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St. Louis Blues entscheiden sich für Dominik Bokk

Das deutsche Talent wird beim NHL Draft 2018 in der ersten Runde an Position 25 gezogen

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Für Dominik Bokk haben sich die Türen zur NHL weit geöffnet. Beim NHL Draft 2018 am Freitagabend in Dallas wählten ihn die St. Louis Blues in der ersten Runde an Gesamtposition 25 aus. Der 18-jährige Schweinfurter ist der fünfte deutsche Spieler insgesamt und der erste seit vier Jahren, der bereits in der Auftaktrunde gedrafted wurde. Vor ihm war das zuletzt Leon Draisaitl vergönnt. Ihn hatten die Edmonton Oilers im Jahr 2014 an dritter Stelle gezogen.

Bokk zeigte sich nach der Entscheidung der Blues überglücklich. "Das ist perfekt. Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte er im Gespräch mit NHL.com/de im American Airlines Center. Die Verantwortlichen von St. Louis hatten dem deutschen Junioren-Nationalspieler Anfang Juni beim NHL Scouting Combine auf den Zahn gefühlt und im Vorfeld des Drafts am Donnerstag erneut Kontakt zu ihm aufgenommen. "Es gab ein Treffen, bei dem wir noch einmal über ein paar Dinge gesprochen haben", bestätigte der Angreifer.

Video: Blues draften F Dominik Bokk als Nr. 25

Wie groß das Interesse der Blues an Bokk war, beweist die Tatsache, dass sie sich während des Drafts in einem Trade mit den Toronto Maple Leafs das Zugriffsrecht für Platz 25 sicherten. Eigentlich wären sie erst an 29. Position an der Reihe gewesen. Nach Aussage von General Manager Doug Armstrong wollten sie mit dem Deal verhindern, dass ihnen ein Konkurrent das deutsche Talent doch noch vor der Nase wegschnappt.

Mit seinen Qualitäten passt Bokk ideal ins Anforderungsprofil, dass die Blues im Vorfeld an ihren Erstrundenpick gestellt hatten. "Ich bin ein guter Schlittschuhläufer, spiele gerne schöne Pässe und kann darüber hinaus gut schießen", antwortete er auf die Frage, wo seine Stärken liegen. Dass er diese bereits in der NHL-Saison 2018/19 in St. Louis zur Geltung bringt, ist nach Lage der Dinge allerdings eher unwahrscheinlich. "Klar ist die NHL mein Ziel, ich will das Ganze aber nicht übereilen", sagte er. Bokk geht davon aus, dass er zunächst weiter für die Växjö Lakers in der Svenska Hockeyligan (SHL), der höchsten schwedischen Spielklasse, aufläuft. Mit ihnen gewann er in diesem Jahr den Meistertitel. "Ich werde versuchen, mich in der Profimannschaft der Lakers zu etablieren. Ich will am Puck noch stärker werden und meine Schussgenauigkeit verbessern", erklärte er.

 

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Für Växjös SHL-Team absolvierte der Franke in der abgelaufenen Saison 15 Einsätze und kam auf zwei Scorerpunkte. Die meiste Zeit spielte Bokk 2017/18 bei den Lakers-Junioren in der SuperElit. Nach der Hauptrunde standen dort für ihn 41 Punkte (14 Tore, 27 Assists) aus 35 Begegnungen zu Buche. In den Playoffs lief er achtmal auf, erzielte fünf Tore und bereitete sechs Treffer vor. Mit diesen imposanten Leistungsnachweisen rückte er verstärkt in den Fokus der NHL-Talentspäher.

Bereits vorigen Sommer hatte Bokk die Chance nach Nordamerika zu gehen, als ihn die Prince Albert Raiders aus der Western Hockey League gedraftet hatten. Bei diesem Klub verbrachte auch Draisaitl zwei Jahre. Im Gegensatz zu ihm wagte Bokk jedoch noch nicht den Sprung über den großen Teich. Er entschied sich stattdessen für das Angebot aus Växjö. "Es war definitiv die richtige Entscheidung nach Schweden zu gehen. Die Lakers sind ein namhafter Verein und haben schon große Spieler hervorgebracht. Ich habe letztes Jahr viel Erfahrung gesammelt und wertvolle Tipps bekommen", erläuterte er.

 

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Auch Bundestrainer Marco Sturm hielt es im Gespräch mit NHL.com/de während der abgelaufenen Saison für die richtige Entscheidung, denn in einer Herrenmannschaft zu spielen, bringe einem sehr viel, bevor man den Schritt in die NHL wage, wie es der ehemalige NHL-Stürmer selbst in seiner Laufbahn erlebt hatte.

Stolz ist Bokk darauf, dass er wie Sturm nun zum erlesenen Kreis der deutschen Erstrundenpicks bei einem NHL Draft gehört. Neben ihm und Draisaitl wurden noch Olie Kölzig (1989/Nr. 19), Sturm (1996/21) und Marcel Goc (2001/20) in der ersten Runde aufgerufen. "Das fühlt sich gut an und verleiht dem deutschen Eishockey natürlich Renommee", sagte er. Seine Wahl beim Draft feierte Bokk zusammen mit seinen Eltern, die zu diesem besonderen Anlass nach Dallas gekommen waren. "Wir gehen jetzt erstmal zusammen essen und machen dann eine kleine Party."

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