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In der abgelaufenen Saison konnten einige NHL-Teams immer wieder darauf zählen, dass ein Spieler aus dem deutschsprachigen Raum den Puck im gegnerischen Tor unterbringt. Ganze 267-mal trafen die Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Michael Raffl steuerte als einziger Österreicher sieben Treffer bei, vier Spieler aus Deutschland erzielten 93 Tore, angeführt von Leon Draisaitl mit 55 Treffern und elf Schweizer sammelten gemeinsam 167 Treffer, wobei Timo Meier mit 35 der Spitzenreiter war.
Hier sind die Top 10 Saisontore von deutschsprachigen Spielern:
Leon Draisaitl, 3. November (1:0 vs. Nashville Predators)
Leon Draisaitl schoss diese Saison für die Edmonton Oilers gefühlt 50 Tore alleine mit einem Direktschuss aus spitzem Winkel, oft auf Vorlage seines kongenialen Partners Connor McDavid. Ein Paradebeispiel für Draisaitls Lieblingsschuss war am 3. November gegen die Nashville Predators zu sehen.

NSH@EDM: Draisaitl erzielt zwei Tore, Assist

McDavid kreiste im Powerplay durch das gegnerische Drittel, legte aus dem linken Bullykreis auf Ryan Nugent-Hopkins zurück und der leitete sofort zu Draisaitl in den rechten Bullykreis weiter. Der Kölner ließ sich nicht lange bitten und zog mit einem Knie auf dem Eis direkt zum 1:0 ab.
Kevin Fiala, 10. November (3:1 @ Arizona Coyotes)
Kevin Fiala hätte wohl alleine eine Liste der zehn schönsten Tore verdient, besonders nachdem Matthew Boldy bei den Minnesota Wild zu seiner Reihe stieß. Gemeinsam mit Frederick Gaudreau passten sie ihre Gegner regelmäßig schwindlig und sorgten für ein Highlight nach dem anderen. Doch bereits vor Boldys Ankunft wusste Fiala zu beeindrucken.

MIN@ARI: Fiala ist per Rückhand erfolgreich

Am 10. November bewies er gegen die Arizona Coyotes eine Hand-Auge-Koordination, die selbst in der NHL nicht selbstverständlich ist. Auf dem Weg zum Tor wollte er einen Doppelpass mit Kapitän Jared Spurgeon spielen, doch Verteidiger Shane Gostisbehere kam mit dem Schläger an Spurgeons Pass. Der Puck sprang neben dem Tor in die Luft und Fiala schlug die Scheibe knapp unterhalb der Latte akrobatisch ins Tor.
Moritz Seider, 6. November (4:3 @ Buffalo Sabres)
Der Gewinner der Calder Trophy für den besten Rookie der Saison fütterte sein Punktekonto diese Saison hauptsächlich mit Assists, doch gleich das erste der sieben Tore von Moritz Seider hatte es in sich.

DET@BUF: Seider schießt das entscheidende Tor

Beim Stand von 3:3 in der Verlängerung, wurde Seider an der blauen Linie der Sabres von Tyler Bertuzzi bedient. Er setzte sich an der Bande entlang gegen einen Verteidiger durch, zog nahe der Grundlinie zum Tor und jagte den Puck zum Sieg der Detroit Red Wings ins lange Eck.
Nino Niederreiter, 25. Oktober (3:1 vs. Toronto Maple Leafs)
Das Nino Niederreiter weiß, wie man Tore schießt, ist kein Geheimnis. Immerhin ist der 29-jährige Churer mit 181 Toren der erfolgreichste Schweizer Torjäger der NHL-Geschichte. In der abgelaufenen Saison waren unter seinen 24 Treffern einige sehenswerte Tore, wovon die Toronto Maple Leafs ein Lied singen können.

TOR@CAR: Niederreiter baut Hurricanes-Führung aus

Die Carolina Hurricanes führten bereits mit 2:1, als Jaccob Slavin an der blauen Linie der Maple Leafs einen Verteidiger ausspielte. Er entdeckte Niederreiter der neben dem Tor lauerte und gab den Puck ab. Der Schweizer zog die Scheibe in weitem Bogen um das Tor herum und schob ihn zur 3:1-Führung über die Linie.
Timo Meier, 17. Januar (6:1 vs. Los Angeles Kings)

