Winnipeg Jets: Wer wird glänzen?

In der Stanley Cup Qualifikationsrunde greifen 24 Mannschaften ins Geschehen ein. NHL.com/de hat ihre Stärken analysiert und den X-Factor der einzelnen Teams herausgepickt. In dieser Ausgabe: Die Teamchemie der Winnipeg Jets.

Als die NHL am 12. März ihren Spielbetrieb aufgrund von Bedenken wegen des Coronavirus unterbrach, standen die Winnipeg Jets mit einer Bilanz von 37-28-6 und einer Quote von 56,3 Prozent der möglichen Punkte auf Ranglisten-Platz neun in der Western Conference.

Dies war keine Position, die einem unbedingt zu einem der großen Favoriten auf den Gewinn des Stanley Cups machen würde. Und doch gibt es in diesen Tagen vor den Duellen gegen die Calgary Flames in der Qualifikation für einen Platz in den Stanley Cup Playoffs ungewöhnlich viel Optimismus in Winnipeg und Glauben an das Team, dass es am Ende doch noch zum ganz großen Wurf in diesem Jahr reichen könnte.

Ein Grund hierfür ist die nach dem Bekunden vieler Beteiligten herausragende Stimmung im Team, die auch in den ersten Trainingseinheiten nach der langen Pause direkt zu spüren und auf dem Eis der Trainingshalle zu beobachten war.

Top 10 Spielzüge der Jets... bisher

So berichtete unter anderem Verteidiger Dimitry Kulikov nach einer intensiven Einheit am Wochenende mit leuchtenden Augen vom immensen Spaß, den er und seine Teamkameraden in den ersten Übungseinheiten nach der Zwangspause zusammen gehabt hätten: "Um ehrlich zu sein, ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir so schnell wieder zu unserer Form finden würden. Alle waren bestens vorbereitet und topfit", schwärmte er am Sonntag gegenüber den Kollegen von NHL.com. "Ich konnte gar keinen Rost in den Aktionen erkennen. Ich musste mich echt anstrengen, um mit den Jungs mitzuhalten."

Kulikov richtete den Blick auf die kommende 'Best-of-5'-Serie gegen die Flames, in der sich die Jets für einen Platz in den Playoffs qualifizieren wollen. "Wir schalten jetzt direkt in den Playoff-Modus. Der Kader ist bestens miteinander vertraut. Es gibt keinen Konkurrenzkampf untereinander. Wir haben alle gemeinsam ein großes Ziel vor Augen", freute sich der Defensivspezialist auf die kommenden Aufgaben, ließ von möglichen Anlaufschwierigkeiten nach den über vier Monaten Pause nichts erkennen.

Der 29-Jährige, der die beste reguläre Saison seiner Karriere in einem Jets-Trikot hinter sich hat, und erstmalig seit 2016/17 eine durchschnittliche Eiszeit von über 20 Minuten pro Spiel (20:01) vorweisen konnte, glänzte zuletzt regelmäßig an der Seite seines neuen Partners Neal Pionk, den die Jets im vergangenen Sommer von den New York Rangers nach Winnipeg gelotst hatten.

Jetzt freut er sich auf die kommenden Herausforderungen auf dem Eis, die er so lange vermisst hatte: "Das wird ein großer Spaß, ganz egal gegen wen du spielst. Wer auch immer härter arbeitet, der wird erfolgreich sein. Es gilt Fehler zu vermeiden und das Spiel zu gewinnen. Wir stellen uns gerne dieser großen Herausforderung."

Ähnlich zuversichtlich äußerte sich zuletzt auch Center Jack Roslovic, der mit zwölf Toren, 17 Assists und 29 Punkten in den 71 Saisonspielen bis zum März durchaus zu überzeugen mochte. Er gab sich ebenfalls sehr optimistisch, gemeinsam mit seinen Sturmkollegen Adam Lowry und Andrew Copp in einer Reihe, in den kommenden Wochen den entscheidenden Unterschied zu Gunsten seiner Mannschaft ausmachen zu können: "Es geht weiter aufwärts für uns. Wir müssen fest an uns glauben und gemeinsam hart für den Erfolg arbeiten. Dann bin ich mir sicher, dass wir am Ende auch alle gemeinsam erfolgreich sein werden."

Winnipeg Jets: Bereit f�r mehr!

Einen größeren Anteil am Erfolg der Mannschaft wollen dann auch gerne Roslovic, Lowry und Copp selber leisten. Die Entwicklung ging zuletzt bei allen dreien in die richtige Richtung. Copps 26 Punkte (10 Tore, 16 Assists) in 63 Spielen waren für ihn trotz der verkürzten Hauptrunde ein neuer Bestwert. Lowry (4-6--10, 49 Spiele) ist mit seiner körperlichen Präsenz immer ein Spieler, der in einem Duell den Unterschied ausmachen kann.

Roslovic glaubt in jedem Falle fest daran, dass das Beste der drei in einer Reihe und das der gesamten Defensivbesetzung noch vor ihnen liegt, trotz der Zwangspause und der dadurch nur schwer zu kalkulierenden Form der Aktiven.

"Unsere Leistungen können am Ende den entscheidenden Unterschied ausmachen. Dessen bin ich mir sicher. Wenn wir alle direkt voll da sind, dann kann unsere Abwehr dafür sorgen, dass wir es als Team bis ganz nach oben schaffen.

Trainer Paul Maurice baut ebenfalls auf diese Jungs, lobte ausdrücklich deren Entwicklung, speziell von Roslovic: "Ich bin ein echter Fan von ihm. Seine Fortschritte in vielen Bereichen gefallen mir. Er kann es noch sehr weit bringen. Und wenn man als Trainer sieht, wie sich unsere jungen Spieler insgesamt entwickeln, wie sie konstanter werden, dann macht mich das glücklich."

Die Stimmung im Lager der Jets ist schon einmal sehr gut. Eine solche Teamchemie wäre ja nicht zum ersten Mal mitverantwortlich, dass eine Mannschaft Ungewöhnliches leisten kann. Warum sollte es in diesem Jahr also nicht auch dem Klub aus Winnipeg gelingen?