Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Ottawa Senators und den Carolina Hurricanes

Die Chancen stehen schlecht. Sehr schlecht. Historisch schlecht. Nach der 1:2-Niederlage der Ottawa Senators in Spiel 3 gegen die Carolina Hurricanes in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 am Donnerstagabend im Canadian Tire Centre hilft nur noch eines: „Wir müssen weiter daran glauben“, formulierte es der deutsche Mittelstürmer Tim Stützle.

Tkachuk will eine „Wahnsinnsgeschichte“ schreiben

Ottawa spielt nicht mehr „nur“ gegen eine äußerst unangenehme Mannschaft aus Carorlina, sondern auch gegen mathematische Wahrscheinlichkeiten: Die Senators haben noch nie in ihrer Franchise-Geschichte einen 0:3-Rückstand in einer Best-of-7-Serie aufholen können (0:3 in diesem Szenario). Gleichzeitig haben die Hurricanes in ihrer Historie noch nie einen 3:0-Serienvorsprung verspielt (3:0 in diesen Situationen).

In der gesamten Geschichte der Stanley Cup Playoffs gelang es nur vier von 213 Teams, nach einem 0:3-Rückstand noch zurückzukommen und eine Serie zu drehen. Somit hat Carolina eine 98,1-prozentige Chance aufs Weiterkommen.

Klar, dass angesichts dieser Zahlen der Song „Don’t Stop Believin‘“ von Journey in den Ohren von Ottawas Spielern klingen muss.

„Wir müssen einfach weiter daran glauben und weiter unser Spiel spielen“, sagt Stützle. „Ich meine, wir haben in drei Spielen nur drei Tore geschossen. Da ist es schwer, zu gewinnen. Alle drei Spiele waren eng. Wir müssen einfach einen Weg finden.“

CAR@OTT, GM 3: Batherson skatet zum Tor und trifft nach einem Vorhand-Rückhand-Trick

„Ich erwarte nicht, dass wir aufgeben werden“, betont Senators-Trainer Travis Green. „So eine Mannschaft sind wir nicht. Alles dreht sich nur um das nächste Spiel. Wir wollen neu starten und das nächste Spiel erzwingen.“

„Der schwierigste Sieg ist immer der vierte“, weiß Ottawas Power Forward Brady Tkachuk. „Manchmal laufen die Dinge nicht für dich, aber wir haben schon die ganze Saison niemals aufgegeben. Wir müssen uns einfach der Situation gewachsen zeigen. Wir waren schon im letzten Jahr in dieser Position, für uns heißt es jetzt ‚Do or Die‘. Wir müssen absolut alles geben, was wir immer tun. Ich glaube noch immer an diese Mannschaft. Also lasst uns eine Wahnsinnsgeschichte schreiben.“

Stützle, Tkachuk & Co. noch ohne Scorerpunkt

In drei Spielen gelangen den Senators nur drei eigene Tore bei 83 abgegebenen Torschüssen, was eine Schusseffizienz von 3,6 Prozent ergibt. Von 197 Schussversuchen gingen 56 neben das Tor (dazu zählen auch vier Pfosten-Treffer), 58 wurden geblockt.

„Wir werfen die Pucks einfach weg und kreieren gar nichts, kein Momentum, nichts“, ärgert sich Stützle. „Wir müssen unsere Arbeit machen und in diesem Bereich des Spiels besser werden.“

„Sie sind eine gute Mannschaft“, muss Green den Gegner loben. „Beide Teams kämpfen für Räume. Offensiv hat sich unser Spiel verbessert, aber es wird kein offenes Spiel mehr geben. Es wird dreckiges Arbeiter-Eishockey sein, wenn du es so nennen möchtest. Wir müssen Pucks zum Tor bringen und nachgehen.“

Top-Spieler wie Stützle, Tkachuk, Claude Giroux, Ridly Greig, Shane Pinto oder Fabian Zetterlund sind noch komplett ohne Scorerpunkt.

„Sie müssen besser Spielen, um besser als der Durchschnitt zu sein. Es gibt viele Spieler in dieser Serie, die nur durchschnittlich spielen. Beide Teams können gegnerische Spieler nur durchschnittlich aussehen lassen. Es gibt keinen Raum da draußen, da kannst du nicht viel machen“, analysiert Green.

CAR@OTT, GM 3: Blake hat nach einem herrlichen Miller-Querpass freie Bahn

Powerplay als große Schwäche

Die größte Baustelle ist aber „das Powerplay“, was Stützle auf die Frage danach, was ihn am meisten frustriere, in einer Zwei-Wort-Antwort formulierte. Ottawas Überzahlspiel nämlich produzierte trotz zwölf Gelegenheiten in den Playoffs 2026 noch kein einziges Tor (0/12).

In Spiel 3 ließen die Senators fünf Überzahl-Möglichkeiten ungenutzt, die allesamt im zweiten Drittel passierten, darunter sogar ein längeres 5-gegen-3-Überzahl. „Es war ein fürchterliches Powerplay von beiden Teams“, nahm Stützle kein Blatt vor den Mund.

„Es ist ganz einfach: Das Powerplay hat uns das Spiel gekostet“, formulierte es auch Tkachuk kurz und knackig. „Es war ziemlich frustrierend, aber wir müssen einen Weg finden. Sie sind aggressiv, also muss alles schnell gehen. Wir werden morgen sicherlich viele Videoanalysen machen.“

Für Korrekturen bleibt jedoch nicht mehr allzu viel Zeit, was auch Trainer Green weiß: „Die Antwort darauf ist nicht leicht, sonst hätten wir sie schon gegeben. Es fängt damit an, dass du die einfachen Dinge richtig machst. Du darfst dein Selbstvertrauen nicht verlieren. Die Pässe müssen ankommen, du musst deine Routen zu Ende fahren und den Abschluss suchen. Ihr Penalty Killing hat das Spiel gestohlen. Es hat uns Energie geraubt. Im dritten Drittel haben wir noch einmal gedrückt, konnten aber nicht treffen. Es gibt da draußen nicht viel Platz und nicht viele Chancen. Wenn wir im Powerplay treffen würden, dann wäre es ein anderes Spiel.“

Knappe Niederlage in Spiel 3

In diesem gingen die Hurricanes durch Logan Stankoven mit 1:0 in Führung (6.). Drake Batherson besorgte mit einem schönen Vorhand-Rückhand-Move den Ausgleich (37.). Der Siegtreffer gelang Jackson Blake mit einer Direktabnahme kurz vor Schluss (58.).

Mit 46:30 Checks hielten die Senators voll dagegen, doch war es wieder nicht genug. „Wir spielen hart, manchmal vielleicht sogar zu aggressiv“, glaubt Green.

„Im dritten Drittel haben wir noch einmal gedrückt, aber es war nicht gut genug“, musste Stützle anerkennen.

Spiel 4 ist für Samstag (3 p.m. ET; 21 Uhr MESZ) erneut in Ottawa angesetzt. Für die Senators heißt es dann: Don’t Stop Believin‘.

Hurricanes 3, Senators 0

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