Fast wäre die Punkteserie von Tim Stützle gerissen. Doch in der vorletzten Spielminute wusste der Deutsche dies zu verhindern. Die Ottawa Senators führten gegen die Vancouver Canucks mit 1:0. Vancouver hatte bereits Torwart Kevin Lankinen vom Eis genommen, um mit einem zusätzlichen Feldspieler den Ausgleich zu erzwingen.

Doch dann ging es ganz schnell: Senators-Verteidiger Thomas Chabot fing den Puck kurz vor dem eigenen Tor ab, Stützle brachte die Scheibe nach vorne und spielte zu Brady Tkachuk, der zum 2:0 ins leere Tor traf. Das Spiel war damit entschieden – und die Punkteserie von Stützle verlängert.

Der 24-Jährige hat in 13 Spielen hintereinander gepunktet und in dieser Phase acht Tore sowie neun Assists verbucht. In diesen 13 Partien haben die Senators in zehn Spielen gepunktet und davon acht Mal gewonnen. Dies zeigt, welch großen Einfluss der Deutsche auf den Erfolg seiner Mannschaft hat. In den vergangenen elf Spielen kassierten die Senators lediglich eine Niederlage.

„Ich versuche einfach nur, mein Spiel zu spielen und dem Team dabei zu helfen, die Spiele zu gewinnen. Wenn ich auf beiden Seiten des Pucks gut spiele, können wir erfolgreich sein.“, sagte Stützle.

Senators funktionieren auch ohne Top-Verteidiger Sanderson

Gleichwohl hat Ottawa bewiesen, auch Ausfälle kompensieren zu können. Die Senators bestritten in Vancouver das erste Spiel der Saison ohne ihren Nummer-1-Verteidiger Jake Sanderson, der aufgrund einer Oberkörperverletzung ausfällt.

„Wir hatten im Verlaufe der Saison bereits einige Verletzungen“, sagte Stützle kurz vor dem Spiel dazu. „Wir vermissen ihn sehr, wenn er nicht spielt. Er ist ein großartiger Spieler und wichtig für unsere Kabine. Aber wir haben andere Jungs, die jetzt Verantwortung übernehmen müssen. Daran habe ich keinen Zweifel. Wir müssen das als Mannschaft auffangen.“

Dies gelang der Mannschaft mit Bravour, denn sie ließen lediglich 16 Schüsse auf das eigene Tor zu. Torwart James Reimer konnte all diese Schüsse parieren und feierte dadurch seinen ersten Shutout der Saison. Auch die drei Powerplays der Canucks blieben erfolglos. 

„'Sandy' ist natürlich ein wichtiger Teil unseres Teams“, sagte Reimer. „Du kannst ihn nicht komplett ersetzen. Daher muss jeder seinen Teil dazu beitragen. Und ich glaube, wir sind als Gruppe und mit unserer Teamkultur darauf ausgelegt, das zu können. Jeder weiß, dass er bereit sein muss. Für mich ging es darum, mich auf mein Spiel zu konzentrieren, Paraden zu machen und so den Jungs zu helfen.“

OTT@VAN: Reimer lässt gegen die Canucks kein Gegentreffer zu

Reimer spielt seine Erfahrung aus

16 Saves mögen auf den ersten Blick nicht viel erscheinen. Allerdings parierte er auch einige Schüsse, die auf den ersten Blick unhaltbar erschienen - so zum Beispiel in der fünften Minute, als er bei einem Zwei-gegen-Eins-Angriff den Schuss von Liam Ohgren parierte.

Reimer hatte erst am 12. Januar als Free Agent bei den Senators unterschrieben, nachdem er bis dahin die halbe Saison ausgesetzt hatte. Umso beeindruckender, in welcher Form er sich präsentiert.

„Er ist halt ein echter Veteran“, lobte Trainer Travis Green. „Es ist schwierig, wenn man so lange nicht gespielt hat. Aber wenn jemand schon länger in der Liga gespielt hat, dann lässt sich das Niveau wieder abrufen. Ich habe mich wirklich für ihn gefreut. Er hat einige große Paraden gemacht. Shutouts sind in dieser Liga schwierig zu bekommen. Es ist schön, dass ihm das gelungen ist.“

Die Senators halten mit ihrem Erfolgslauf die Hoffnungen auf die Playoffs aufrecht. Mit 73 Punkten haben sie nur drei Zähler weniger als die Boston Bruins, die aktuell den zweiten Wild Card-Playoff-Platz im Osten belegen.

Nachdem die Senators einen Roadtrip über fünf Spiele (vier Siege, eine Overtime-Niederlage) hatten, stehen nun drei Heimspiele gegen die Montreal Canadiens (Mittwoch), die Anaheim Ducks (Samstag) und die San Jose Sharks (Sonntag) bevor.

Canucks weiter in der Krise

Für die kriselnden Canucks war die Heimpleite ein Rückschlag. Zuletzt hatten Marco Rossi & Co. mit einem Sieg und einer Overtime-Niederlage zumindest für einen kleinen Hoffnungsschimmer auf Besserung gesorgt.

„Offensichtlich war dies nicht das Ergebnis, das wir wollten“, sagte Lankinen. „Das tut weh, aber wir müssen weitermachen. Sowohl einzeln wie auch als Team müssen wir das Positive finden und darauf aufbauen.“

Dies dürfte aktuell jedoch schwerfallen: Mit einer Bilanz von 19-37-8 und 46 Punkten bleiben die Canucks das schlechteste Team der NHL.

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