Stutzle 12.5

Mit dem Toreschießen hatten die Ottawa Senators in den letzten Spielen so ihre Probleme. Davon war am Dienstagabend aber nichts zu spüren, als NHL-Spitzenreiter New York Rangers im Canadian Tire Centre mit 6:2 vom Eis gefegt wurde. Brady Tkachuk und Vladimir Tarasenko stachen als Doppelpacker heraus, der Deutsche Tim Stützle steuerte einen Assist bei.

NYR@OTT: Tkachuk verzeichnet seinen zweiten Treffer im Spiel

Offensive nimmt Fahrt auf: Zwei Doppelpacker und zwei Drei-Punkte-Spieler

Nach der erfolgreichen NHL Global Series in Stockholm, mit zwei Siegen in zwei Spielen (2-0-0), schienen die Senators zunächst unter einem Schweden-Blues zu leiden. Nach der Rückkehr gingen die ersten drei Spiele teils deutlich mit einem Torverhältnis von 5:14 verloren. Beim folgenden 2:0-Sieg gegen den Seattle Kraken machte insbesondere die Defensive einen großen Schritt. Ausgerechnet gegen das derzeit beste Team der Liga legte nun die Offensive eindrucksvoll nach und fand zu alter Stärke zurück.

„Allen voran wussten wir, dass wir gegen das derzeit beste Team mit der besten Punkteausbeute spielen werden“, sagte Tarasenko nach dem Duell mit seinem Ex-Verein. „Wir haben als Mannschaft gut gespielt, für mich persönlich war es schön zu treffen. Es hat eine Weile gedauert, wir werden also versuchen, dass das nun häufiger passiert.“

Der deutsche Offensivmotor Tim Stützle steuerte beim 6:2-Torfeuerwerk gegen die Rangers zwar nur einen Assist bei, hatte bei 20:20 Minuten Eiszeit und einem Plus-Minus-Wert von +3 aber in jedem Fall positive Einflüsse auf das Spiel und seine Teamkollegen. Unter diesen gab es mit Tarasenko (2-1-3; +3) und Drake Batherson (1-2-3; +3) gleich zwei Drei-Punkte-Spieler sowie mit Tkachuk (2-0-2; +3) einen weiteren Doppelpacker. Zusammen mit Claude Giroux (1-1-2; +2) sowie den beiden Verteidigern Erik Brannstrom (0-2-2; +2) und Artem Zub (0-2-2; +1) konnten sensationelle Senators insgesamt sechs Mehrfach-Punkte-Spieler vorweisen.

Insbesondere für die Top-6-Reihen mit Tkachuk, Josh Norris und Giroux in Linie 1 (zusammen 2-3-5) sowie Tarasenko, Stützle und Batherson in Linie 2 (kumuliert 3-4-7) lief es richtig gut. „Wenn deine Top-6-Reihen derart in Fahrt kommen, wirst du Spiele gewinnen“, ist Ottawas Trainer D.J. Smith überzeugt und freute sich insbesondere über das Ende der Torflaute von Tarasenko, der in den vorausgegangenen 13 Partien kein einziges Tor erzielen konnte: „Für Vladi war es schön, dass er treffen konnte – und dann gleich mit einem Tor für die Highlight-Filmchen. Das wird ihm Selbstvertrauen geben, am Ende gelingt ihm auch noch ein zweites Tor.“

Umstellungen machen sich bemerkbar

Gegen ein Top-Team präsentierten sich die Senators auch solide in der Defensive und im Penalty Killing (3/4, 75 Prozent Erfolgsquote). Auf Torwart Anton Forsberg (33 Saves, 94,3 Prozent Fangquote) war ebenfalls Verlass.

„Wir haben den Puck gut behauptet und in der Defensive richtig gute Dinge gemacht. Es war wichtig für unser Penalty Killing, dass wir diese 3-gegen-5-Situation überstanden haben, um ein wenig Selbstvertrauen zu bekommen. Für uns waren das jetzt neun gute Drittel in Folge. Wir fangen an, konstant zu spielen“, unterstrich Smith.

„Ich denke, dass Veränderungen, die wir seit ein paar Spielen eingeleitet haben, langsam aber sicher Früchte tragen“, sagte Kapitän Tkachuk. „Der Aufbau, das Verhalten in der neutralen Zone und diese kleinen Details in unserem Spiel: Uns gefällt, in welche Richtung das geht. Wir wollen uns jetzt immer weiter verbessern.“

Aufwärtstrend macht sich in der Tabelle noch nicht bemerkbar

Doch auch nach zwei Siegen in Folge mit 8:2 Toren halten die Senators (10-10-0) noch immer die Rote Laterne in der Atlantic Division, haben den Rückstand auf den letzten Wildcard-Platz in der Eastern Conference aber auf sieben Punkte verkürzen können.

„Es ist schön, wenn man in Fahrt kommt“, so Forsberg, der zuletzt zwei Siege in Folge festhielt. „Ich fühle mich wohl mit meinem Spiel und das Team vor mir spielt großartig. Wir kreieren jetzt viel mehr und spielen füreinander. Es macht richtig Spaß da draußen.“

Am Donnerstag empfängt Ottawa den Lokalrivalen Toronto Maple Leafs zum Battle of Ontario. Am Samstag geht es für die Senators auswärts zu den Detroit Red Wings. Für Stützle bedeutet das ein deutsches Duell mit Moritz Seider.

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