Die Colorado Avalanche haben Spiel 2 bei den San Jose Sharks mit einem 4:2-Auswärtssieg "geklaut" und die Serie damit auf 1:1 ausgeglichen. Der deutsche Torwart Philipp Grubauer glänzte für die Avs - vorne war vor allem Offensivverteidiger Tyson Barrie produktiv.

"Es ist großartig für unser Selbstvertrauen", betonte Barrie. "Das ist ein schweres Gebäude, um darin zu gewinnen und wir hatten eine Zeit lang keinen Erfolg hier, aber wir wollten den Serienausgleich und haben ihn erreicht."
San Joses Trainer Peter DeBoer konnte wieder auf Michael Haley zurückgreifen und ließ ihn für Dylan Gambrell in die Aufstellung rotieren. Der Schweizer Timo Meier (17:42 Minuten Eiszeit) stand in den Starting-Six und spielte in der ersten Sturmreihe neben Logan Couture und Gustav Nyquist.
Colorados Coach Jared Bednar vertraute auf dasselbe Personal wie in Spiel 1. Zwischen den Pfosten startete also erneut der Deutsche Philipp Grubauer.

Die Sharks kamen energiegeladen aus der Kabine und gaben sofort erste Warnschüsse ab. Ihr Torwart Martin Jones musste erst in der 6. Minute erstmals eingreifen. Bei einem druckvollen Wechsel der zweiten Sturmreihe (Kane/Hertl/Radil) knipste San Jose die Torlampe dann zum ersten Mal an diesem Abend an: Brent Burns zog von der blauen Linie ab, Evander Kane staubte zum 1:0 ab (8.).
Die Avalanche fanden weiterhin kaum zu ihrem Spiel, konnten die neutrale Zone nur selten überbrücken, wurden meist schon in der eigenen Defensivzone vom gegnerischen Forechecking aufgerieben und konnten ihre Tempo-Stärken somit kaum ausspielen. Stattdessen nahmen die Sharks Grubauer weiter unter Beschuss (11:6 Schüsse im 1. Drittel).
"Wir hatten einige große Chancen zu Beginn, aber wir haben kein Kapital daraus geschlagen", kritisierte Kane. "Ich weiß, dass wir am Ende noch zwei Mal getroffen haben, aber wir müssen einen Weg finden, ihren Torhüter häufiger zu bezwingen."
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Colorado taktisch ein wenig besser eingestellt, sah sich aber erneut großem Druck der Kalifornier ausgesetzt. Grubauer erwies sich als sicherer Rückhalt und hielt die Avalanche mit tollen Paraden im Spiel. Wie aus dem Nichts dann der Ausgleich für die Avs: Gabriel Landeskog fälschte einen Schuss von Tyson Barrie zum 1:1 ab (29.). Der Treffer tat den Gästen aus Denver sichtlich gut, immer öfter kamen sie nun in der Offensive zur Geltung und entfachten Torgefahr. Barrie feuerte erneut einen Distanzschuss ab und versenkte den Puck mit einer Schlagschuss-Direktabnahme präzise im linken Winkel zum 2:1 für Colorado (37.). Es war Barries erster NHL-Playoff-Treffer überhaupt.

COL@SJS, Sp2: Barrie trifft hoch ins Tordreieck

Auch nach der zweiten Pause fand die Vertretung aus San Jose zunächst nicht zu ihrem über weite Strecken gezeigten "Sharks-Hockey". Die Avalanche waren mit ihrem Forechecking erfolgreich, störten den gegnerischen Aufbau empfindlich und erzwangen Fehler. Auch konnten sie ihre Geschwindigkeit nun besser ausspielen. Heiß waren nach wie vor beide Torhüter: Sowohl Jones (28 Saves, 90,3 Prozent Fangquote) als auch Grubauer (31 Saves, 91,2 Prozent) ragten mit Glanzparaden heraus. Mitte des 3. Drittels konnten die Avs dann erhöhen: Ausgerechnet Ex-Shark Matt Nieto drückte die Scheibe in einem Gewühl im Torkreis zum 3:1 über die Linie (50.).
"Grubauer]*
"Wir haben zwei absolut gleichwertige Mannschaften", analysierte Sharks-Trainer Peter DeBoer. "Sie haben einen Weg gefunden auszugleichen. Wir fahren jetzt da hin und gewinnen mindestens ein Spiel. Es ist die Zeit des Jahres, wo es auf die letzten Spiele zugeht und jeder sein Bestes gibt."
Damit glichen die Avalanche die Serie auf 1:1 aus. Punktbester Spieler war Barrie mit drei Scorerpunkten (ein Tor, zwei Assists). Colorados Nathan MacKinnon (ein Tor, ein Assist) und Mikko Rantanen (ein Assist) bauten ihre jeweiligen Punkteserien auf sechs Spiele aus.
Für Spiel 3 wechselt die Serie nach Denver. Puck-Drop ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 4 Uhr (MESZ) im Pepsi Center.