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In der NHL stehen derzeit die beiden Conference Finale 2023 auf dem Programm. In jedem Jahr ist es eine besondere Herausforderung die begehrte Trophäe zu erringen. Doch wer sind eigentlich die besten Teams aller Zeiten? Dieser Frage ist NHL.com/de in der neuen Serie 'Champion of Champions', die in sechs Teilen präsentiert wird, nachgegangen.

In dieser Folge: Rang 4 - Die Edmonton Oilers der Saison 1983/84

Im Stanley Cup Finale 1984 standen sich die legendären New York Islanders, ein Team, das zu diesem Zeitpunkt vier Meisterschaften in Folge gewonnen hatte, und die Edmonton Oilers gegenüber. Diese waren ein junges, aufstrebendes Team, das sich sportlich auf dem Vormarsch befand und den Titel erstmals holen wollte.

Im Jahr zuvor hatten die Oilers die reguläre Saison mit einer Bilanz von 47-21-12 beendet und in den Stanley Cup Playoffs 1983 die Winnipeg Jets, Calgary Flames und die Chicago Blackhawks besiegt, wobei sie nur ein Spiel verloren. Im Finale trafen sie auf die Islanders und wurden von diesen in vier Spielen sprichwörtlich vom Eis gefegt. Die Islanders kamen nach Edmonton und gewannen mit 2:0 und 6:3, bevor sie zu Hause im Nassau Colisseum mit 5:1 und 4:2 die Serie für sich entscheiden konnten. Obwohl die Oilers eindeutig von der besseren Mannschaft geschlagen worden waren, hatte man auf beiden Seiten das Gefühl, dass sich das Blatt schon bald wenden würde. Und so kam es dann auch.

Die Oilers starteten in die Saison 1983/84 mit dem Ziel, allen etwas zu beweisen. Mit einer Bilanz von 57-18-5 stellten sie einen neuen Franchise-Rekord für die meisten Siege in einer Saison auf und hatten am Ende satte 15 Punkte Vorsprung auf die Islanders (104), dem zweitbesten Team der Liga, und 32 Punkte Vorsprung auf den nächstbesten Klub in der Campbell Conference, die Minnesota North Stars (88).

In den Playoffs besiegten die Oilers die Jets in drei Spielen, setzten sich in sieben Spielen gegen die Flames durch (4:3) und schlugen anschließend die North Stars in vier Spielen (4:0). Es kam im Stanley Cup Finale 1984 zum Wiedersehen mit der Konkurrenz aus der Vorsaison. Diesmal wollten die Oilers der Eishockeywelt demonstrieren, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten etwas dazugelernt hatten. In Spiel 1 auf Long Island gelang den Oilers ein 1:0-Sieg, angeführt von Torhüter Grant Fuhr, der mit 34 Paraden einen Shutout erzielte. Die Islanders revanchierten sich mit einem souveränen 6:1-Heimsieg in Spiel 2 und glichen die Serie zum 1:1 aus. Als das Duell für die Spiele 3 und 4 nach Edmonton zog, konnten die Islanders die dynamischen und offensivstarken Oilers nicht länger aufhalten. In Spiel 3 eröffneten die Titelverteidiger nach etwas mehr als einer Minute den Torreigen, doch die Oilers glichen noch vor der ersten Pause aus, erzielten im zweiten und dritten Drittel sechs weitere Treffer und gewannen schließlich mit 7:2. Spiel 4 entschieden die Herausforderer erneut mit 7:2 für sich.

Als der Stanley Cup zum Greifen nahe war, erzielte Wayne Gretzky im ersten Drittel von Spiel 5 zwei Tore, und die Oilers holten sich mit einem 5:2-Sieg den Stanley Cup in ihrer erst fünften NHL-Saison. Edmontons Triumph beendete auf schmerzhafte Art und Weise die unglaubliche Sieges-Serie der Islanders. Der Staffelstab des Ligaprimus war offiziell an Gretzky und seine Mitstreiter weitergereicht worden.

1984 Stanley Cup Finale, Sp5: Islanders gg Oilers

Gretzky erzielte während der regulären Saison 87 Tore und 118 Assists für 205 Punkte und gewann erneut sowohl die Art Ross wie auch die Hart Trophy. Zum zweiten Mal nach 1982 überbot Gretzky die 200-Punkte-Marke. Doch es war längst nicht nur der Spieler mit der Rückennummer '99', der im Kader der Oilers mit phänomenalen Leistungen faszinierte. Es gab in dieser Mannschaft eine große Anzahl von Spielern, die entscheidend mit dazu beitrugen, dass die 1984er-Oilers auch in der Rangliste der 'Champion of Champions'-Serie eine Top-Platzierung ergattert haben.

Da war zum einen Jari Kurri. Am Ende der Hauptrunde wies der Finne mit 52 Toren, 61 Assists und 113 Punkte persönliche Bestmarken vor. Kurri hatte womöglich zu viele Tore geschossen, um die Trophäe zu gewinnen, die er am meisten verdient gehabt hätte: die Selke Trophy für sein herausragendes Defensivspiel.

Glenn Anderson liefert mit 54 Toren seine erste 50-Tore-Saison ab. Zum ersten Mal gelangen gleich drei Spielern der Oilers mindestens 50 Tore. Paul Coffey kam mit 40 Toren und 126 Punkte als vierter Spieler der Oilers auf über 100 Punkte, neben Gretzky, Kurri und Mark Messier mit 113 Punkten. Anderson schrammte mit 99 Punkten denkbar knapp an dem Meilenstein vorbei. Mit Kurri, Messier, Coffey, Grant Fuhr und Kevin Lowe hatten sich gleich fünf weitere Klubvertreter Gretzky im NHL All-Star Game 1984 angeschlossen.

Messier schießt 2. in Spiel 3 des Finale 1984

Die Entwicklung von Coffey, der erstmals die 100-Punkte-Marke übertraf war eine der großen, positiven Geschichten dieser Oilers-Saison. Er war endgültig unter den ganz Großen in der Liga angekommen, was auch seine Berücksichtigung beim All-Star Game unterstrich.

Coffey hatte zuvor viel Kritik einstecken müssen. "Die Leute haben Dinge über mich gesagt, die mir sehr weh taten", so Coffey damals: "Aber ich hatte die Kritik verdient. Ich kann mir vorstellen, dass es in der Kabine ziemlich schwierig war, mit mir zu leben. Ich weiß, dass ich ein Querkopf war. Die Jungs haben Witze über mich gemacht. Das war nicht sehr lustig. Aber ich lernte in dieser Phase etwas über Charakter und mentale Zähigkeit. Irgendwann hat sich das dann für mich ausgezahlt."

Die Oilers schrieben dank ihrer vielen Stars in Top-Form am Ende das Rekordbuch der Liga um. Sie gewannen nicht nur 57 Spiele, sie erzielten dazu 446 Tore und belegten mit 119 Punkten den ersten Platz in der Tabelle. Zu verdanken hatten sie dies auch einem erstklassigen Trainerteam, in dem Coach Glen Sather zur Unterstützung John Muckler und Ted Green erstklassige Assistenten zur Verfügung standen.

Sie alle haben die Grundlage für die folgende Oilers-Dynastie gelegt, die mit weiteren Stanley Cup Titeln in den Jahren 1985, 1987, 1988 und 1990 aufwarten konnte.

Bisher erschienen in dieser Serie:

Rang 5 - Die Pittsburgh Penguins der Saison 2016/17

Das Verfolgerfeld - Die Ränge 6 bis 10