Zwölf Spiele lang mussten sich die Chicago Blackhawks neu erfinden. Ohne ihren verletzten Superstar Connor Bedard war die Mannschaft gezwungen, über das Kollektiv zu kommen, und sie tat dies mit überraschendem Erfolg. Eine Siegesserie von vier Spielen – der Saisonbestwert – hatte das Selbstvertrauen in der "Windy City" pünktlich zur Rückkehr der Nummer 98 auf ein Hoch getrieben. Doch der Freitagabend im United Center hielt eine sportliche Ironie bereit, die so ernüchternd wie lehrreich war. Ausgerechnet in dem Moment, als das größte Talent wieder das Eis betrat, brach das Momentum in sich zusammen.
Die 1:5-Niederlage gegen die Washington Capitals wirkte wie eine kalte Dusche für die Hoffnungen, Bedard könne das funktionierende Gefüge sofort auf ein neues Level heben. Statt einer triumphalen Rückkehr sahen die Zuschauer eine Mannschaft, die verunsichert wirkte und einen Gegner, der diese Fragilität routiniert ausnutzte. Es zeigte sich, dass die bloße Anwesenheit eines Ausnahmespielers keine Garantie für Punkte ist, wenn die Umstände – und die Gesundheit des Kaders – nicht mitspielen.
Die Suche nach dem Rhythmus
Für Bedard selbst war der Abend ein Kampf gegen den Rost, den eine einmonatige Pause unweigerlich ansetzt. Seine Statistik las sich am Ende unspektakulär: 17:07 Minuten Eiszeit, vier Torschüsse, keine Punkte und ein negativer Plus-Minus-Wert (-1) in der Bilanz. Es fehlte die Selbstverständlichkeit in seinen Aktionen, die ihn vor der Verletzung auf Platz drei der NHL-Scorerliste gebracht hatte. Jene Verletzung, die er sich am 12. Dezember bei einem unglücklichen Zusammenprall mit Brayden Schenn im Spiel gegen die St. Louis Blues zugezogen hatte, schien physisch überwunden, doch das Timing war noch nicht zurück.
Der Center analysierte seine Leistung im Anschluss kritisch. „Es war eines dieser Spiele, in denen der Puck ein wenig herumsprang“, erklärte Bedard und beschrieb die Schwierigkeit, die Scheibe sauber zu kontrollieren. Es sei schwer gewesen, präzise Pässe zu bekommen. Diese kleinen Ungenauigkeiten summierten sich. Wo er sonst instinktiv die Lücke findet, war an diesem Abend oft ein Schläger oder ein Schlittschuh im Weg. „Ich habe definitiv Besseres zu bieten“, gab er zu, „und wir als Team haben offensichtlich auch Besseres zu bieten.“




















