"Das war lang, irgendwann hoffst du nur, dass bald einer trifft", äußerte sich der deutsche Schlussmann in Diensten der Islanders zum gewonnenen Shootout im Honda Center und fügte hinzu, dass es einem dabei keinesfalls langweilig wird, da man immer auf den Spieler fokussiert ist und sich überlegt wie man reagieren möchte. Bei zehn Schützen hatte Greiss genau den richtigen Riecher, nur viermal musste er den Puck beim längsten Penaltyschießen in der Franchisegeschichte der Islanders und Ducks passieren lassen.
Nachdem sich am 3. November die Tampa Bay Lightning und Boston Bruins ein Penaltyschießen mit 20 Schützen geliefert hatten, folgte dem Duell zwischen den Islanders und Ducks zu zweiten Mal in dieser Saison ein Shootout der über mindestens zehn Runden ging - und es war der drittlängste in der Geschichte der NHL.
Die zwei längsten Penaltyschießen fanden jeweils unter Beteiligung der Washington Capitals statt.
Zur Saison 2005/06 entschied sich die Liga, bei Spielen, die nach der Overtime noch Unentschieden stehen, den Sieger durch Penaltyschießen zu ermitteln. Vielen Eishockeyfans werden sich noch an den Shootout-Krimi erinnern, der am 26. November 2005 im Madison Square Garden für die Entscheidung sorgen sollte, und an dem mit Olaf Kolzig auch ein deutscher Torwart beteiligt war. In der 15. Runde vereitelte der damals 23-jährige Henrik Lundqvist den Versuch von Washingtons Matt Bradley. Rangers Coach Tom Renney schickte nun Marek Malik aufs Eis. Der tschechische Verteidiger hatte bis zu diesem Zeitpunkt in 489 Spielen seiner NHL-Karriere 27 Tore erzielen können. Was der damals 30-Jährige aufs Eis zaubert war einem All-Star Game würdig: Malik lief mittig auf Kolzig zu, zog dann kurz vor dem Torraum nach rechts, um sich den Puck durch die Beine zu schieben und ihn dann, Schläger zwischen den Beinen, mit der Vorhand links an Kolzig vorbei einzunetzen.
Noch immer ein Faible für schöne und außergewöhnliche Tore im Shootout hat Chicago Blackhawks Patrick Kane, der gerne die Scheibe kurz vor dem Tor mehrmals durchmischt, geduldig auf die Reaktion des Schlussmanns wartet, um sich dann die freie Ecke aussuchen zu können. Islanders Teamkapitän John Tavares, der Dienstagnacht einer von den fünf Schützen der Gäste war, die treffen konnten, liebt es ebenfalls sich den gegnerischen Torwart auszugucken, um dann mit Präzision abzuschließen.