Die NHL-Playoffs ohne den besten Torschützen der Liga? Möglich ist das, denn noch immer sind die Washington Capitals mit ihrem Superstar Alex Ovechkin außerhalb der Ränge, die zur Teilnahme an der K.o.-Runde berechtigen. Nach dem sehr wilden 7:3-Heimsieg am Montagabend (Ortszeit) in der Capital One Arena gegen die Calgary Flames aber hat die Hoffnung, doch noch auf den Playoffzug aufzuspringen, neue Nahrung bekommen.
Drei Eishockeyspiele in einem? Gibt’s nicht? Nein, selbstverständlich nicht. Und doch hat sich die Partie der Washington Capitals gegen die Calgary Flames so angefühlt, weil sie drei grundsätzlich verschiedene Spielabschnitte bereithielt.
Die Gastgeber legten los wie die sprichwörtliche Feuerwehr und lagen nach dem ersten Drittel 3:0 in Führung. Hendrix Lapierre (3.), Tom Wilson (10.) und Connor McMichael (18.) waren die Torschützen. Wobei Wilson der einzige Torschütze der Capitals an diesem Abend bleiben sollte, der älter als 30 Jahre alt ist. Da standen die Zeichen irgendwie schon ganz klar auf Heimsieg für Washington.
Flames treffen zweimal in Unterzahl
Doch dann kam das zweite Spiel innerhalb dieser Partie, in dem Ovechkin und Co. einen sicher geglaubten Sieg fast aus der Hand gaben. Denn die Gäste aus der kanadischen Provinz Alberta glichen innerhalb von knapp drei Minuten gegen Ende des zweiten Drittels aus. Konnte man aus Capitals-Sicht das 3:1 durch Matvei Gridin (37.) noch als Betriebsunfall verbuchen, so waren die beiden folgenden Tore durch Blake Coleman (38.) und Yegor Sharangovich (39.) schon ernster zu nehmen. Umso mehr, da beides Unterzahltreffer für die Flames waren. Die beiden Shorthander fielen innerhalb von 76 Sekunden. Damit sind das die sechstschnellsten aufeinanderfolgenden Unterzahltore in der Historie der Flames.
Zum 29. Mal in ihrer Franchisegeschichte kassierten die Capitals zwei Treffer bei eigener Überzahl in einem Spiel. Nach dieser Partie lautet die Bilanz in solchen Spielen 4-21-1. Es war der erste Sieg für das Team aus der US-Hauptstadt seit einem 4:3-Heimsieg gegen die Phoenix Coyotes am 21. November 2011.
Das wäre jetzt normalerweise der Punkt gewesen, an dem die Partie komplett zugunsten der Gäste hätte kippen können. Doch es folgte Spiel Nummer drei in dieser Partie im dritten Drittel und eine Leistung, für die es am Ende Lob für die Capitals von Trainer Spencer Carbery gab. Dafür, dass seine Jungs im Kopf nochmal den Resetknopf drücken und die Partie doch noch für sich entscheiden konnten.
„Bei den ersten Wechseln konnte man schon sehen, dass wir wieder zurück zu unserer normalen Stärke gefunden hatten“, analysierte Carbery die Anfangsphase des Schlussabschnitts bei der Pressekonferenz. Er attestierte seinem Team eine hohe Widerstandsfähigkeit. „Der Charakter im Team stimmt. Die Jungs wollen immer das Richtige machen. Es wird nicht passieren, dass sich die Mannschaft hängen lässt.“



















