Entscheidende Highlights aus dem Spiel zwischen den Ottawa Senators und den Montreal Canadiens

„Es war ein wichtiges Spiel und eine schwere Niederlage. Es ist brutal. Ich weiß nicht, was ich sonst sagen soll“ - Wenn Tim Stützle so kurz angebunden ist, dann ging das vorausgegangene Spiel nicht spurlos an ihm vorbei. Der deutsche Stürmer verlor mit seinen Ottawa Senators am Mittwochabend im Canadian Tire Centre mit 2:3 gegen die Montreal Canadiens. Eine Niederlage, die Ottawa gegen einen direkten Konkurrenten im Playoff-Rennen zurückwirft. Klar, dass gleich mehrere erreichte Meilensteine von Stützle nur ein Quantum Trost waren.

Playoff-Atmosphäre in der Hauptstadt

Im Canadian Tire Centre herrschte zweifelsohne eine Playoff-Atmosphäre. Das lag einerseits an den vielen Gäste-Fans aus Montreal, die ihr Team im nächsten Auswärtsspiel der gesamten Saison (nur 160 Kilometer Luftlinie) zahlreich unterstützen. Sogar die Spieler reisen für dieses Derby mit dem Zug an. Andererseits ging es für beide Seiten um wichtige Punkte für die Stanley Cup Playoffs. Die Senators wollten den Rückstand verkürzen, die Canadiens ihren Vorsprung ausbauen. Entsprechend ließen die beiden Rivalen insgesamt 64 Checks (33:31) aufeinander einprasseln.

„Es war eine großartige Atmosphäre, es war laut und es macht immer Spaß, gegen diese Jungs zu spielen. Wir haben es alle genossen“, sagte Ottawas Stürmer Drake Batherson.

„Es ist immer ein emotionales Spiel hier“, so Montreals Angreifer Jake Evans. Sein Teamkollege Alex Newhook stimmte mit ein: „Es hat sich ein wenig wie ein Playoff-Spiel angefühlt.“

Ein Quantum Trost

Drei Führungswechsel sorgten zudem für Hochspannung. Den besseren Start erlebte Montreal, das nach nur 76 Sekunden im Powerplay in Führung ging. Ivan Demidov spielte einen kurzen Querpass zu Juraj Slafkovsky, der per Tip-in aus der Nahdistanz das 1:0 besorgte (2.). Der 21-jährige Slowake überholte mit seinem 24. Saison- und 66. NHL-Treffer damit Henri Richard für die meisten Tore eines Canadiens-Spielers vor dem Erreichen des 22. Lebensjahres.

Ottawa drehte das Spiel noch im ersten Drittel: Batherson (17., im Powerplay; 19.) schnürte einen Doppelpack. Seine Kumpel Stützle (0-2-2) assistierte bei beiden Toren.

Der 24-jährige Senators-Star aus Viersen baute mit dem 100. Multi-Punkte-Spiel seiner NHL-Karriere auch seine persönliche Punkteserie auf 14 Spiele aus (8-11-19) und stellte damit einen persönlichen Bestwert ein. Gleichzeitig durchbrach er die Schallmauer von 70 Scorerpunkten (64 Spiele, 30-40-70) in der laufenden Saison. Stützle wurde damit zum vierten Spieler in Ottawas Franchise-Geschichte, der in vier Jahren in Folge das 70-Punkte-Plateau erreichen konnte und reiht sich in einen prominenten Kreis an klangvollen Vorgängern wie Daniel Alfredsson (neun Saisons in Folge, von 2000/01 bis 2009/10), Dany Heatley (vier, von 2005/06 bis 2008/09) und Jason Spezza (vier, von 2005/06 bis 2008/09) ein.

MTL@OTT: Stützle und Batherson setzen entschlossen nach und arbeiten den Puck ins Tor

Für den Deutschen dürften alle diese erreichten Meilensteine aufgrund des weiteren Spielverlaufs aber nur ein Quantum Trost bedeuten, um es mit einem Film-Titel von James Bond auszudrücken.

Bauerntrick, Abstauber und ein starker Torwart

Mit einem Bauerntrick samt Tunnel glich Alexandre Texier im zweiten Durchgang für die Canadiens aus (38.). Im Schlussabschnitt gelang Demidov der Siegtreffer, als er nach einem Schuss von Newhook erfolgreich abstaubte (53.).

Die Senators rannten an (13:5 Torschüsse im dritten Drittel), doch wollte der Ausgleich nicht mehr fallen. Montreals Torhüter Cam Fowler (32 Saves, 94,1 Prozent Fangquote) ragte über sich hinaus und hielt den Auswärtssieg fest.

„Wir waren nahe dran, aber ihr Torwart hat ein paar wichtige Paraden gezeigt. Es war ein solides Spiel von uns“, sagte Batherson. „Das war ein Vier-Punkte-Spiel für uns, denn wir wollen sie einholen. Wir hätten gerne gewonnen, aber so läuft es manchmal.“

„Wir wussten, dass es ein wichtiges Spiel ist. Wir hätten mit Sicherheit einen Punkt verdient gehabt“, haderte auch Stützle. „Ich habe das Gefühl, dass wir alles gegeben haben. Das ist frustrierend. Es ist schwer, aber wir müssen weitermachen. Wir brauchen Siege, denn wir wollen die Playoffs erreichen.“

Playoff-Kampf zur Prime Time

Ottawa (32-23-9) ist Sechster in der Atlantic Division und hat fünf Punkte Rückstand auf einen Wildcard-Rang in der Eastern Conference.

Division-Rivale Montreal (36-18-10) ist Dritter und hat jetzt sechs Zähler Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz.

„Wir können uns nicht aussuchen, welche Spiele wir gewinnen“, sagte Senators-Trainer Travis Green. „Wir werden vor dem Saisonende noch ein weiteres Spiel verlieren. Wir sitzen also nicht da und sagen, dass wir Montreal schlagen müssen und es uns leisten können, gegen Calgary zu verlieren. Wir haben heute Abend nach einer langen Auswärtsserie ein wirklich gutes Spiel gemacht und müssen uns nur um uns selbst kümmern.“

Am Samstag (1 p.m. ET; 18 Uhr MEZ) empfängt Ottawa die Anaheim Ducks.

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