Stadium Series 3

Die NHL macht sich bereit für das nächste große Highlight der Saison 2022/23. Am Samstag treffen die Carolina Hurricanes und die Washington Capitals in Raleigh unter freiem Himmel und vor großer Kulisse aufeinander. Im Rahmen der Navy Federal Credit Union NHL Stadium Series 2023 wird an diesem Wochenende das Carter-Finley-Stadion mit seinen rund 57.000 Zuschauern einen würdigen Rahmen für das zweite Freiluftspiel des Jahres darstellen. Die Begegnung wird das erste Spiel dieser Art in North Carolina sein.

Und der äußere Rahmen wird dabei aller Voraussicht nach höchsten Ansprüchen genügen. Zum Eröffnungs-Bully um 8 p.m. ET (2 Uhr MEZ) wird mit einer Außentemperatur von rund 4 Grad Celsius gerechnet. Dabei soll es trocken sein. "Alles funktioniert so, wie es sollte, und wir sind in guter Verfassung", erklärte Derek King, der NHL Senior Director of Facilities Operations and Hockey Operations gegenüber NHL.com.
Die Begegnung wird das 37. Spiel im Freien werden, welches die NHL seit 2003 veranstaltete. Die Liga hatte im Laufe der Jahre mit allen möglichen Bedingungen an unterschiedlichen Orten zu tun. Die Verantwortlichen geben sich daher zuversichtlich, auch an diesem Standort ein Top-Event anbieten zu können. "Die Temperaturen sehen gut aus. Abendspiele sind immer gut für uns, statt mit der Sonne zu kämpfen und auf Wolken zu hoffen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, um wirklich gute Bedingungen zu haben", meinte King.

Stadium Series

Der äußere Rahmen sollte also passend sein, um auch sportlich ein Spitzenspiel abliefern zu können. Die Voraussetzungen der beiden Mannschaften sind sehr unterschiedlich.
Während die Hurricanes, das Team von Trainer Rod Brind'Amour, im bisherigen Saisonverlauf überzeugen konnten und mit einer Bilanz von 36-10-8 und daraus resultierenden 80 Punkten die Metropolitan Division anführen, lief es bei den Capitals noch nicht nach Wunsch.
Mit einer Bilanz von 28-23-6 und 62 Punkten langt es für die US-Hauptstädter bislang lediglich zu Rang fünf in der Division. Um noch einen Platz in den Stanley Cup Playoffs zu ergattern, brauchen die Capitals im Endspurt jeden Zähler.
Nachdem sie die vergangenen drei Spiele verloren, darunter auch die 'Generalprobe' des Freiluftspiels gegen die Hurricanes am Dienstag in Washington (2:3), ist der Druck vor dem erneuten Aufeinandertreffen groß. Eine vierte Niederlage in Folge wäre den eigenen Fans nur schwer zu verkaufen, auch wenn das Erlebnis einer solchen Freiluftveranstaltung an sich immer als großartig empfunden wird. Das 3:6 gegen die Florida Panthers am Donnerstag verdeutlichte, dass das Team von Trainer Peter Laviolette in einer akuten Formkrise steckt.
"Ich denke, wir wissen, was nötig ist, um erfolgreich zu sein. Ich glaube, wir haben in den letzten Spielen einfach nicht so gespielt", gab sich Washingtons Stürmer Dylan Strome trotz allem optimistisch. "Wir müssen uns also wieder darauf besinnen, als Team aufzutreten und einen Weg finden, um diese Punkte zu holen."

Martin Nečas

Dass das Match im Rahmen der Stadium Series die Aneinanderreihung der jüngsten Misserfolge durch einen Neustart erfolgreich unterbrechen soll, stand auch für Dimitry Orlov im Zentrum seiner Hoffnungen. "Unsere ganzen Familien kommen, um uns zu sehen", erklärte er. "Das sollte uns helfen unser bestes Spiel zu zeigen und ich denke, wir sollten dadurch genug Selbstvertrauen haben und an uns glauben."
Ob Superstar Alex Ovechkin seinen Kollegen auf dem Eis wird helfen können, ist aktuell noch unklar. Der gebürtige Moskauer verpasste am Donnerstag, nach dem Tod seines Vaters am Mittwoch, sein zweites Spiel hintereinander.
Deutlich entspannter werden die Hurricanes in das Kräftemessen auf der großen Bühne gehen. Von den vergangenen zehn Spielen konnten sie neun für sich entscheiden (9-1-0). Am Donnerstag bezwangen sie die Montreal Canadiens mit 6:2. Seth Jarvis gelang beim jüngsten Erfolg in der PNC Arena sein erster NHL-Hattrick.

"Davon habe ich schon geträumt, als ich noch ein kleines Kind war", zeigte sich Jarvis begeistert. "Dass ich das mit der Hilfe meiner Teamkollegen geschafft habe, ist für mich das Größte", erklärte er. Dem ohnehin vorhandenen Selbstvertrauen im Kader des Tabellenführers der Metropolitan Division dürfte der Abend einen zusätzlichen Schub gegeben haben.
Die Vorfreude im Lager der Gastgeber ist jedenfalls riesig. "Ich habe das Gefühl, dass in den letzten Tagen viel über das Spiel im Freien geredet wurde und darüber, was passieren wird", gab Sebastian Aho zu Protokoll, dem gegen die Canadiens ein Tor und ein Assist gelungen waren. "Natürlich werden wir morgen die Eisfläche und all das in Augenschein nehmen. Ich kann es kaum erwarten."
Entspannte Hurricanes werden es also mit unter Druck stehenden Capitals zu tun bekommen. Welche Ausgangslage am Ende die günstigere ist, wird sich auf dem Eis zeigen, wenn es in ungewohnter Kulisse um reguläre Punkte für die Tabelle geht.