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16 Teams, zwei Gruppen, eine Stadt, ein Ziel: den WM-Titel! Am Freitag beginnt im lettischen Riga die IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2021. Deutschland und die Schweiz zählen zwar nicht zum engsten Favoritenkreis, wohl aber zu den potenziellen Überraschungsmannschaften.

"Wir brauchen uns vor keinem Gegner zu verstecken. Unsere Spieler haben das Selbstvertrauen, jeden Gegner besiegen zu können", äußerte Toni Söderholm, der Bundestrainer der Deutschen Nationalmannschaft, kürzlich im Gespräch mit NHL.com/de. Auch Patrick Fischer, der Trainer der Schweiz, blickt der Weltmeisterschaft zuversichtlich entgegen. "Die Vision Weltmeister ist für uns der Leuchtturm. Das erklärte Ziel ist wie jedes Jahr die Viertelfinal-Qualifikation", sagte er gegenüber nau.ch.
Die deutsche Nationalmannschaft sorgte im Jahre 2018 weltweit für Furore, als sie bei den Olympischen Winterspielen überraschend die Silbermedaille gewann. Bei der Weltmeisterschaft 2019 belegte die DEB-Auswahl einen ordentlichen 6. Platz. Dies war das beste Abschneiden nach der WM 2010, bei der Deutschland das Halbfinale erreichte.
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Die Schweiz belegte bei der letzten WM den 8. Platz, gewann im Jahr zuvor allerdings die Silbermedaille. Somit lässt sich festhalten: Beide Nationen können bei einem günstigen Turnierverlauf viel erreichen.
"Wichtig ist, dass sich die Mannschaft im Verlaufe der Gruppenphase weiterentwickelt und im Viertelfinale voll durchstarten kann", erklärte Söderholm. Genau dies gelang Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2019 nicht. In der Runde der letzten Acht scheiterte die Auswahl mit 1:5 gegen Tschechien.
Nun startet Deutschland mit dem Vorrundenspiel gegen Italien in die Weltmeisterschaft. Norwegen, Kanada, Kasachstan, Finnland, USA und Lettland sind die weiteren Gegner in der Gruppe B. "Die Charaktere und die Spielweisen der Nationen unterscheiden sich teilweise sehr", befand Söderholm. Kanada und der Titelverteidiger Finnland dürften die stärksten Gegner sein. Vor zwei Jahren unterlag Deutschland in der Vorrunde gegen Kanada mit 1:8. "Wir wollen uns unbedingt verbessern", stellt der Bundestrainer klar.
In Lean Bergmann (San Jose Sharks) und Tobias Rieder (Buffalo Sabres) mischen zwei Deutsche mit, die in der laufenden Saison in der NHL auf dem Eis standen. Auch der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl, der in der laufenden Spielzeit für die Bridgeport Sound Tigers in der AHL auflief, zählt zu den bekanntesten Namen.

BUF@NJD: Rieder schießt ins Tordreieck ein

Mit viel Selbstvertrauen reist auch Marcel Noebels zur WM. Der 29-Jährige, der im Jahre 2011 in der 4. Runde von den Philadelphia Flyers gedraftet wurde und trotzdem nie ein Pflichtspiel in der NHL bestritt, war in der zurückliegenden DEL-Saison mit 42 Scorer-Punkten der effektivste Spieler der Eisbären Berlin und gewann mit diesen die Deutsche Meisterschaft.
Die Nationalmannschaft der Schweiz ist mit vier aktiven Spielern aus der NHL bestückt. Dies sind Nico Hischier, Jonas Siegenthaler (beide New Jersey Devils), Timo Meier (San Jose Sharks) und Philipp Kurashev (Chicago Blackhawks). Trainer Fischer glaubt an die Qualität seiner Mannschaft: "Wir haben eine starke Mannschaft und können nach vier Siegen in vier Vorbereitungsspielen mit einem guten Gefühl in die WM starten."

Hischier SUI goal

Tatsächlich hat die Schweiz in der Vorbereitung bewiesen, mit den Top-Nationen mithalten zu können. Russland wurde mit 3:1 und 1:0 gleich zwei Mal bezwungen. Am Samstag startet die Mannschaft mit dem Spiel gegen Tschechien in die WM. Die weiteren Gegner sind Dänemark, Schweden, die Slowakei, Russland, Weißrussland und Großbritannien.
Die jeweils vier bestplatzierten Teams der beiden Gruppen qualifizieren sich für das Viertelfinale. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich. Einen echten Titelfavoriten gibt es laut Söderholm nicht. Generell seien aber die Mannschaften von "Russland, Kanada, Finnland oder Schweden meist vorne mit dabei."
Aufgrund der Pandemie unterscheidet sich die Weltmeisterschaft von den bisherigen Turnieren. Die WM wird in einer Bubble ausgetragen und von einem strengen Testkonzept begleitet. Zudem sind alle Mannschaften in dem WM-Hotel von Riga untergebracht. Die Spiele sollen zunächst ohne Zuschauer ausgetragen werden. Dies könnte sich allerdings im Verlaufe des Turniers noch ändern. DEB-Präsident Franz Reindl hofft jedenfalls, "dass Zuschauer in bestimmten Bereichen sein werden."
Die sportliche Besonderheit ist, dass es keine Absteiger gibt. Weil die Division-IA-WM in Slowenien coronabedingt abgesagt wurde und sich keine Aufsteiger ermitteln lassen, muss kein Team die Top-Division verlassen. Heißt also: Die teilnehmenden Nationen haben nichts zu verlieren, dafür aber umso mehr zu gewinnen.