SEA Grubauer 1209

Am Samstagabend empfingen die Seattle Kraken die Tampa Bay Lightning. Eine Entscheidung fiel erst in der Overtime, als Nikita Kucherov zum 4:3 für die Gäste einnetzen konnte. Die Niederlage war für die Kraken nur ein Teil des Tiefschlags in einem starken Match. 

Richtige Entscheidungen 

Nach einem sehr dominanten Eröffnungsdrittel der Lightning, stand es bereits 2:0 für die Gäste. Anthony Cirelli und Nikita Kucherov konnten je einen der 14 abgegebenen Schüsse hinter Philipp Grubauer im Netz versenken. Seattle kam im gleichen Zeitraum auf nur vier Abschlüsse und zeigte, dass der Negativlauf, mit zuvor sechs Niederlagen in Serie (0-5-1) deutliche Spuren hinterlassen hatte. 

Nach der ersten Unterbrechung drehte sich das Blatt überraschend. Die Kraken fanden stark in die Partie zurück und sorgten mit einem deutlichen Torschussverhältnis (15:9) für umgekehrte Verhältnisse. Sie trafen plötzlich die richtigen Entscheidungen und konnten durch Oliver Bjorkstrand und Jamie Oleksiak ausgleichen. Für Bjorkstrand war es der 300. Punkt in der NHL. 

Mit dem Comeback im Rücken wuchs das Selbstvertrauen der Kraken und ein schneller Überzahltreffer nur 14 Sekunden nach Beginn des Schlussabschnitts durch Jared McCann war der verdiente Lohn für eine, nach Startschwierigkeiten, starke Partie der Gastgeber.

Grubauer verletzt 

Den Führungstreffer erlebte Grubauer nicht mehr auf dem Eis. Der deutsche Schlussmann verletzte sich bei einer Abwehraktion, ohne Einwirkung eines Gegenspielers, und konnte im dritten Abschnitt nicht mehr auflaufen. 

Grubauer schien sich eine Unterkörperverletzung zugezogen zu haben, als er nach rechts gleiten wollte. Im Anschluss hatte er Probleme wieder aufzustehen und hielt sich den Leistenbereich. Weitere Informationen über die Schwere der Verletzung waren direkt nach Spielende nicht verfügbar. 

Für den Nummer-Eins-Torhüter der Kraken kommt die Verletzung zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt. Wie auch die gesamte Mannschaft der Kraken konnte Grubauer mit seinen Leistungen im Saisonverlauf bislang nicht zufrieden sein. Eine Fangquote von 88,3 Prozent und ein Gegentorschnitt von 3,26 liegen deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. 

Nach schwierigen Spielen im November (86,7 Prozent bei 9 Starts) konnte sich Grubauer bei den zwei Starts im Dezember steigern (89,1 Prozent) und war auch gegen Tampa Bay, bis zu seiner Verletzung, ein starker Rückhalt mit 21 Paraden bei 23 Abschlüssen. 

Als Vertretung von Grubauer kam ab dem dritten Abschnitt Joey Daccord zum Einsatz. Er musste bei sechs Lightning-Schüssen im Schlussdrittel einen von Nicholas Paul passieren lassen und war auch in der Verlängerung, beim einzigen Torschuss der Lightning, gegen Kucherov machtlos. 

X-Faktor Kucherov 

Die Lebensversicherung der Tampa Bay Lightning heißt Kucherov. Während das Team in der Atlantic Division auf dem fünften Rang im Mittelmaß festhängt, brilliert der Angreifer wie aus den Vorjahren bekannt. Mit 44 Punkten (17 Tore, 27 Vorlagen) ist er der unangefochtene Top-Scorer der NHL (5 Punkte Vorsprung vor David Pastrnak). 

Auch gegen die Kraken war es am Ende Kucherov, der den Unterschied ausmachte und für zwei Punkte für das Team aus Florida sorgte. Zwei Tore und eine Vorlage, die die Overtime erst ermöglicht hatte, standen am Ende für Kucherov auf dem Spielbericht. 

Es war das 13. Mal in der laufenden Saison, das Kucherov am Ende mehr als einen Punkt auf dem Konto stehen hatte. Kein anderer Akteur konnte diesen Wert in dieser Spielzeit übertreffen. Genauso sieht es auch bei den Mehr-Tor-Spielen aus. Die sieben von Kucherov sind der Ligabestwert. 

In seiner Karriere war es Kucherovs 73. Match mit drei Punkten. In der Lightning-Historie konnte er damit mit Martin St. Louis gleichziehen. Lediglich Steven Stamkos (93) gelang das noch häufiger.

TBL@SEA: Kucherov liefert das entscheidende Tor

Negativserie hält 

Für die Kraken bleibt es am Ende trotz der guten Leistung ein bitterer Abend. Sie hatten das Spiel gedreht und viele richtige Entscheidungen getroffen, doch am Ende steht eine weitere Niederlage. Eine 0-5-2-Bilanz seit dem 24. November ist die schlechteste der Liga in diesem Zeitraum. Kein anderes Team blieb seitdem sieglos. 

Zusätzlich wiegt der Verlust des Stammtorhüters schwer. Ohne Grubauer wird es für Seattle noch schwerer, die Negativserie zu beenden und in die Erfolgsspur zurückzukehren. Die nächste Chance bietet sich direkt am Sonntag (9 p.m. ET; NHL.tv; Mo. 3 Uhr MEZ), wenn die Minnesota Wild in Seattle gastieren.

Verwandte Inhalte