Die Florida Panthers stehen im Stanley Cup Finale 2023! Am Mittwochabend machten die Panthers den Sweep in der Eastern-Conference-Final-Serie gegen die Carolina Hurricanes mit einem 4:3-Heimsieg in der FLA Live Arena perfekt. Floridas Anthony Duclair stellte bereits nach 41 Sekunden die Weichen, für die späte Entscheidung sorgte Matthew Tkachuk nur 4,9 Sekunden vor Schluss.

Der erste Torschuss sitzt: Duclair trifft nach 41 Sekunden

Einen besseren Start in dieses Spiel hätten sich die Panthers kaum ausdenken können: Duclair setzte einen Schuss aus spitzem Winkel an den Außenpfosten, Hurricanes-Torwart Frederik Andersen (20 Saves, 83,3 Prozent Fangquote) fand daraufhin die Scheibe nicht, sodass Duclair auf seinen eigenen Schuss abstaubte und mit dem ersten offiziellen Torschuss in Spiel 4 auf 1:0 stellte (1.).

Für Carolina kam es noch schlimmer: Nach 83 gespielten Sekunden verletzte sich Verteidiger Jaccob Slavin nach einem harten Check von Sam Bennett, verschwand daraufhin in der Kabine und kehrte nicht wieder zurück (2.). Wenig später erwischte es auch Stürmer Stefan Noesen (6.), der den Rest des ersten Drittels sowie das komplette dritte Drittel verpassen sollte (beide Oberkörperverletzung).

Außerdem erhöhte Florida im Powerplay auf 2:0: Tkachuk nahm eine abgefälschte Scheibe unmittelbar vor dem Tor auf, fackelte nicht lange und traf per Tunnel (11.).

Für die Hurricanes hätte es bis hierhin kaum schlechter laufen können, doch brachte der Anschlusstreffer von Paul Stastny die Hoffnung zurück: Nach einem Pfostenknaller von Brady Skjei aus der Distanz stand Stastny goldrichtig und staubte zum 1:2-Pausenstand ab (14.).

Hurricanes betreiben großen Aufwand, Panthers gnadenlos effektiv

Im zweiten Drittel gab Carolina im Mute der Verzweiflung Vollgas und hatte mit einem Schussverhältnis von 17:9 klare Vorteile. Erneut machten die Hurricanes viel Verkehr vor Panthers-Torwart Sergei Bobrovsky (36 Saves, 92,3 Prozent Fangquote). Einen abgefälschten Puck nahm Teuvo Teravainen im Gefahrenbereich auf und jagte diesen zum 2:2 unter die Latte (23.).

Gnadenlos effektiv präsentierte sich dagegen Florida: Ryan Lomberg eroberte den Puck selbst mit großem Einsatz und einem Check in der Offensivzone. Die Scheibe wanderte mit Kurzpässen über Colin White und Jordan Staal zurück zu Lomberg, der aus der Nahdistanz nur noch zum 3:2 ins halbleere Tor einschieben musste (30.).

Buzzer-Beater: Tkachuk löst das Ticket 4,9 Sekunden vor Schluss

Auch im Schlussdrittel ließ Carolina nichts unversucht (13:6 Schüsse), musste sich aber bis 3:22 vor dem Ende gedulden, ehe der erneute Ausgleich fiel: Mit der Rückhand passte Jordan Martinook von hinter dem Tor in den Slot, wo Jesper Fast ebenfalls technisch anspruchsvoll zwischen den Beinen von Bennett einen Schuss abgab, der zum 3:3 einschlug (17.).

Alles roch nach Verlängerung, doch die Panthers trugen den letzten Angriff dieser Serie mit enorm viel Ruhe vor. Im Powerplay nahm Tkachuk den Puck hinter dem Tor auf, ließ sich in den Slot gleiten, guckte Andersen aus und traf bei noch 4,9 Sekunden auf der Uhr zum alles-entscheidenden 4:3 (60.). "Diese Serie hat unzählige Geschichten geliefert. Das war eine davon. Ich bin stolz auf die Mannschaft und den Kampfgeist, den sie gezeigt hat", sagte Coach Maurice nach Spielende.

Die Hurricanes hatten klare Schussvorteile (39:24) und teilten mehr Checks aus (33:22), bissen sich aber erneut die Zähne an Bobrovsky und seinen Vorderleuten aus, die 24 Schüsse blockten. Den Unterschieb machte auch das Powerplay, in dem Florida 50 Prozent (2/4) vorweisen konnte, Carolina traf dagegen nicht in Überzahl (0/4). Für die Panthers erlebten Matchwinner und Doppelpacker Tkachuk (2-0-2) sowie der rechtzeitig fit gewordene Kapitän Aleksander Barkov (0-2-2) ein Multi-Punkte-Spiel. "Die Serie hat sich anders angefühlt als ein 0:4", beklagte Hurricanes-Trainer Ros Brind'Amour nach dem Spiel. "Ich habe eine ausdgeglichene Serie gesehen, keinen 'Sweep'. Wir waren in allen Spielen voll dabei." Auch Carolinas Kapitän Jordan Staal war vom Ausgang des Duells regelrecht geschockt. "Wir waren aus meiner Sicht auch heute auf Augenhöhe. Es hat sich nicht nach einem so glatten Ausgang der Serie angefühlt. Es ist für uns gerade sehr schmerzhaft", beklagte er.