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Crosby und Ovechkin schreiben Geschichte

NHL-Pulse: Die NHL hat eine reiche Geschichte vorzuweisen, die von aktuellen Helden belebt wird

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

In der Rubrik "NHL Pulse" beleuchtet NHL.com/de an jedem Montag aktuelle Themen, Diskussionen und Entwicklungen der Saison 2018/19, die im Hintergrund des Spielgeschehens liegen.

Heute geht es um zwei ganz besondere historische Bestleistungen.

Ein Blick in die über 100-jährige Geschichte der NHL verleitet Eishockeyfreunde in aller Welt an unzähligen Stellen zu leuchtenden Augen und viel nostalgischer Schwärmerei. Was hat es im Laufe der Zeit in dieser Liga nicht für großartige Helden des Eishockeysports gegeben. Jeder Fan hat diesbezüglich natürlich seine ganz eigenen Favoriten und Lieblinge.

Dass auch in der modernen NHL diverse historische Meilensteine erreicht werden und Spieler immer wieder wahrlich historisch bedeutende Leistungen erbringen, das sollte dabei nicht übersehen werden.

Erst in der Vorwoche schrieben Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins und Alex Ovechkin von den Washington Capitals neue, besonders glanzvolle Kapitel für die Liga-Chronik.

 

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Sie zeigten damit, dass die Entwicklung der NHL alles andere als still steht, dass der Staffelstab im sich stets fortsetzenden Lauf der Eishockeygeschichte von den Legenden früherer Jahre bei Zeiten an moderne Helden weitergereicht wird, was die Liga immer wieder neu belebt.

Über Jahrzehnte hinweg steht der Name Mario Lemieux an der Spitze unzähliger Statistiken in den Geschichtsbüchern der Penguins. Seit Samstagabend ist es eine Top-Position weniger. Teamkapitän Crosby entthronte den Altmeister als der Spieler mit den meisten Einsätzen für das Franchise.

Beim 4:5 der Penguins gegen die Tampa Bay Lightning kam Crosby zu seinem 916. Spiel und verdrängte Lemieux mit 915 Einsätzen damit auf Rang zwei.

"Ich bin so glücklich für Pittsburgh spielen zu dürfen", strahlte der 31-jährige trotz der Niederlage gegen den aktuellen Ligaprimus. "Die Zeit vergeht so schnell. Zum Glück durfte ich in den vergangenen Jahren mit diesem Team so viele tolle Erinnerungen sammeln. Ich freue mich schon auf die kommenden Aufgaben mit dieser Mannschaft."

Bleibt Crosby seinem Team treu, woran aktuell kein Zweifel besteht, dann erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass der Kanadier weitere statistische Top-Werte seines ehemaligen Ziehvaters Lemieux übernehmen wird.

Beispielsweise erscheint die Übernahme des Top-Scorer-Titels für Pittsburgh möglich, sollte die Gesundheit Crosbys das zulassen und er bis weit in seiner 30er hinein für Pittsburgh auf Punktejagd gehen können. Lemieux brachte es im Laufe seiner aktiven Zeit auf 1.723 Punkte. Crosby steht aktuell bei 1.178.

Mit regelmäßigen Werten zwischen 84 und 89 Scorer-Punkten in den vergangenen Jahren, könnte Crosby den Altmeister Lemieux überflügeln, wenn er selber mindestens bis zum Alter von 37 Jahren aktiv bleibt und seine Form hält. Unmöglich erscheint dies nicht.

Die 690 Tore von Lemieux sind vermutlich von all diesen teaminternen Bestwerten am schwersten zu erreichen und zu übertreffen. Derzeit liegt der dreifache Stanley Cup Champion Crosby bei 434 Treffern. Vor ihm rangiert in Sachen Torproduktion neben Vorbild Lemieux noch Jaromir Jagr in den Geschichtsbüchern in Pittsburgh. Der inzwischen ebenfalls in den Ruhestand versetzte Tscheche brachte es auf 439 Tore für das Team, dürfte von Crosby also höchstwahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft überholt werden.

