Spielbericht: OTT 4, WSH 3

So ähnlich hatten sich die Ottawa Senators einen guten Start in das Jahr 2026 vorgestellt. Am Neujahrstag bezwangen sie im heimischen Canadian Tire Centre die Washington Capitals mit 4:3 und beendeten mit dem Sieg eine drei Spiele währende Niederlagenserie.

Dabei hatte es zunächst gar nicht danach ausgesehen, dass die Senators am Ende Grund zur Freude haben. Zur ersten Drittelpause lagen sie noch mit 0:2 im Hintertreffen, nach einem mit harten Bandagen geführten ersten Spielabschnitt. Die Pausenpredigt in der Kabine der Hausherren verfehlte jedoch nicht seine Wirkung. Wie verwandelt kamen die Senators zurück aufs Eis und drückten, in den noch verbleibenden 40 Minuten, der Partie ihren Stempel auf.

„Wahrscheinlich kann ich vieles von dem, was ich gesagt habe, nicht wiederholen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass wir nicht richtig im Spiel waren. Ich hatte einfach das Gefühl, dass wir nicht auf Sieg gespielt haben. Wir haben zu locker gespielt, es fehlte an Entschlossenheit und Härte. Wir standen, wie Außenstehende da und das ist wirklich untypisch für unser Team, wenn wir gut spielen, insbesondere unter den Umständen unserer letzten Spiele. Aber ich muss ihnen viel Anerkennung zollen; sie haben viel Charakter gezeigt, indem sie das Blatt gewendet haben und mit viel Energie und Kampfgeist zurückgekommen sind“, sagte Ottawas Trainer Travis Green über seine Ansprache an seine Spieler in der ersten Pause und wie ihm die Antwort darauf gefiel.

Nach 16 zu 6 Torschüssen im ersten Durchgang zu Gunsten der Capitals, prüften die Senators in den folgenden Dritteln Washingtons Schlussmann Logan Thompson (28 Saves) 26-mal, während ihr Torwart Leevi Merilainen (26 Saves) nur noch 13 Schüsse auf seinen Kasten bekam. Diesen Kräfteverhältnissen entsprechend, gelang es den Kanadiern durch Nick Jensen und Ridly Greig im Mittelabschnitt ihren Rückstand zu egalisieren.

WSH@OTT: Zetterlund erzielt sein 10. Saisontor

Bereits nach 167 Sekunden im Schlussabschnitt brachte David Perron die Senators erstmals in Front. Nachdem Aliaksei Protas mit dem 3:3 gut vier Minuten vor Spielende die Capitals darauf hoffen ließ, etwas Zählbares aus Ottawa mitzunehmen, war es nur 105 Sekunden danach Fabian Zetterlund, der mit seinem zehnten Saisontor den Senators den Sieg bescherte. An der Vorarbeit des Gamewinners waren Thomas Chabot und Tim Stützle beteiligt. Stützle führte die Scheibe ins Drittel der Capitals, sah seinen einlaufenden Sturmkollegen, der sich zunächst um die eigene Achse drehte und dann wunderschön Zetterlund bediente, der das freie Tor vor sich hatte und sich nicht zweimal bitten ließ.

„Ich glaube, ich habe zuerst nach dem Puck gerufen, aber dann übernahm er ihn, drehte sich und spielte mir einen Rückhandpass zu. Das war ein großartiger Spielzug von ihm. Ich glaube, wir sind nicht so gestartet, wie wir es uns vorgestellt hatten. Aber im zweiten und dritten Drittel haben wir uns zurückgemeldet und so gespielt, als wollten wir gewinnen und hier sein. Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft“, schilderte Zetterberg das Tor aus seiner Sicht und freute sich über den Spielausgang.

Es war das drittspäteste Führungstor der Senators in dieser Saison, nach jenem von Shane Pinto am 9. Oktober 2025 (58:13) und jenem von Drake Batherson am 20. November 2025 (58:02).

„Ich finde, wir haben die letzten 40 Minuten hervorragend gespielt“, so Green, und Chabot war ebenso begeistert vom Auftritt: „Es war ein großartiges Spiel. Der Rückstand hat uns wachgerüttelt. Wir kamen heraus, hatten den besseren Start und unser Spiel durchgezogen. Jeder von uns hat da mitgemacht. Darauf können wir aufbauen.“

WSH@OTT: Strome trifft spät im ersten Drittel im Powerplay

Für den deutschen Center in Diensten der Senators war es bereits der 42. Scorerpunkt (19 Tore, 23 Assists) im 39. Spiel, womit er die teaminterne Scorerwertung anführt. Stützle baute durch den Assist seine Punkteserie auf elf Partien aus. Während dieses eindrucksvollen Streaks gelangen ihm 18 Punkte (acht Tore, zehn Assists). Es ist seine zweite 11-Spiele-Punkteserie, nachdem es ihm in der Saison 2024/25 geglückt war, 14 Spiele hintereinander zu punkten.

Die anstehenden drei Herausforderungen der Senators, in denen Stützle versuchen kann seinen Serien-Bestwert einzustellen, sind auf heimischen Eis am Samstag die Winnipeg Jets (7:00 p.m. ET; So 01:00 Uhr MEZ) und am Montag die Detroit Red Wings (7:30 p.m. ET; Di 01:30 Uhr MEZ). Am darauffolgenden Mittwoch statten die Senators den Utah Mammoth einen Besuch ab (9:30 p.m. ET; Do 03:30 Uhr MEZ).

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