Die Mentale Seite des Spiels
Nicht lange nach dem Führungstor kam ein vielleicht entscheidender Moment für die Psyche beider Mannschaften. Bostons Stürmer Viktor Arvidsson kam in der 30. Minute zu einem Alleingang und bekam einen Stockschlag von Sabres-Kapitän Rasmus Dahlin ab. Die Schiedsrichter sprachen ihm deshalb einen Penalty zu. Arvidsson setzte seinen Schuss aber am Tor vorbei. Hätte er getroffen, wäre das Spiel mit einer 2:0-Führung im Rücken womöglich anders verlaufen.
„Ich habe das nicht sofort gemerkt, aber rückblickend muss man sagen, dass uns das wichtige Minuten vor der Drittelpause gekostet hat“, gestand Sturm. „Die Stimmung auf der Bank war danach nicht dieselbe. Wir haben uns aber gut gefühlt. Das Spiel war ausgeglichen. In den Playoffs gibt es viel Auf und Ab, damit müssen wir richtig umgehen.“
Stattdessen gab Bostons Fehlschlag den Sabres neuen Wind. Sie glichen nur 68 Sekunden nach dem Penalty durch Bowen Byram aus (31.), drehten das Spiel im dritten Drittel durch Alex Tuch (45.) und besiegelten die Niederlage des Bruins kurz vor Ende des Spiels mit einem Empty-Netter von Noah Ostlund (59.).
Heimvorteil bringt nicht den erhofften Schub
Wenn die Bruins in der regulären Saison vor ihren eigenen Fans spielen durften, war das eigentlich ein gewaltiger Vorteil. In 41 Heimspielen (29-11-1) fuhren sie 59 Punkte ein. Nur die Carolina Hurricanes holten auf eigenem Eis einen Punkt mehr. Die beiden Teams führten die NHL gemeinsam mit 29 Heimsiegen an. Entsprechend optimistisch war Boston sicherlich, als es für Spiel 3 der Serie erstmals in den TD Garden ging. Umso größer ist nun die Enttäuschung. Doch Sturm baut weiter auf die Stärken, die seine Mannschaft die ganze Saison über zeigte.