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Franchise-Geschichten die parallel verliefen

Die Senators und Lightning starteten vor 26 Jahren ihr Abenteuer NHL und bestritten nun ihre 2000. Partie

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

17:32 Minuten waren im ersten Drittel absolviert, als Brian Bradley aus einem Powerplay heraus den Siegtreffer markierte. Es sollte das einzige Tor des Abends bleiben und die Tampa Bay Lightning gewannen ihr Aufeinandertreffen mit den Ottawa Senators 1:0. Tampa Bays Schlussmann Pat Jablonski wehrte alle 38 Schüsse ab, die die kanadischen Gäste auf seinen Kasten abgefeuert hatten und durfte sich über einen Shutout freuen. Übrigens seinem ersten und einzigen in 128 NHL-Partien, die er in über zehn Spielzeiten absolvierte. 

Fast auf den Tag genau 26 Jahre ist es her, dass sich die Lightning und die Senators am 14. November 1992 in ihrer Premieren-Saison erstmals begegneten. Am Sonntag traten sie in einem Jubiläumsspiel für beide Seiten zum 99. Mal gegeneinander an (Ottawa: 56-34-2-7). Die zwei Klubs, deren Franchisegeschichten parallel verliefen, bestritten im Canadien Tire Centre der kanadischen Hauptstadt ihre 2000. NHL-Partie. Auch ein gutes Vierteljahrhundert nach ihrer ersten Begegnung mit den Senators hatten die Lightning knapp die Nase vorn, diesmal mit 4:3 Toren nach Verlängerung. Der Siegtorschütze war nach 13 Sekunden in der Overtime der 26-jährige Center Yanni Gourde.

Video: TBL@OTT: Gourde räumt Nachschuss in OT auf

Die Ausgangsposition mit der die beiden Franchise ihr Abenteuer NHL starteten, konnte unterschiedlicher kaum gewesen sein. Die Senators sollten im Mutterland des Eishockeys in die Fußstapfen der gleichnamigen legendären Senators treten, die elf Mal den Stanley Cup gewinnen konnten und von 1917 bis 1934 in der NHL spielten, die Lightning waren hingegen die erste NHL-Organisation, die im südlichen Bundesstaat Florida stationiert wurde.

Wie sollte das funktionieren, einen Eishockey-Klub in einer Region zu etablieren, wo doch eher Sportarten wie Football, Baseball, Golf, Tennis und Fischen Popularität genießen?

Nach anfänglichen sportlichen sowie finanziellen Schwierigkeiten im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens und Berg- und Talfahrten nach ihrem Stanley Cup Gewinn 2004, muss man resümieren: Es hat tatsächlich geklappt! 

 

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In den vergangenen fünf Spielzeiten leisteten sich die Lightning nur einen Ausrutscher, als sie im Anschluss der Hauptrunde 2016/17 die Stanley Cup Playoffs verpassten. In den anderen Jahren zählten sie und zählen noch zur sportlichen Elite der Liga, wie ein weiterer Finaleinzug nach 2004 in 2014/15, drei Divisions-Meisterschaften (2002/03, 2003/04, 2017/18), drei Conference-Finalteilnahmen in den vergangenen vier Saisons und ein enormer Zuschauerzuspruch zeigen. Seit der Saison 2015/16 beträgt die Auslastungsquote der Amalie Arena mit durchschnittlich 19.092 Besuchern 100 Prozent. Tampa entwickelte sich zu einem NHL-Standort, über den sich keiner mehr zu lächeln wagen traut.

Auch die Senators hatten einen schweren Start in der NHL: Mit gerade einmal zehn Siegen in 84 Partien (10-70-4) und einer Punkte-Quote von 14,3 Prozent waren sie in ihrer ersten NHL-Saison zusammen mit den San Jose Sharks (11-71-2, 14,3 Prozent) das drittschlechteste Team in der Liga-Geschichte nach den Washington Capitals (1974/75: 8-67-5; 13,1 Prozent) und den Philadelphia Quakers (1930/31: 4-36-4; 13,6 Prozent).

Im fünften Jahr ihres Bestehens waren auch die Senators soweit, im Kampf um den Stanley Cup einzugreifen. Von 1996/97 bis zur Spielzeit 2007/08 qualifizierte sich Ottawa elf Mal in Folge für die Playoffs - mit dem Einzug ins Stanley Cup Finale 2007 als Höhepunkt. 

Das erste Jahrzehnt der 2000er war Ottawas erfolgreichste Zeit, wenngleich sie in den Folgejahren gelegentlich für Überraschungen sorgten, wie zuletzt 2016/17, als sie bis in das Eastern-Conference-Finale vordrangen. 2002/03 schlossen sie die Saison als punktbestes Team der Liga mit dem Gewinn der Presidents' Trophy ab und vier Mal holten sie den Divisions-Titel (1998/99, 2000/01, 2002/03, 2005/06), doch sie sind momentan sehr weit davon entfernt, den großen Coup zu landen.

Seit der Saison 2014/15 bis jetzt gingen die durchschnittlichen Besucherzahlen ihrer Heimspiele von 18.246 (Auslastung: 95,3 Prozent) auf 14.305 (74,7 Prozent) zurück. Auch das dürfte ein Grund gewesen sein, warum sich im Sommer Ottawas Management dazu entschied, einen Umbau des Kaders einzuleiten. Angesichts dessen und unter Berücksichtigung, dass sie mit einem Durchschnittsalter von 24,1 Jahren die jüngsten Verteidiger in ihren Reihen haben, stehen die Senators mit einer Bilanz von 5-6-3 und einer Quote von 46,4 Prozent gewonnener Punkte gar nicht einmal so schlecht da.

Und eines ist gewiss, man trifft auf die Lightning nicht nur einmal.

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