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Wo sind die Verteidiger unter den Top-Scorern

Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass Verteidiger weniger Offensivakzente setzen. Mitnichten!

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Fast ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seitdem Bobby Orr mit 139 Scorerpunkten (37 Tore, 102 Assists) für die Boston Bruins in der Spielzeit 1970/71 eine Verteidiger-Bestmarke aufstellen konnte, die bis heute Bestand hat. Paul Coffey hat sich in den 80er Jahren mehrmals daran versucht: In der Saison 1985/86 kam der offensiv ausgerichtete Defensivmann der Edmonton Oilers mit 48 Toren und 90 Assists bis auf einen Zähler an Orrs Rekord für die Ewigkeit heran.

Zu Beginn der 90er Jahre übertrafen Al MacInnis mit 103 Punkten in 1990/91 für die Calgary Flames und ein Jahr darauf Brian Leetch mit 102 Zählern für die New York Rangers zwar die 100-Punkte Marke, Orrs Fabelzahl blieb für sie aber ebenso unerreicht, wie in der Folgezeit für einen Ray Bourque (Boston Bruins, 1993/94, 91 Pkt.) oder Nicklas Lidstrom (Detroit Red Wings, 2005/06, 80 Pkt.).

In den letzten zehn Jahren konnte als einziger Defensivmann Erik Karlsson mehr als 80 Scorerpunkte für sich verbuchen - in der Spielzeit 2015/16 gelang ihm das Kunststück. Der Schwede in Diensten der Ottawa Senators belegte mit der Ausbeute von 16 Toren und 66 Vorlagen in der Scorerwertung aller Spieler den fünften Platz. Im gleichen Jahr waren ein Brent Burns (27 Tore, 48 Assists) von den San Jose Sharks oder Pittsburgh Penguins Kris Letang (16 Tore, 51 Assists) ebenfalls unter den besten 20 Scorern zu finden. In der vergangenen Saison gesellte sich zu Burns und Karlsson auch noch Victor Hedman von den Tampa Bay Lightning, der sich aufgrund seiner 16 Tore und 56 Assists auf Platz 15 unter den erfolgreichsten Scorern fand.

Video: Karlsson trifft nach Zuspiel von Ryan

Und wie sieht es in diesem Jahr aus? Keiner der drei zuletzt genannten Verteidiger ist im aktuellen Ranking der besten Scorer unter den ersten 50 zu finden. Shayne Gostisbehere von den Philadelphia Flyers und Alex Pietrangelo von den St. Louis Blues belegen als punktbeste Blueliner mit jeweils 13 Zählern die Ränge 25 und 28. Legen die Mannschaften weniger Wert auf Distanzschüsse oder haben ihre Blueliner verlernt Maß zu nehmen? Mitnichten, es schossen sich bisher nur andere Namen in den Vordergrund. Brandon Montour von den Anaheim Ducks, Lightning Mikhail Sergachev und Pietrangelo gelangen in fast jedem dritten Spiel ihrer Mannschaften ein Treffer.

Video: CGY@STL: Pietrangelo aus dem Handgelenk in Überzahl

Burns ist zwar noch nicht als Torschütze in Erscheinung getreten, erzielte aber fünf seiner sieben Assists in den vergangenen sieben Partien der Sharks und bewies, wie wichtig er für das Team ist.

Karlsson trat noch nie besonders groß als Vollstrecker in Erscheinung. Verletzungsbedingt verpasste Ottawas Teamkapitän zu Saisonbeginn fünf Partien der Senators. In den darauffolgenden sieben Auftritten war der 27-Jährige an zehn Treffern beteiligt, was einem Punkteschnitt von 1,43 entspricht. Er belegt damit unter den Protagonisten, die mindestens drei Spiele bestritten haben, den dritten Platz, hinter den beiden Lightning Stürmern Steven Stamkos (1,85) und Nikita Kucherov (1,62), noch vor einem Taylor Hall (1,36), einem Alex Ovechkin (1,25) oder John Tavares (1,25). Karlsson hat vieles, vor allem Können, und eines auf keinen Fall - eine Punkteschwäche.

Neben Karlsson gibt es weitere vier Verteidiger deren Punkteschnitt größer oder gleich 1,00 beträgt: Gostisbehere (1,18), Brad Hunt (1,17) von den Vegas Golden Knights, Will Butcher (1,00) von den New Jersey Devils sowie Pietrangelo (1,00). In der vergangenen Saison kamen in der Endabrechnung fünf Blueliner auf einen Durchschnitt von über 0,70 Punkten pro Spiel, in diesem Jahr sind es deren 20 - von 19 verschiedenen Teams. Auch wenn dieser Wert im Laufe einer Saison nicht zu halten sein wird, in der NHL gibt es immer noch eine Menge talentierter Verteidiger, die auch in der Offensive ihre Akzente setzen.

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