BoltsPrimary71

Die Tampa Bay Lightning haben im bisherigen Verlauf des Stanley Cup Finales ihrem Ruf als abgezocktes Spitzenteam alle Ehre gemacht. Nach einer Galavorstellung zum Auftakt reichte ihnen am Mittwoch eine allenfalls durchschnittliche Leistung, um mit einem weiteren Erfolg in der Best-of-7-Serie gegen die Montreal Canadiens mit 2:0 in Führung zu gehen. Allerdings ist man sich im Lager des amtierenden Champions bewusst, dass alle eine Schippe drauflegen müssen, wenn in Spiel 3 am Freitag (8 p.m. ET; NHL.TV, Sport1+, DAZN; Sa. 2 Uhr MESZ) im Bell Centre von Montreal der womöglich vorentscheidende Sieg auf dem Weg zur Titelverteidigung eingefahren werden soll.

Lightning-Trainer Jon Cooper war nach eigener Aussage klar, dass Spiel 2 nicht so leicht von der Hand gehen und sich die Canadiens entschieden zur Wehr setzen würden. "Nach unserem Sieg im ersten Spiel habe ich einen Push des Gegners erwartet. Es hätte mich sehr überrascht, wenn es anders gekommen wäre", sagte er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.
Hinzu kam, dass sich seine Mannen beim Spielaufbau einige Schnitzer erlaubten, die zu schnellen Gegenangriffen führten. Zum Glück für die Lightning hatte Torhüter Andrei Vasilevskiy zum wiederholten Male einen Sahnetag erwischt. Er wehrte 42 Schüsse ab. Für ihn war es das sechste Mal in seiner Laufbahn, dass er in den Playoffs in einer Partie mehr als 40 Paraden zeigte.

MTL@TBL, Sp2: Vasilevskiy sichert Tampa den Sieg

"Wir müssen versuchen, die Zahl unserer Puckverluste zu minimieren. Wir haben ja gesehen, wie schnell die Canadiens sind", zeigte sich Tampa Bays Stürmer Anthony Cirelli selbstkritisch. "Aber morgen ist ein anderer Tag und ein anderes Spiel. Wir werden uns Videos anschauen, um unsere Fehler zu analysieren und abzustellen." Nach Ansicht des Centers ist es wichtig, in der kommenden Begegnung mit den Canadiens einen guten Mittelweg zu finden. "Wir dürfen weder zu lässig sein noch zu viel auf einmal wollen", meinte er.
Cirelli musste in Spiel 2 ohne seinen Reihenkollegen Alex Killorn auskommen, der sich beim Auftaktmatch verletzt hatte. Statt Killorn besetzte Tyler Johnson den linken Flügel in der zweiten Angriffsformation. Zudem rückte Mathieu Joseph in die vierte Reihe auf. Gut möglich, dass die Lightning diese Konstellation in Spiel 3 beibehalten werden. Killorn, der in der Playoff-Scorerwertung mit 17 Punkten an vierter Stelle steht, wird zwar mit der Mannschaft nach Montreal fliegen, ob es jedoch zu einem Einsatz reicht, steht nach Information von Trainer Cooper noch nicht fest.
\[Hole dir hier alle Neuigkeiten von der Lightning-Canadiens Stanley Cup Finale\]
"Killer zu ersetzen, ist nicht leicht. Aber wir haben Leute im Team, die in für ihn in die Bresche springen und ihre Sache gut machen", sagte Cirelli. Der Verlauf von Spiel 2 gibt ihm recht. Die zweite Reihe zeichnete beim 3:1-Erfolg für den 1:0-Führungstreffer verantwortlich. Die Vorlage kam von Johnson und Cirelli vollstreckte.
Eine bessere Leistung für das anstehende Duell bei den Canadiens mahnte auch Verteidiger Mikhail Sergachev an. "Wir müssen als Team ein anderes Gesicht zeigen. Dazu ist es notwendig, dass jeder Einzelne von uns zulegt", betonte er. Einen positiven Aspekt könne man aus dem vorangegangenen Spiel aber auf jeden Fall mitnehmen: "Wir haben einen Weg gefunden, es zu gewinnen."
Für Sergachev ist klar, was es am Freitag gegen die Canadiens zu tun gilt. "Wir dürfen ihnen nicht wieder so viel Raum geben und müssen sie früher angreifen. Wir haben ein klares Defensivkonzept. Das gilt es umzusetzen", erläuterte der Blueliner.

MTL@TBL, Sp2: Coleman taucht ab und trifft

Sergachev selbst ist in den Playoffs keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen. Mit 54 Checks führt er das teaminterne Ranking bei den Verteidigern an. "An den Checks habe ich gezielt gearbeitet. In meiner Anfangszeit habe ich sie oft nicht so zu Ende gebracht, wie ich es hätte tun sollen", offenbarte er. Seine verstärkte Fokussierung auf die Abwehrarbeit erklärt, weshalb er nach 20 Einsätzen in der Postseason erst drei Assists auf seinem Scorerkonto hat.
Der Coach der Lightning sieht nach dem jüngsten Auftritt ebenfalls Luft nach oben. "Wir sollten alles daransetzen, dass wir das Spiel durchgängig dominieren und uns zwischendurch keine Auszeiten leisten", sagte Cooper. Er wolle das jedoch nicht als Kritik an seinen Schützlingen verstanden wissen. "Sie harmonieren gut. Es ist auch unglaublich schwer, jeden Abend perfektes Eishockey zu spielen."