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Das erste Aufeinandertreffen zwischen Colorado Avalanche und Minnesota Wild machte Lust auf mehr. Colorado siegte mit 9:6 und liegt in der Zweiten Runde in der Western Conference der Stanley Cup Playoffs 2026 mit 1:0 vorne. 

Das bevorstehende Spiel 2 am heutigen Dienstag (8 p.m. ET, Mittwoch, 2 Uhr MESZ) verspricht beste Eishockey-Unterhaltung. Wir stimmen mit fünf Schlagschüssen darauf ein.   

Nach dem Tor-Spektakel sind Rekorde in Reichweite

15 Treffer in einer Partie. Spiel 1 war das torreichste Playoff-Spiel der letzten 30 Jahre. Lediglich beim Auftaktspiel der Zweiten Runde 2022 zwischen den Calgary Flames und den Edmonton Oilers (9:6) fielen ebenso viele Tore. Brett Kulak, Verteidiger der Avalanche, stand in beiden Partien auf dem Eis - damals noch im Dienst der Edmonton Oilers. 

Beim Auftaktspiel zwischen Colorado und Minnesota gab es 14 verschiedene Torschützen. So viele wurden in einem NHL-Playoffspiel seit mehr als 30 Jahren nicht mehr registriert. Sollten in Spiel 2 noch vier weitere hinzukommen, wäre der bisherige Rekord mit 18 unterschiedlichen Torschützen in den ersten beiden Partien einer Playoff-Serie eingestellt. Diese Bestmarke wurde 1985 im Divisionsfinale zwischen den Chicago Blackhawks und den Minnesota North Stars aufgestellt. 

Und noch ein weiterer Rekord ist in Reichweite: Sollten in Spiel 2 neun Tore fallen, wäre die Bestmarke für die meisten Treffer in den ersten zwei Spielen einer Playoff-Serie eingestellt. 1981 fielen in der Preliminary Round zwischen den Boston Bruins und den North Stars in den ersten zwei Spielen 24 Tore.

Avalanche und Wild schießen 15 Tore

Welcher Torhüter hat die Gegentor-Flut besser verarbeitet?

So spektakulär das Auftaktspiel gewesen sein mag, so unschön war dies für die Goalies. Jesper Wallstedt, der Torwart von Minnesota, musste achtmal hinter sich greifen. Doch Trainer John Hynes stärkt seinem Schlussmann den Rücken. „Ich mache mir keine Sorgen um ihn“, sagte er bei der Presserunde nach dem Training am Montag. 

„Wir haben ihn als Team auch in einige schwierige Positionen gebracht. Normalerweise ist die Kombination aus gutem Torwartspiel und einem starken Team davor sehr erfolgreich für uns. Gestern war eine Ausnahme. Er hat eine großartige Erfolgsbilanz und Playoff-Erfahrung. Es geht jetzt darum, daraus zu lernen, den Reset-Knopf zu drücken und beim nächsten Spiel besser zu sein“, so der Coach.

Scott Wedgewood, der Torwart von Colorado, ließ zwar „nur“ sechs Gegentore zu. Aber seine Save-Quote von 83,3 Prozent war kaum besser als die von Wallstedt (81 Prozent). „Es war nicht sein bestes Spiel“, sagte Trainer Jared Bednar. „Aber defensiv war es auch von niemandem aus unserem Team das beste Spiel. Ich sehe ihn da in der Gruppe mit den anderen. Er war bisher großartig für uns und hat uns die Chance zum Sieg gegeben. Auch der Torhüter des Gegners hat viele Tore kassiert.“

Die Frage ist, welcher Torhüter das besser verarbeitet hat - oder ob es einen Torwartwechsel geben wird.

Welche Rolle spielt Nico Sturm? 

Nico Sturm rotiert zwischen Lineup und Tribüne. Der deutsche Center wurde in der Ersten Runde gegen die Dallas Stars in den Spielen 3, 4 und 6 eingesetzt, bei den letzten beiden Einsätzen gelang ihm jeweils ein Assist. Damit hatte er sich für einen Einsatz in Spiel 1 gegen die Avalanche empfohlen. 

Der 31-Jährige stand bei dem Tor-Spektakel 11:15 Minuten auf dem Eis und gab zwei Torschüsse ab, blieb aber ohne Torbeteiligung und kam auf eine Plus-Minus-Bilanz von -2. Ob er in Spiel 2 erneut zum Einsatz kommt? „Ich habe noch keine Entscheidung über die Aufstellung getroffen“, sagt Trainer John Hynes. 

Ex-NHL-Profi Stefan Ustorf sagt in Schlagschuss, dem offiziellen Podcast von NHL.com/de, dass er mit weiteren Einsätzen von Sturm rechnet: „Die Spiele, in denen er gespielt hat, waren alle erfolgreich. Daher würde es mich wundern (wenn er nicht spielt). Statistisch war das in Spiel 1 kein guter Auftritt. Aber bei neun Gegentoren war das statistisch für niemanden ein guter Auftritt. Für mich gehört er in die Aufstellung, weil er Dinge tut, die du brauchst in den Playoffs - starke Bullys, hervorragendes Unterzahlspiel. Er hat zudem die Fähigkeit, Top-Leute auf der anderen Seite auszuschalten. Das werden sie brauchen. Daher würde ich ihn in der Aufstellung behalten.“

CHI@MIN: Sturm verkürzt Rückstand der Wild im zweiten Drittel

Welche Special Teams zünden?

In den Playoffs werden Spiele oft in den Special Teams entschieden. Minnesota Wild hatte in der regulären Saison mit einer Powerplay-Quote von 25,2 Prozent das drittbeste Überzahlspiel der Liga. In den Playoffs allerdings fehlt diese Effektivität bei lediglich 14,3 Prozent. Auch in Spiel 1 gegen Colorado wurde keines der drei Powerplays in ein Tor umgemünzt. Dafür gelang ein Unterzahltreffer durch Marcus Foligno zum zwischenzeitlichen 4:5. 

Colorado gelang bei zwei Powerplays ein Tor in Überzahl. Dies hatte in der regulären Saison Seltenheitswert. Mit 17,1 Prozent belegte das Powerplay nur Platz 27 in der Liga. In den laufenden Playoffs ist der Wert mit 15,4 Prozent sogar noch schwächer. Beide Mannschaften werden bemüht sein, das Powerplay zum Zünden zu bringen.

Eines der spannendsten Playoffs aller Zeiten

Nicht ohne Grund gelten die Playoffs zumindest unter Eishockey-Fans als die „schönste Zeit“ des Jahres. Mehr Spannung als in diesem Jahr ist kaum möglich. Bei 41 der bisherigen 49 Playoff-Spielen lagen im Schlussdrittel zumindest zeitweise maximal ein Tor zwischen den beiden Mannschaften. So viel Spannung im Schlussdrittel wurde zum gleichen Zeitpunkt ansonsten nur in den Playoffs der Jahre 2017 (45), 2012 (44) und 2016 (41) geboten. 

Eine weitere spannende Statistik: 88 Prozent der Spiele der aktuellen Playoffs (43 von 49) waren „knappe Spiele“. Heißt: Die Partien endeten mit einem Tor Unterschied oder mit zwei bzw. mehr Toren bei Empty Nettern. Dies ist der höchste Prozentsatz in den ersten 49 Spielen einer Nachsaison in der Geschichte der Stanley-Cup-Playoffs. Lediglich in den Playoffs der Saison 2024 wurde selbiger Wert erreicht.

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