J.J. Moser #90 of the Tampa Bay Lightning gets ready for the game against the Detroit Red Wings at Benchmark International Arena on April 13, 2026 in Tampa, Florida. (Photo by Mark LoMoglio/NHLI via Getty Images)

Auch J.J. Moser kann es selbst noch nicht fassen: Der Tampa Bay Lightning ist aus den Stanley Cup Playoffs 2026 ausgeschieden. Spiel 7 in der Ersten Runde gegen die Montreal Canadiens ging trotz 29:9 Torschüssen mit 1:2 verloren. Beim Exit-Interview am Dienstag sprach der Schweizer Verteidiger über das bittere Aus, das Zusammenspiel mit Darren Raddysh, die Entwicklung seines Spiels und wie er sich von Kapitän Victor Hedman inspirieren lässt.

Das plötzliche Aus

Tampa war einer der großen Favoriten. Doch im vierten Jahr in Folge geht es für den Lightning bereits nach der Ersten Runde in die Sommerpause.

„Ich hatte Zeit, ein wenig darüber nachzudenken, aber es fühlt sich immer noch unwirklich an“, so Moser. „Man kann es nicht glauben und sucht nach Antworten, wie es sein kann, dass wir jetzt hier sind und nicht woanders.“

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Voll auf Kurs

Der 25-Jährige aus Biel hatte eine starke Saison gespielt. In 79 Spielen waren ihm 29 Scorerpunkte (sieben Tore, 22 Assists) gelungen. Seine Plus-Minus-Bilanz von +41 (!) war ligaweit der siebtbeste Wert. Auch in den Playoffs war in sieben Partien (1-2-3; +3) voll auf den 1,86 Meter großen Linksschützen Verlass.

„Ich bin zufrieden mit meiner Konstanz und konnte über die gesamte Saison zeigen, dass ich die mir selbst gesteckten Ziele erreiche. Ich möchte dem Team jede Chance zum Gewinnen geben, die ich geben kann. Ich möchte zum Erfolg der Mannschaft beitragen“, betrachtet Moser seine Saison in der Retrospektive. „Es läuft alles nach Plan: Ich will Jahr für Jahr besser werden und mich wohlfühlen in der Stadt und in der Mannschaft. Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen und mich zu dem Spieler entwickeln, der ich sein möchte. Wir alle werden diesem Prozess weiter vertrauen.“

Auf die Frage, was für ein Spieler Moser sein wolle, holte er ein wenig weiter aus: „Ich möchte ein Zwei-Wege-Spieler sein, der effektiv in allen Situationen ist, egal ob offensiv oder defensiv, ob auf oder neben dem Eis. Ich möchte Führungsaufgaben übernehmen ein guter Teamkollege sein. In unserer Mannschaft gibt es da viele Vorbilder. Ich würde sagen, dass ‚Heddy‘ in jedem Bereich ein Spieler ist, von dem ich mich inspirieren lasse.“

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Vorbild Hedman

Mit ‚Heddy‘ meint Moser Routinier Victor Hedman (35). Der zweifache Stanley Cup Champion (2020 und 2021 mit dem Lightning) ist nicht nur Kapitän, sondern auch Abwehrchef in Tampa. Verletzungsbedingt kam der Schwede aber nur auf 33 Einsätze in dieser Saison, kein einziger in den Playoffs. 

„Wir haben versucht, ihn in seiner Situation so gut wir konnten zu unterstützen“, sagt Moser. „Es war großartig, dass er in unserer Nähe war, und wir wollten für ihn da sein. Gleichzeitig wollten wir ihm auch seine Freiräume lassen.“

Lob von und für Nebenmann Raddysh

Durch den Ausfall Hedmans erhielten Moser (im Schnitt 21:34 Minuten Eiszeit pro Spiel) und sein Verteidiger-Kollege Darren Raddysh (22:42 Minuten) die mit Abstand meiste Eiszeit beim Lightning. Das Duo zahlte das mit guten Leistungen zurück.

„Moser ist ein besonderer Spieler“, unterstreicht Raddysh. „Er ist nicht der größte Junge, aber einer der besten Defensivverteidiger in dieser Liga. Er zerstört gegnerische Spielzüge, er ist immer am Skaten, er kann alles. Neben ihm zu spielen, hat meinen Job viel einfacher gemacht. Es hat Spaß gemacht neben ihm zu spielen. ‚Mo‘ ist etwas ganz Besonderes.“

Raddysh selbst hatte in 73 Spielen 70 Scorerpunkte gesammelt. Mit 22 Treffern war der 30-jährige Kanadier ligaweit der Abwehrspieler mit den drittmeisten Toren.

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„Es war überragend, an seiner Seite zu spielen“, sagt Moser über Raddysh. „Ich denke, wir haben uns ziemlich gut ergänzt. Zu sehen, wie er sein Spiel steigern konnte, immerhin hat er den Lightning-Rekord für die meisten Verteidiger-Tore in einer Saison gebrochen, ist großartig. Er hatte so viel Einfluss, sowohl im Powerplay als auch bei 5-gegen-5 oder im Defensivspiel. Es war fantastisch zu sehen, welche Schritte er gemacht hat.“

Während Raddyshs Zukunft aufgrund des auslaufenden Vertrags noch ungeklärt ist, wird in der Tampa Bay weiter voll auf Moser gebaut. Nicht ohne Grund hat der Lightning langfristig bis 2034 mit dem Nationalspieler verlängert.

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