Meier toppt zum dritten Mal die Marke von 20 Toren

Die vergangene Saison war bitter für Timo Meier und seine San Jose Sharks. Nach vier Jahren unter den besten Teams der Western Conference und vier Teilnahmen an den Stanley Cup Playoffs, hielten die Sharks mit 63 Punkten aus 70 Spielen (29-36-5) die rote Laterne in der Conference.
In dieser schwachen und zerfahrenen Saison mit einem Trainerwechsel und zahlreichen Verletzungen von Leistungsträgern wie Erik Karlsson, Logan Couture und Tomas Hertl, war Meier einer der wenigen Lichtblicke in der Mannschaft.

Der 24-jährige Außenstürmer aus Herisau führte das Team am Ende der Saison mit 49 Punkten (22 Tore, 27 Assists) an, war der zweitbeste Torschütze und drittbeste Vorbereiter des Teams. Am 28. Dezember erzielte er gegen die Philadelphia Flyers zudem seinen ersten NHL-Hattrick. Dank dieser Leistungen wurde er zum Spieler des Jahres der Sharks gewählt.
Im Vergleich zu seiner vorherigen Saison scheinen diese Zahlen nicht grandios. In der Saison 2018/19 verbuchte er immerhin 66 Punkte (30 Tore, 36 Assists). Gründe für die liegengelassenen Punkte im Vergleich zur Vorsaison gibt es jedoch genug. Nach einem schwachen Start kehrte bei den Sharks nie wirklich Ruhe ein. Meier spielte die gesamte Saison über mit ständig wechselnden Partnern in seiner Reihe, was es unmöglich machte einen Rhythmus zu finden und die richtige Chemie mit seinen Mitspielern zu entwickeln. Zudem hatten die Sharks in der gesamten Liga mit 180 Toren die viertschlechteste Offensive. Wenn der gesamte Angriff nicht ins Laufen kommt, haben es selbst außergewöhnliche Stürmer schwer, ihre Statistik in die Höhe zu treiben.
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Meier selbst will von Statistiken jedoch ohnehin nichts hören. Selbst seine 66 Punkte vor zwei Jahren, mit denen er immerhin einen Rekord für Schweizer in der NHL aufstellte, tat er wie eine bloße Randnotiz ab. Der ruhige Schweizer hat bereits die nächste Saison im Visier und will die vergangene Spielzeit mit Leistungen wie in den vier vorherigen Jahren so schnell wie möglich vergessen machen.
"Ich bin kein Mensch, der stark und lange nachtrauert", ließ Meier in einem Interview mit der Luzerner Zeitung wissen. "Ich versuche, mich auf die Zukunft zu konzentrieren und auf das, was ich beeinflussen kann."

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Entsprechend dieser Devise ruht sich Meier nicht auf den Lorbeeren der Wahl zum Spieler des Jahres, seinem Schweizer Rekord, oder seiner Position als Topscorer aus. Er sieht sich selbst in der Pflicht, zu einem besseren Spieler zu werden und damit eine erneute Enttäuschung in der anstehenden Saison zu verhindern. Trotz seiner guten Saison sieht Meier immer noch Schwächen bei sich.
"Zum Beispiel bei der Beweglichkeit", nannte Meier ein Manko seines Spiels. "Ich will mich aber in allen drei Zonen verbessern - in der defensiven, neutralen und offensiven. Das braucht es, um mein Ziel zu erreichen, ein kompletter Spieler zu werden."
Die Arbeitsmoral und Motivation des jungen Starstürmers ist bewundernswert und vielversprechend. Genau das brauchen und erwarten die Sharks aber auch von ihm, immerhin soll er als offensiver Schlüsselspieler eine der Führungsrollen der Mannschaft einnehmen. Meier hat dabei große Pläne, die jedem Spieler der Mannschaft alles abverlangen.
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"Unser großes Ziel ist der Gewinn des Stanley Cup", erklärte Meier. "Das schaffen wir nur über den Teamerfolg. Ich möchte dazu noch mehr beitragen, indem ich in den entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen treffe, Verantwortung übernehme und die Mannschaft so besser mache. Ich finde, dass ich als Teamspieler nochmals einen Schritt machen muss."
Wenn jeder Spieler der Sharks mit so einer Einstellung antritt, könnte es mit der Rückkehr in die Playoffs klappen. Was in der kommenden Saison, für deren Beginn noch kein offizieller Termin bekannt gegeben wurde, in San Jose passieren wird, ist noch ungewiss. Es gibt viele Fragezeichen und von einer Wiederholung dieser historisch schlechten Saison, bis zum Kampf um die Playoffs und den Cup scheint alles möglich. Eine Sache, die jedoch beinahe sicher zu sein scheint, ist das Meier erneut der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive der Mannschaft sein wird und für einige der spektakulärsten Szenen ihrer Saison sorgen dürfte.