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NHL Europa-Spiel der Woche: Schussfreude

Am Sonntag um 19 Uhr MEZ treten die Carolina Hurricanes in Ottawa live auf Teleclub Sport, Sport1 und Sport1 US an

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

"Wir müssen zielstrebiger den Weg zum Tor finden, öfters den Abschluss suchen und aus allen Positionen schießen." Dieses vermeintlich einfache Erfolgsrezept wird häufig proklamiert, wenn es bei einem Team in der Offensive nicht wie gewünscht rund läuft. Die Hoffnung, dass bei irgendeinem Abpraller einer der eigenen Leute richtig stehen und den Rebound schon verwerten wird, steckt hinter diesem Konzept, das zu mehr Toren führen soll. Dem Zuschauer verspricht es Spannung durch viele brenzlige Situationen und es erhöht die Chance sagenhafte Paraden der Torhüter bestaunen zu dürfen.

Beim NHL Europa-Spiel der Woche tritt am kommenden Sonntag mit den Carolina Hurricanes ein Team bei den Ottawa Senators im Canadian Tire Centre der kanadischen Hauptstadt an (19:00 MEZ; Teleclub Sport, Sport1; Sport1 US; NHL.tv) an, das dafür bekannt ist, nicht lange zu fackeln. Keine andere Mannschaft schießt häufiger auf das Tor als die Hurricanes. Pro Spiel prüften sie den gegnerischen Torwart im Schnitt 36,9 Mal.

Da dürften ihnen doch die Senators gerade gelegen kommen, die ihren Gegnern gerne das Kommando übergeben, die mit 37,6 die meisten Torschüsse zulassen und deren Defensive alles andere als sattelfest ist?

 

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Es kommt nicht von ungefähr, dass die Kanadier bereits 163 Treffer kassiert haben. Ihre Torhüter sehen sich häufig einem Schuss nach dem anderen ausgesetzt. Weder Mike McKenna (29,2 Schüsse/Spiel), noch Marcus Hoberg (35,0 Schüsse/Spiel) oder ihr seit Ende Dezember aufgrund einer Gehirnerschütterung verletzte Stammtorwart Craig Anderson (35,3 Schüsse/Spiel), mit insgesamt 1095 Schüssen der am meisten beschäftigte Schlussmann der Liga, konnten sich über mangelnde Arbeit beschweren, wenn sie im Kasten ihrer Senators standen.

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Andererseits strafen die Hurricanes dem Motto 'Häufiger Abschließen führt zu mehr Tore' Lügen. Trotz ihrer Offensivbemühungen und ihres enormen Aufwands erzielten sie mit 98 Treffern ligaweit die zweitwenigsten Tore. Sieht man sich die Schussbilanzen der Teams in den einzelnen Partien an, stellt man fest, dass die Hurricanes unter den zehn Spielen, in denen eine Mannschaft mindestens 50 Schüsse abfeuerte, dreimal vertreten waren. Mit den 57 Torschüssen im Spiel gegen die Minnesota Wild am 13. Oktober liegt Carolina in dieser Liste ganz vorne.

In neun ihrer Saison-Auftritte suchten die Hurricanes öfters als 40 Mal den Abschluss, doch nur dreimal verließen sie das Eis auch als Sieger (3-3-3). Es war aber keinesfalls der Fall, dass sie in jeder dieser verlorenen Partien durchwegs einem Rückstand hinterherlaufen mussten, was naheliegend wäre. Zweimal, am 30. Oktober gegen die Boston Bruins (2:3) und am 10. November gegen die Detroit Red Wings (3:4 SO) führten sie sogar noch zur zweiten Pause.

 

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Von ihren sechs Partien mit den wenigsten Torschüssen (maximal 28) gewannen die Hurricanes deren vier (4-1-1), zuletzt mit 5:3 bei den Philadelphia Flyers am Freitag.

Carolinas Coach Rod Brind'Amour bevorzugte von Saisonbeginn an eine offensive Ausrichtung seiner Mannschaft, nahm jedoch zuletzt von diesem Spielsystem etwas Abstand. Es ist ihm nicht verborgen geblieben, dass manchmal etwas weniger mehr bedeutet. Es kommt eben auch auf die Qualität der Torschüsse an.

Warum es aus der zweiten Reihe mit den Verteidigern versuchen, wenn mit Center Sebastian Aho (12,8 Prozent) sowie mit den Außen Teuvo Teravainen (11,4 Prozent), Micheal Ferland (12,5 Prozent), Jordan Martinook (10,3 Prozent) und Andrei Svechnikov (10,2 Prozent) fünf Stürmer im Kader stehen, deren Schuss-Erfolgsquote im zweistelligen Bereich liegt? Bei ihren drei doppelten Punktgewinnen aus ihren letzten fünf Spielen traf mit Ausnahme von Ferland, der jedoch drei Treffer vorbereitete, jeder von ihnen mindestens einmal.

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Haben auch die seit sechs Spielen sieglosen Senators (5-0-1) ihre Lehren aus der Vergangenheit gezogen? Nur marginal! Ihr Schnitt an zugelassenen Torschüssen pro Spiel nahm von 37,63 im Oktober über 38,00 im November auf 36,64 im Dezember ab. Im letzten Monat des Kalenderjahres 2018 ließen sie pro Spiel 3,71 Tore zu, nach 4,20 im November und 4,00 im Oktober.

Zahlen, die den Hurricanes Mut machen sollten, den eingeschlagenen Erfolgsweg in Ottawa fortsetzen zu können. Doch Vorsicht ist geboten, denn ihre Gastgeber verfügen über eine Reihe von Präzisions-Schützen. Im Schnitt benötigen die Senators nur 9,23 Schüsse für einen Torerfolg im Vergleich zu 14,7 der Hurricanes. Wer wird sich durchsetzen?

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