LAK@SJS: Meier mit 5 Toren zum Sharks-Rekord

An manchen Tagen läuft einfach alles perfekt. So einen Tag erlebte Stürmer Timo Meier am 17. Januar, als er gegen die Los Angeles Kings den Franchise Rekord der San Jose Sharks für die meisten Tore in einem Spiel brach. Sein fünfter und letzter Treffer der Partie war nicht nur historisch, sondern auch schön anzusehen.
Ende des zweiten Drittels brachte Tomas Hertl den Puck ins Drittel der Kings und spielte einen Querpass zu Meier an den linken Bullykreis. Ein Verteidiger erwartete einen schnellen Schuss und warf sich in den Weg, doch Meier zog den Puck um den vorbeirutschenden Abwehrspieler herum und jagte die Scheibe aus dem Handgelenk ins Kreuzeck.
Roman Josi, 7. Dezember (2:0 vs. Detroit Red Wings)
Roman Josi arbeitete in der vergangenen Saison weiter an seinem Status als Legende. Mit 96 Punkten (23 Tore, 73 Assists) war er der beste Scorer und Vorbereiter unter allen Verteidigern der Liga, weshalb er einer der drei Finalisten bei der Wahl zum besten Verteidiger war. Was ihn zu einem außergewöhnlichen Offensivverteidiger macht, zeigte er gegen die Detroit Red Wings.

NSH@DET: Josi lässt Verteidigung stehen und trifft

Josi kam an der Mittellinie an den Puck und sah eine Lücke in der Abwehr. Er lief in gerader Linie durch drei Gegner hindurch. Selbst als ihm einer seiner Kontrahenten den Puck vom Schläger stocherte, kickte er die Scheibe zurück, spielte noch den Torwart aus und ließ seine Nashville Predators wie so oft jubeln.
Tim Stutzle, 23. Januar (2:1 @ Columbus Blue Jackets)
Tim Stützle verpasste mit den Ottawa Senators zwar die Stanley Cup Playoffs, mit seinen persönlichen Leistungen kann er aber zufrieden sein. Nach einem langsamen Start in die Saison verdoppelte er am Ende die Punktausbeute aus seiner Rookie-Saison mit 58 Punkten (22 Tore, 36 Assists) und sorgte für zahlreiche Highlights.

OTT@CBJ: Stützle schießt ein überragendes Tor

Gegen die Columbus Blue Jackets machte er es Josi gleich, marschierte geradewegs aus der neutralen Zone durch die Abwehr, legte aber vor Torwart Elvis Merzlikins noch auf die Rückhand und ließ dem Torhüter keine Chance.
Leon Draisaitl, 22. Januar (4:3 vs. Calgary Flames)
Direktschüsse sind bei weitem nicht Draisaitls einzige Qualität, auch er kann die gegnerische Abwehr mit einem Solo zerlegen. Eine solche Einzelleistung zeigte er ausgerechnet im Battle of Alberta gegen die Calgary Flames. Er ging an der Bande entlang beinahe bis zur Grundlinie, ließ einen Verteidiger stehen und zog vor das Tor, wo er mit viel Geduld abwartete, bis der Torhüter aus seiner Position war und den Puck einfach hinter ihm über die Linie schob.

CGY@EDM: Draisaitl trickst und trifft

Nico Hischier, 9. April (2:1 @ Dallas Stars)
Mit Nico Hischier stellte ein weiterer Spieler persönliche Bestwerte auf. 60 Punkte, 21 Tore und 39 Assists standen am Ende der Saison in seiner Statistik, alles persönliche Rekorde für den Kapitän der New Jersey Devils. Ein besonders sehenswerter Treffer gelang ihm gegen die Dallas Stars.

NJD@DAL: Hischier und Zacha treffen spät in 10 Sek.

Als sich die Devils im Drittel der Stars festgesetzt hatten, lief Hischier mit dem Puck hinter dem Tor herum, Stars-Stürmer Tyler Seguin war ihm aber hartnäckig auf den Fersen. Um ihn abzuschütteln, zeigte Hischier seine läuferische Klasse mit einer engen Wende, zog zum Tor und feuerte den Puck ins kurze Eck.
Roman Josi, 13. März (2:1 @ Minnesota Wild)
Josi schaffte es ein weiteres Mal in die Top 10 und vermutlich auch in die Alpträume der Minnesota Wild. Am 13. März erzielte er bei einem 6:2-Sieg der Predators zwei Tore und zwei Assists. Den klaren Sieg leitete er beim Stand von 1:1 mit einem Traumtor ein. Von der blauen Linie lief er durch den kompletten Slot, schirmte den Puck gegen Minnesotas Ryan Hartman ab und überwand Kaapo Kahkonen im Tor mit einem satten Rückhandschuss.

NSH@MIN: Josis 2-Tore-Spiel hilft Predators zum Sieg