SJS@ANA: Meiers 2 Tore im 2. Drittel

Timo Meier hat sich mit seinen 26 Jahren zu einem der Top-Spieler der San Jose Sharks entwickelt. Auch am Freitag, als die Sharks bei den Anaheim Ducks mit 4:5 nach Overtime unterlagen, war auf Meier Verlass. Der Angreifer steuerte zwei Tore bei und punktete damit in acht der vergangenen zehn Partien. Eine Konstanz die den Sharks als Mannschaft fehlt.

Für San Jose läuft die Saison nicht wie erhofft. Das Team aus Kalifornien rangiert in der Pacific Division auf dem vorletzten Rang und muss sich nach der Niederlage gegen die Ducks eher mit dem Blick in den Rückspiegel befassen als mit einem potenziellen Angriff auf die Wildcard-Plätze.
Eigentlich begann die Partie für die Gäste nach ihrem Geschmack. Matt Nieto stellte bereits nach 38 Sekunden auf 1:0 (1.). Steven Lorentz erhöhte nach etwas mehr als sechs Minuten auf 2:0 (7.). Noch vor der Pause konnten die Ducks jedoch ausgleichen. Der Anschluss von Trevor Zegras fiel dabei nur 35 Sekunden nach dem 2:0.
In der Folge sorgte Meier zweimal für die Führung, die Mason McTavish zweimal egalisierte. Von David Quinn gab es für die Reihe um Meier ein Sonderlob nach der Partie: "Die Reihe war sehr gut. Sie hat den ganzen Abend Druck gemacht und in der Offensive für uns Chancen kreiert. Das ist es, was wir von ihnen brauchen. Sie haben ihren Job auf den Punktezetteln erledigt."
In der Overtime war es John Klingberg, der nach etwas mehr als einer Minute die Entscheidung herbeiführte und den Meier-Doppelpack jedoch fast wertlos machte.
Es war das dritte Mal, dass es im kalifornischen Duell zwischen Anaheim und San Jose nach 60 Minuten keinen Sieger gab. Alle diese Begegnungen gingen dann nach Overtime oder Shootout an die Ducks. Auch über die Saison hinaus ist die Extra-Spielzeit beim Aufeinandertreffen von San Jose und Anaheim üblich. In fünf der vergangenen sechs Spielen genügten den Kontrahenten die drei Drittel nicht, um einen Sieger zu ermitteln.

ANA 5, SJS 4 - F/OT

Für Meier war es das vierte Match mit zwei oder mehr Toren in der laufenden Saison. Der Schweizer ist keiner der Akteure, die, wenn sie treffen, gleich mehrfach einnetzen. Er steht eher für konstantes Scoring, auf das sich der Trainer und die Kollegen in jedem Match verlassen können.
In der laufenden Saison blieb der in Herisau geborene Stürmer 13-Mal ohne eigenen Punkt. Beachtlich dabei ist, dass sieben dieser punktlosen Matches aus den ersten neun Begegnungen der Spielzeit rühren. In der Anfangsphase konnte er lediglich zum Saisonauftakt gegen die Nashville Predators und am 20. Oktober gegen die New York Rangers punkten.
Auf den ersten Saisontreffer musste Meier bis zum 27. Oktober warten, als er gegen die Toronto Maple Leafs einnetzen konnte. Der späte erste Saisontreffer schien für Meier ein wahrer Knotenlöser gewesen zu sein. In der Folge punktete er in sieben aufeinanderfolgenden Spielen und sammelte dabei zwölf Punkte (7 Tore, 5 Vorlagen). Es war der Auftakt für eine, zumindest persönliche, Erfolgsgeschichte.
Auch weiterhin konnte Meier besonders mit Konstanz glänzen. Wie ein Schweizer Uhrwerk durften sich alle Sharks auf Punkte von ihm verlassen. Nach der Auftaktflaute blieb Meier in 30 Matches nur sechsmal ohne Tor oder Vorlage. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass für den Rechtsaußen auf keines der punktlosen Spiele ein zweites ohne Scoring folgte.
Mittlerweile steht Meier nach 40 absolvierten Partien bei 40 Punkten. Dabei war er 23-Mal selbst als Torschütze erfolgreich und legte 17 weitere Treffer auf. Seine Trefferanzahl genügt für den geteilten neunten Rang unter den Top-Torjägern. Damit liegt er sogar vor Leon Draisaitl, der 22-Mal einnetzen konnte.
Sollte Meier mit der Geschwindigkeit weiter punkten, käme er zum Saisonende auf 47 Treffer und 35 Vorlagen. Mehr Punkte und Tore konnte er in seiner NHL-Karriere noch nicht erzielen. Die Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren zeigt deutlich, dass Meier sich in der NHL als einer der Top-Spieler etabliert hat. Er führt eine strauchelnde Sharks-Mannschaft unter den Angreifern als bester Punktesammler an. Lediglich Erik Karlsson konnte noch häufiger auf dem Spielbericht auftauchen.

Meier Goal vs ANA

Der Verteidiger ist mit 13 Toren und 41 Vorlagen in der besten Verfassung, seit er nach San Jose gewechselt ist. Ligaweit ist er mit Nikita Kucherov der zweitbeste Vorlagengeber. Einzig Connor McDavid legte noch einen Treffer mehr auf (42).
Besonders in den vergangenen 14 Matches wusste Karlsson zu überzeugen. Er sorgte mit zwei Toren und 19 Vorlagen und Punkten in jedem der Spiele für einen neuen Franchise-Rekord. Gleichzeitig ist er erst der siebte Verteidiger, der in den vergangenen 30 Jahren, einen solch langen Scoring-Streak in der NHL feiern konnte.
In jeder der Partien legte er einen Treffer auf und ist damit der fünfte Blueliner in der Liga-Historie, dem eine solche Vorlagenserie gelang. Er findet sich damit in Gesellschaft von prominenten Namen wie Paul Coffey, Brian Leetch, Phil Housley und Bobby Orr wieder.
All die persönlichen Erfolge, seien es die von Meier oder von Karlsson, helfen den Sharks aktuell jedoch nicht dabei ihre eigene Konstanz zu finden. Eine 3-4-3-Bilanz aus den vergangenen zehn Begegnungen ist die schwächste Ausbeute der Divisionsteams in diesem Zeitraum. Der erhoffte Aufwind in Richtung einer Playoff-Chance bleibt aus und ein weiteres Jahr ohne Sharks in der Schlussrunde scheint kaum mehr abzuwenden.
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