GettyImages-1245861945

Die Seattle Kraken haben ihr Heimspiel in der Climate Pledge Arena am Mittwochabend zwar mit 2:3 gegen die Calgary Flames verloren, doch ragte der deutsche Kraken-Torwart Philipp Grubauer heraus. Der Rosenheimer überzeugte mit 41 Saves und unterstrich damit seine aufsteigende Formkurve.

Seattle verspielt die Führung und wird von Calgary überholt
Durch diesen Ausgang zogen die Flames (17-13-7) in der Tabelle an den Kraken (18-11-4) vorbei. Tyler Toffoli schoss Calgary in Führung (7.), Seattle drehte die Partie daraufhin dank der Treffer von Ryan Donato (19.) und Jamie Oleksiak (22.) kurz vor, sowie kurz nach der ersten Pause. Durch ein Powerplaytor von Nazem Kadri (30.) sowie den Siegtreffer durch Jonathan Huberdeau (53.) durften am Ende des Tages jedoch die Flames jubeln.
"Wir haben gegen ein Team gespielt, das viele Schüsse zum Tor bringt. Wir haben in den ersten zwei Dritteln also nicht viel zugelassen", sagte Kraken-Trainer Dave Hakstol. "Im dritten Drittel wurde es etwas zu viel. Wenn ich mir die Möglichkeiten anschaue, dann haben wir insbesondere in der ersten Hälfte des Spiels viele gute Chancen im 5-gegen-5 generiert. Im dritten Durchgang haben wir wieder ein bisschen zu viel zugelassen, weil wir zu viel Zeit in der Defensivzone verbracht haben. Die Anzahl der Schüsse kümmert mich also nicht, denn jedes Team spielt anders, und dieses Team schießt nun mal aus allen Lagen."
Calgary hatte einen Schussvorteil von 44:31 (14:14 im ersten, 15:11 im zweiten, 15:6 im dritten Drittel).
"Ich finde, dass die Jungs hart gearbeitet haben", sagte Seattles Verteidiger Oleksiak. "Vielleicht haben wir uns in ein paar Spielzügen einfach nicht gefunden und konnten nicht mehr Tore schießen. Daraus müssen wir einfach lernen, unsere Videoanalysen machen und im nächsten Spiel besser sein."

CGY@SEA: Grubauer glänzt bei Niederlage

Starker Auftritt von Philipp Grubauer
Grubauer stoppte an diesem Abend 41 von 44 Schüssen und kam auf eine Fangquote von 93,2 Prozent. Für den deutschen Torhüter war es bereits das dritte Spiel mit über 30 Saves in der laufenden Saison, übrigens alle eingefahren im Monat Dezember. Besonders bitter: In keinem dieser starken Auftritte durfte er am Ende einen Sieg bejubeln (36 Saves beim 1:4 bei den Washington Capitals am 9. Dezember 2022; 39 Saves beim 2:3 bei den Carolina Hurricanes am 15. Dezember 2022).
Für Grubauer ist es bislang keine einfache Saison (3-5-1, 3,3 Gegentore/Spiel, 88,2 Prozent Fangquote), allerdings auch bedingt durch eine längere Zwangspause: Am 21. Oktober 2022 hatte er sich ausgerechnet bei seinem ehemaligen Team Colorado Avalanche verletzt und fiel daraufhin etwas mehr als einen Monat aus. Nach 13 verpassten Spielen gab der 31-Jährige am 25. November sein Comeback und wechselte sich fortan regelmäßig mit Martin Jones zwischen den Pfosten ab. Seit seiner Rückkehr erhielt Grubauer acht Starts mit drei Siegen, einem Gegentorschnitt von 3,06 und einer durchschnittlichen Fangquote von 90 Prozent. Die Formkurve zeigt also klar nach oben. Es wäre nicht die erste NHL-Saison von Grubauer in seiner Karriere, in der er sich zum Saisonende hin immer mehr steigert.

CGY 3, SEA 2

Enges Playoff-Rennen im Westen - Deutsches Duell mit Draisaitl
Sein starker Auftritt gegen die Flames dürfte auch die Kraken aufhorchen lassen, immerhin sucht Seattle im engen Rennen um die Stanley Cup Playoffs im Westen nach mehr Konstanz: Aus den letzten zehn Spielen eroberte Seattle neun Punkte (4-5-1) und fiel in der Pacific Division auf Rang vier zurück, steht aber auf dem ersten Wildcard-Platz in der Western Conference. Sie befinden sich damit in ihrem zweiten Jahr weiterhin auf Kurs für die erste Playoff-Qualifikation in der Franchise-Geschichte.
Ausruhen kann sich Seattle (18-11-4) allerdings nicht, denn mit den Avalanche (19-12-2) und den Edmonton Oilers (19-15-2) stehen zwei Verfolger punktgleich und damit unmittelbar dahinter. Umso wichtiger wäre ein Erfolg am Freitag im direkten Duell mit den Oilers, die zum Jahresabschluss mit den beiden Superstars Connor McDavid und Leon Draisaitl in die Smaragdstadt kommen. Zwischen Grubauer und Draisaitl könnte es also auch ein hochkarätiges deutsches Duell geben.