Seattle Kraken

Die Seattle Kraken hab am Donnerstagabend in Climate Pledge Arena den ersten Sieg in der Saison 2023/24 eingefahren und gegen die Carolina Hurricanes mit 7:4 gewonnen. Dabei gelang es den Hausherren, die Offensive zu entfesseln – als Knotenlöser wirkte unter anderem das effektivere Powerplay.

Seattles Special Teams sorgen für drei Treffer

In der Vorsaison zählte Seattle mit 100 Punkten (46-28-8) zu den Überraschungsteams in der NHL. In den Stanley Cup Playoffs 2023 schalteten die Kraken den damals noch amtierenden Champion Colorado Avalanche in der 1. Runde aus (4:3) und drangen bis in die 2. Runde vor (3:4 gegen die Dallas Stars). Viel Rückenwind schien das für die neue Spielzeit allerdings nicht zu geben: Nach einem Fehlstart mit vier Niederlagen zum Auftakt (0-3-1) dauerte bis zum fünften Spiel, ehe Seattle den ersten Sieg einfahren konnte. Dieser gelang ausgerechnet gegen Carolina, das in diesem Jahr zum Favoritenkreis für die Meisterschaft zählt.

„Mir hat gefallen, wie wir uns gewehrt haben, als wir es mussten“, sagte Kraken-Trainer Dave Hakstol. „Wenn man sich anschaut, wie wir heute unsere Tore erzielt haben, dann haben wir die Tiefe der Offensivzone genutzt und sind vors Tor gezogen. Es waren keine verrückten Spielzüge.“

In den ersten knapp 23 Minuten wusste Seattles Offensive Carolinas Torwart Antti Raanta (14 Saves, 77,8 Prozent Fangquote) mit 18 Torschüssen zu beschäftigen. Yanni Gourde traf per Tip-in zum 1:0 (8.), danach liefen die Special Teams der Kraken heiß: Jaden Schwartz traf im Powerplay zum 2:1 (13.), Pierre-Edouard Bellemare in Unterzahl zum 3:1 (20.) und Vince Dunn erneut in Überzahl zum 4:1 (23.).

In den ersten vier Saisonspielen war Seattles Powerplay kaum effektiv (1/11), gegen die Hurricanes aber gab das Überzahlspiel den entscheidenden Schub (2/3).

„Das Powerplay hat heute für einen großartigen Start gesorgt“, so Haktol. „Auch hier haben wir es einfach gehalten, das Faceoff gewonnen, den Puck zum Tor gebracht und ihn dann reingemacht. Das ist es, was uns auf Kurs bringt.“

Premiere für Kartye – Grubauer sieht Sieg von außen

Nach dem 4:1 beschloss Hurricanes-Trainer Rod Brind’Amour den Torwart zu wechseln und brachte Pyotr Kochetkov (15 Saves, 88,2 Prozent Fangquote). Das sorgte zwischenzeitlich für einen Hallo-Wach-Effekt bei seiner Mannschaft, die im dritten Drittel noch einmal auf 3:4 und 4:6 herankommen sollte.

Die Kraken-Offensive aber war an diesem Abend komplett entfesselt: Jared McCann (52.), Tye Kartye (53.) und Oliver Bjorkstrand (57.) schraubten das Ergebnis auf 7:4.

Seit der Saison 2022/23 gelang Seattle damit zum achten Mal ein Spiel mit mindestens sieben Treffern. Kein anderes NHL-Team kommt auf eine so hohe Anzahl in diesem Zeitraum. Auf Platz zwei folgen die Edmonton Oilers mit deren sieben.

„Es fühlt sich richtig gut an“, sagte Kartye, die Entdeckung in den Playoffs 2023 (10 Spiele, 3-2-5), der nun auch erstmals in der regulären Saison ins Tor traf. „Aber auch, weil wir gewonnen haben und wir uns befreien konnten.“

Zu den Top-Scorern zählten Flügelstürmer Bjorkstrand (1-2-3) und Verteidiger Vince Dunn (1-2-3). „Dass jeder seinen Beitrag leistet sorgt dafür, dass sich mein Spiel von selbst entwickelt“, erklärte Dunn. „Ich würde kein einziges Tor schießen, wenn meine Mitspieler nicht ihren Teil dazu beitragen würden. Ich muss also alle anderen Jungs loben, dass sie mich auf dem Eis gefunden haben und gleichzeitig auch anspielbar für mich gemacht haben.“

Im Tor hielt Joey Daccord den ersten Kraken-Sieg der Saison mit 32 Saves fest (88,9 Prozent Fangquote). Dem Rosenheimer Philipp Grubauer blieb dieses Mal nur die Rolle des Backups.

CAR@SEA: McCann baut Kraken-Führung aus

Hurricanes hadern mit der Defensive

Während Seattle nach diesem Brustlöser tief durchatmen konnte, wirkte Carolina ein wenig verschstimmt: In den letzten vier Spielen kassierten die Hurricanes nur einmal weniger als vier Gegentore und verloren zwei der letzten drei Partien. Mit im Schnitt 4,8 Gegentoren pro Spiel stellt das Team aus Raleigh völlig überraschend die schlechteste Defensive der Liga, die auch nicht auf den Ausfall von Stürmer Sebastian Aho (Oberkörperverletzung) zurückzuführen ist.

„So wie wir spielen, ist es immer ein 50:50-Spiel. Wir hoffen, dass wir viele Tore schießen, dass wir mehr Chancen kreieren und den Gegner mit unserem Können schlagen, aber das funktioniert so einfach nicht“, kritisierte Kapitän Jordan Staal.

„Wir haben immer das Gefühl, dass wir zurückkommen können, egal, was passiert. Wir glauben daran, dass wir eine Mannschaft sind, die jederzeit mehrere Tore erzielen kann. Momentan geht es eher darum, hinten die Gegentreffer zu verhindern“, so Angreifer Seth Jarvis.

Zeitnahes „Rückspiel“ in Raleigh

Für Carolina werden die Aufgaben mit zwei anstehenden Auswärtsspielen bei der Colorado Avalanche und beim Tampa Bay Lightning nicht leichter. Auch Seattle hat ein anspruchsvolles Programm vor sich, spielt erst zu Hause gegen die New York Rangers, um dann auswärts bei den Detroit Red Wings anzutreten. Schon am 26. Oktober stehen sich Hurricanes und Kraken erneut in Raleigh gegenüber.

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