bouchard mit einem Assist und dem späteren Siegtreffer zu den Helden dieses Spiels. „Er ist so gut, wie man nur sein kann“, lobte Draisaitl. „Er steht auf der selben Stufe wie Makar und Hughes. Aber er macht das auf seine eigene Art und Weise. Das ist bei ihm vielleicht nicht so spektakulär wie bei den anderen – aber er erledigt seine Aufgaben. Er ist einer der besten Verteidiger in der Liga. Er bewegt sich schon seit Jahren auf einem hohen Niveau. Aber jetzt hat er offenbar noch einen weiteren Schritt gemacht.“