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In Sachen Stanley Cup Playoff-Erfahrung führt Crosby die Top-Listen längst an. Seine 160 Einsätze in der KO-Phase sind ebenso top, wie seine 119 Assists und 185 Punkte. Bis zum Bestwert in Sachen Playoff-Treffer fehlen ihm aktuell bis zu Lemieuxs 76 noch 10. Gut möglich, dass auch in dieser Kategorie der symbolische Staffelstab innerhalb der Organisation der Penguins alsbald weitergereicht werden wird.

Doch das Duell Lemieux gegen Crosby war in der Vorwoche nicht das einzige sporthistorische Kräftemessen in der Liga. Wenige Tage vor den Schlagzeilen aus Pittsburgh gab es in Washington Sportgeschichte zu bestaunen.

Mit einer Torvorlage zum 1:0, beim 3:2-Erfolg seiner Capitals über die Vancouver Canucks am Dienstag, schrieb Ovechkin seinen Eintrag in die Ligageschichte neu und erweiterte diesen um ein Kapitel.

Mit NHL-Punkt 1.180 wurde er zum punktbesten in Russland geborenen Spieler der NHL-Geschichte und überholte Sergei Fedorov um einen Zähler. Der neue Top-Scorer russischer Nationalität benötigte für seinen Rekordwert 1055 Spiele und damit 193 Einsätze weniger als Fedorov. Da Ovechkin weiterhin um Punkte und Tore kämpft (Stand 10. Februar 2019 hat er 1.183 Zähler auf dem Konto), ist ein Ende nicht abzusehen.

Video: VAN@WSH: Oshie trifft, Ovechkin überholt Fedorov

"Ich bin so froh, dass ich Geschichte schreiben durfte", freute sich der neue Rekordhalter nachdem er die alte Bestmarke übertroffen hatte. "Für mich ist das eine große Sache. Ich bin den Leuten, die mich in all der Zeit unterstützt haben, wirklich sehr dankbar für ihre Hilfe. Zu Beginn der Zeit in der NHL träumt man als Spieler zunächst einmal das erste Tor zu erzielen. Und jetzt bin ich der beste russische Scorer aller Zeiten. Das ist schon irgendwie irre."

In den Jahren 2008 und 2009 spielten Ovechkin und Fedorov gemeinsam in Washington und blieben danach Freunde, was das Erreichte für 'Ovi' zu etwas ganz Besonderem mache, wie er betonte. Beide sprachen, nachdem der alte Rekord fiel, direkt miteinander. Gegenseitige Freude und Wertschätzung wurden dabei versichert.

"Klar, ich wusste ja schon etwas länger, dass es bald soweit sein könnte. Als es schließlich wirklich soweit war, da war es dann trotzdem ein sehr spezieller Moment. Es bedeutet mir viel ausgerechnet ihn an der Spitze abgelöst zu haben und jetzt der erfolgreichste Scorer aus Russland zu sein", versicherte Ovechkin.

 

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Der 33-jährige gebürtige Moskauer führt die Liga mit 37 Toren an und sorgte für seine Capitals bislang für 61 Punkte. Im vergangenen Frühsommer führte er sie zum ersten Stanley Cup Titel der Franchise-Geschichte, wurde zum Playoff-MVP bestimmt und mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet.

"Wir sind sehr glücklich, dass wir ihn hier bei uns in Washington haben", lobte Trainer Todd Reirden seinen Schützling. "Man nimmt es viel zu häufig als gegeben hin, dass er ein so großartiger Spieler ist. Durch das Erreichen dieser historischen Bestmarke wird jetzt jedermann noch einmal ganz deutlich, wie großartig seine Leistungen nicht nur für uns, sondern für die gesamte National Hockey League sind."

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