Während in der NHL die reguläre Saison 2019/20 seit dem 12. März aufgrund der Bedenken im Zusammenhang mit dem Coronavirus pausiert, liefert NHL.com/de weiterhin eigene Storys. In einer Serie erinnern wir an die Pioniere aus Deutschland, der Schweiz und Österreich in den 31 NHL-Klubs. In dieser Folge: Pittsburgh Penguins.

Wenn es einen deutschsprachigen Spieler gibt, der die Penguins entscheidend geprägt hat, dann ist das zweifelsohne Tom Kühnhackl. Mit dem Landshuter Flügelstürmer holte Pittsburgh in den Jahren 2016 und 2017 zweimal in Folge den Stanley Cup. Es waren die bis heute letzten beiden Titel der Stahlstädter, die es zusammen mit ihren Triumphen von 1991, 1992 und 2009 auf insgesamt fünf Stanley-Cup-Siege bringen.

Kühnhackl acht Jahre in der Organisation der Penguins

Kühnhackl verbrachte alles in allem acht Jahre in der Organisation der Penguins, die sich im NHL Draft 2010 in der 4. Runde an 110. Stelle für ihn entschieden. Zuvor war der Linkschütze bei seinem Heimat-Verein EV Landshut ausgebildet worden, spielte in der 2. Liga für die Landshut Cannibals und schnupperte in vier Spielen DEL-Luft bei den Augsburger Panthern. Nachdem sich Pittsburgh die Rechte an Kühnhackl gesichert hatte, musste sich dieser noch fünf Jahre in der OHL (Windsor Spitfires, Niagara IceDogs), ECHL (Wheeling Nailers) und AHL (Wilkes-Barre/Scranton Penguins) bewähren, ehe 2015 der Anruf aus der NHL kam.

Gleich in seinem Debüt-Jahr in der besten Eishockey-Liga der Welt durfte Kühnhackl in der regulären Saison in 42 Spielen auflaufen, schoss fünf Tore und gab zehn Assists. Weitere Spielpraxis holte er sich bei Wilkes-Barre/Scranton, dem AHL-Farmteam (23 Partien, sieben Tore, acht Assists). Bis zum Beginn der Stanley Cup Playoffs hatte sich der 1,87 Meter große und 89 Kilogramm schwere Niederbayer als harter Arbeiter einen festen Platz im NHL-Kader erkämpft. Pittsburgh beendete die Hauptrunde 2015/16 auf dem zweiten Platz in der Metropolitan Division (48-26-8) und war auch in den Playoffs nicht zu stoppen, nicht von den New York Rangers in der 1. Runde (4:1), nicht von den Washington Capitals in Runde zwei (4:2), nicht von den Tampa Bay Lightning im Eastern-Conference-Finale (4:3) und schließlich auch nicht von den San Jose Sharks im Stanley-Cup-Finale (4:2). Kühnhackl war in allen 24 Endrunden-Spielen im Einsatz und ebnete mit zwei Toren und drei Assists den Weg zum "Heiligen Gral".

In der Folgesaison sollte Pittsburgh dieses Kunststück wiederholen. Kühnhackl blieb das ganze Jahr in der NHL und absolvierte 57 Partien in der Hauptrunde (vier Tore, zwölf Assists) sowie deren elf in den Playoffs (ein Tor, ein Assist). Die Penguins qualifizierten sich erneut als Zweiter in der Metropolitan Division für die Playoffs (50-21-11) und räumten auf dem Weg zur Titelverteidigung die Columbus Blue Jackets (4:1), Washington Capitals (4:3) und Ottawa Senators (4:3) aus dem Weg, ehe im Stanley-Cup-Finale die Nashville Predators besiegt wurden (4:2). Kühnhackl war erneut im Eishockey-Olymp.

Nach einem weiteren Jahr (69 Spiele, zwei Tore, sechs Assists) verließ Kühnhackl die Penguins und heuerte als Free Agent bei den New York Islanders an, wo er die vergangenen beiden Spielzeiten verbrachte (2018/19: 36 Spiele, 4-5-9; 2019/20: 28 Spiele, 3-3-6).

Kurze Station für Kahun, Ehrhoff, Greiss und Goc

So lange wie Kühnhackl spielte bislang kein anderer Spieler aus dem deutschsprachigen Raum (D/A/CH) für die Penguins. Jeweils eine Saison liefen die deutschen Nationalspieler Dominik Kahun, Christian Ehrhoff und Thomas Greiss für Pittsburgh auf. Kahun wurde 2019 zusammen mit einem Fünftrunden-Draftpick im Austausch für Verteidiger Olli Maatta von den Chicago Blackhawks geholt und machte 50 Spiele (10-17-27), ehe er kurz vor der Trade-Deadline im Gegenzug für Evan Rodrigues und Conor Sheary zu den Buffalo Sabres getradet wurde.

Verteidiger Ehrhoff und Torwart Greiss wechselten beide im Jahr 2014 als Free Agents nach Pittsburgh. Ehrhoff, der zuvor in Buffalo spielte, bestritt 49 Spiele (3-11-14), ehe er nach der Saison 2014/15 zu den Los Angeles Kings weiterzog. Greiss stand in 20 Spielen zwischen den Penguins-Pfosten (2,59 Gegentore/Spiel, 90,8 Prozent Fangquote), bevor er sich den New York Islanders anschloss.

PIT@DET: Kahun zeigt einen tollen Trick und trifft

Ein Jahr lang, allerdings über zwei Saisons verteilt, schnürte Center Marcel Goc die Schlittschuhe für die Penguins: Während der Saison 2013/14 kam er von den Florida Panthers zum Klub aus Pennsylvania (zwölf Spiele, 0-2-2). Die Folgespielzeit 2014/15 begann er in Pittsburgh (43 Spiele, 2-4-6), wurde dann aber zu den St. Louis Blues getauscht.

Und es gibt einen weiteren Deutschen, der seine Spuren bei den Penguins hinterlassen hat. Verteidiger Sven Butenschön wurde 1994 in der 3. Runde an 57. Stelle von Pittsburgh gedraftet und kam zwischen 1997 und 2001 in vier Jahren auf 33 Spiele und einen Assist. Butenschön war sozusagen der deutschsprachige Pionier bei den Penguins.

Kein Österreicher, aber ein Schweizer

Ein Österreicher spielte bislang nicht in Pittsburgh - dafür aber ein Schweizer: Verteidiger Mark Streit wechselte kurz vor der Trade-Deadline 2017 von den Philadelphia Flyers zum Lokalrivalen und lief in der Saison 2016/17 noch in 19 Hauptrunden-Spielen (1-5-6) sowie in drei Playoffs-Partien (0-2-2) für die Penguins auf und gewann zusammen mit Kühnhackl den Stanley Cup.