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Jonathan Bernier hatte ein großartiges Spiel gemacht und alle 22 Schüsse der Dallas Stars pariert, als er sich bei einer Kollision mit seinem Verteidiger Patrik Nemeth und Stars-Stürmer Denis Gurianov eine Verletzung zuzog. Somit kehrte der deutsche Torwart Thomas Greiss auf das Eis zurück, der zuletzt nur noch die Nummer 2 gewesen ist und in den vorherigen drei Begegnungen lediglich zuschauen konnte. Doch ein guter Backup zeichnet sich eben dadurch aus, dass er zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird. "Das war eine schwierige Situation für Greiss. Aber unsere Jungs mögen ihn sehr und er kam in die Partie und hat einen tollen Job gemacht", lobte Trainer Jeff Blashill.

Greiss parierte 16 der 18 Schüsse, die auf sein Tor abgegeben wurden. Bei den beiden Gegentreffern war er chancenlos. In der 50. Minute zog Denis Gurianov aus mittlerer Distanz ab, Roope Hintz tauchte direkt vor dem Tor von Greiss auf und fälschte den Puck unhaltbar ab. Genauso unhaltbar war der Anschlusstreffer zum 2:3, der sich in der 59. Minute ereignete, als die Stars den Torwart herausnahmen und somit einen Feldspieler mehr auf dem Eis hatten. Jason Robertson gab einen strammen Schuss von der blauen Linie ab und Jason Dickinson fälschte diesen ab, sodass Greiss, dessen Sicht ohnehin durch mehrere Spieler versperrt war, nicht mehr reagieren konnte. Doch das Wichtigste war: Die Red Wings retten danach das 3:2 gegen den Vorjahres-Finalisten über die Zeit.
Für Greiss war dies seine 300. Partie in der NHL. 265 dieser Spiele hatte er als Starter absolviert, 35 Spiele als Einwechselspieler. In dieser Zeit gab es 139 Siege zu feiern. In der laufenden Saison hatte Greiss bislang eher wenig Grund zur Freude: 18 Einsätze hatte er im Dienst der Red Wings bislang, 15 Mal stand er von Anfang an auf dem Eis. Lediglich zwei Siege gelangen dabei. Doch es besteht gute Hoffnung, dass in der laufenden Spielzeit noch zahlreiche Triumphe hinzukommen. Detroit befindet sich nämlich in einer überraschend starken Verfassung.

DAL@DET: Fabbri erzielt alle drei Tore der Red Wings

John Klingberg, der Verteidiger der Dallas Stars, attestiert den Red Wings eine starke Entwicklung: "Sie sind eine andere Mannschaft als die, die wir zu Beginn der Saison gesehen haben. Sie spielen viel besser und es ist schwer, gegen sie zu spielen. Das ist eine gute Mannschaft." Die Red Wings haben nun in vier der letzten fünf Spiele gepunktet und drei dieser Partien gewonnen. Besonders beeindruckend ist, welch starke Gegner sie in dieser Phase bezwungen haben. Zwei Mal punkteten sie gegen den Titelverteidiger Tampa Bay Lightning. Dann beendeten sie die über acht Spiele andauernde Siegesserie der Carolina Hurricanes. Nun wurde mit den Stars der Finalist aus dem Vorjahr bezwungen.
Der große Held des Spiels war Robby Fabbri, der alle drei Tore erzielte. Für den Center war dies der zweite Hattrick seiner Karriere. Das erste Mal gelang ihm dies noch im Dienst der St. Louis Blues beim 6:3 gegen die Philadelphia Flyers am 28. Dezember 2016. "Wir haben viel Spaß", sagt Fabbri. "Ich hatte mich total gefreut, hierher zu kommen, und es ist großartig, dass diese Gruppe mit jedem Spiel besser und besser wird." Der Spielmacher wurde am 7. November 2019, also fünf Monate nach dem Gewinn des Stanley Cups mit St. Louis, zu den Red Wings getradet.
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Bis dahin hatte Fabbri mit großem Verletzungspech zu kämpfen. Die damaligen drei Tore gegen die Flyers waren gleichzeitig seine letzten Tore der Saison, bevor er eine Knieverletzung erlitt, die ihm den Rest der Saison 2016/17 und die komplette Saison 2017/18 kostete. "Als er hierher kam, hatten wir ein Gespräch, weil er so viele Verletzungen hatte und nicht der schnellste oder stärkste Mann war", erinnert sich Detroits Trainer Blashill. "Um ein effektiver Spieler zu sein, muss er sicherstellen, dass er sehr, sehr wettbewerbsfähig ist, um Schlachten zu gewinnen. Er hat das für uns konsequent getan, und ich habe eine Menge Respekt vor seiner Spielweise."
Bereits am Samstag kommt es zum erneuten Duell zwischen den Red Wings und den Stars (7:00 pm ET, NHL.tv, Sonntag 0:00 am MEZ). Ob Bernier dann wieder im Tor stehen könnte oder Greiss erneut seinen Platz zwischen den Pfosten einnimmt, konnte Blashill noch nicht prognostizieren. "Momentan weiß ich noch nicht mehr als sie", sagte er gegenüber einem fragenden Journalisten. "Morgen werde ich mehr wissen."