"Ich möchte diesen Spielern ein riesiges Dankeschön aussprechen. Sie haben jahrzehntelang für die Schweiz alles gegeben und wir sind heute auch dank ihnen dort, wo wir sind. Wir werden Raphael und Simon in naher Zukunft selbstverständlich noch in einem würdigen Rahmen verabschieden", sagte Nationalmannschaftdirektor Lars Weibel.
Chefcoach Fischer hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Diese Mannschaft hat Unglaubliches geleistet in den letzten Jahren. Der Kern der Mannschaft war mitverantwortlich dafür. Eine Mannschaft kann man aber nur erneuern, wenn man diesen Kern selbst erneuert", erläuterte er. Die Erkenntnisse aus den Olympischen Spielen in Peking seien mitentscheidend für den jetzt angeschobenen Wandel gewesen. "Das Team hatte nicht das Feuer, das ich mir gewünscht hätte. Dafür trifft keinen Einzelspieler die Schuld. Aber der Moment ist gekommen, um etwas zu verändern", betonte er.
Nach den Worten des Nationalcoaches ist eines der wichtigsten Ziele, die Nati insgesamt jünger zu machen. "Auf diesen Prozess freue ich mich sehr", sagte er. Fischer erhofft sich dadurch bereits für die anstehende WM neue Impulse. "Ein Spieler, der zum ersten Mal dabei ist, hat automatisch einen anderen Hunger als einer, bei dem es vielleicht schon zur Routine wurde. Wir müssen wieder schneller spielen, in beiden Slots die Zweikämpfe gewinnen und bereit sein, die Extrameile zu gehen", gibt er die Marschrichtung vor.
Fischer genießt bei den Umbaumaßnahmen die volle Rückendeckung des Managements. Laut Teamdirektor Weibel ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um jenen Akteuren, die seit vier Jahren als Prospects im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft aufgebaut wurden, eine größere Rolle einzuräumen. "Diese Spieler sind bereit dafür", ist er überzeugt. Das Ganze sei aber nicht mit der WM in Finnland abgeschlossen, sondern erstrecke sich über die nächsten Jahre.
In den verbleibenden Wochen bis zum Start der WM will Fischer seinem Team den letzten Schliff für die Auftritte bei der WM verleihen. Die Testspiele gegen Frankreich und Deutschland waren ein guter Anfang. Am 30. April und 1. Mai folgen zwei Begegnungen mit Lettland.
Eine letzte wichtige Standortbestimmung vor dem WM-Beginn steht der Nati bei den diesjährigen Beijer Hockey Games bevor. Dabei treffen sie am 5. Mai in Tampere auf WM-Gastgeber und Mitfavorit Finnland, am 7. Mai in Stockholm auf Schweden und am 8. Mai wiederum in der schwedischen Hauptstadt auf Tschechien. Nach Ansicht von Fischer ist es für die Schweiz ein absoluter Glücksfall, an diesem Turnier teilnehmen zu können.