Der Auslöser für diese Entscheidung war folgender: Im Februar hatte Greiss mit einer Beileidsbekundung auf Instagram für einen verstorbenen und umstrittenen US-Radiomoderator erneut heftige Irritationen in Deutschland ausgelöst. Wegen der Nichtberücksichtigung durch den DEB entbrannte andererseits eine Diskussion über die Meinungsfreiheit. Was drückt ein "Like" oder Post aus und was eben nicht unbedingt? Sogar in der Bundespressekonferenz wurde der Fall Greiss diskutiert.
Der Sportdirektor des DEB, Christian Künast, machte dennoch deutlich, dass die Tür zur deutschen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Lettland und wohl auch darüber hinaus für Greiss zu ist. Solange die aktuelle sportliche Leitung die Verantwortung habe, werde keine Einladung mehr an Greiss erfolgen.
Erleichtert hat dem DEB diese Entscheidung, dass es in der DEL genug gute Torhüter gibt, die auf internationalem Niveau ihren Mann stehen können und weniger Aufmerksamkeit abseits vom Eis auf sich ziehen.
Nach einem schwierigen Beginn ist Greiss in Detroit angekommen. Vom Saisonstart bis zum 29. März waren seine Zahlen mäßig. Nur zwei Siege (2-14-4) aus 21 Spielen, eine Fangquote von 88,5 Prozent und ein Gegentorschnitt von 3,51 pro Spiel waren ein Indikator für die Anfangsschwierigkeiten bei dem Ziel, ein starker Rückhalt für das im Neuaufbau befindliche Team zu sein. Mittlerweile hat sich das geändert. Greiss sollte daher auch in der Saison 2021/22 ein zentraler Baustein der Red Wings bleiben. Mit dem jungen Verteidiger Moritz Seider dürfte dann ein weiterer deutscher Spieler nach Detroit kommen.
Vielleicht schreiben beide gemeinsam viele sportliche Schlagzeilen, indem sie die Defensive der Red Wings weiter stabilisieren und der Mannschaft zu einer neuen Blütezeit verhelfen. Seider soll jedoch im Gegensatz zu Greiss bei der Weltmeisterschaft in Riga den Bundesadler auf der Brust tragen.