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Totgeglaubte leben an Halloween wieder auf

Montreal und Calgary lassen es Vegas und Nashville kalt den Rücken hinunterlaufen - Aufholjagden scheinen leichter denn je

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Freier Autor

Tkachuks Siegtor in Verlängerung

CGY@NSH: Tkachuk in Verlängerung durch die Beine

Matthew Tkachuk trifft kurz vor Ende der Verlängerung mit dem Schläger zwischen den Beinen zum Sieg der Flames

  • 01:56 •

Für die Vegas Golden Knights und die Nashville Predators mutierte Halloween in der vergangenen Nacht zum wahren Alptraum. Beide Teams verspielten sichergeglaubte Führungen und mussten sich am Ende mit dem Schrecken einer Overtime-Niederlage abfinden.

Die Entwicklung in der NHL zu mehr Treffern pro Partie sorgt für Begeisterung auf den Rängen. Doch für Spieler und Trainer bedeutet das, dass Vorsprünge nicht mehr das sind, was sie einmal waren. 3,11 Tore fielen bislang in der laufenden Saison im Schnitt pro Partie. 1995/96 waren es letztmals mehr (3,14). Mannschaften erspielen sich häufig klare Führungen und wiegen sich dadurch in Sicherheit. Sie unterschätzen dabei aber die gruseligen Comeback-Qualitäten ihrer Gegner.

4:1 lagen Nashville am Donnerstag vor dem Schlussabschnitt gegen die Calgary Flames in Front. Der Drei-Tore-Vorsprung erschien den Predators als Ruhekissen. Doch Calgary lehrte ihnen das Fürchten. Binnen 14:41 Minuten glichen die Flames aus. Nashvilles erneute Führung hielt lediglich 43 Sekunden und so ging es in die Verlängerung. Zwei Sekunden vor dem Ende der Overtime erzielte Matthew Tkachuk den Siegtreffer für Calgary und ließ es den Predators-Fans kalt den Rücken hinunterlaufen.

Video: CGY@NSH: Jarnkrok trifft zum zweiten Mal in Unterzahl

"Wir haben im zweiten Drittel aufgehört zu spielen," resümierte Nashvilles Calle Jarnkrok nach der Aufholjagd des Kontrahenten. Erstaunlich, dass Jarnkrok nach seinen beiden Unterzahltreffern im Mitteldrittel bereits die Leistung ab der 21. Spielminute kritisierte. Sein Trainer Peter Laviolette kam zu einer ähnlichen Einschätzung. "Wir waren das gesamte Jahr über ziemlich konstant. Wenn ich auf das Spiel von heute zurückblicke, muss ich leider feststellen, dass wir die Offensivbemühungen viel zu früh eingestellt haben." Laviolettes Blick geht nach dem Halloween-Schocker jedoch schon auf die nächsten Aufgaben. "Wenn du ein Match wie dieses verlierst, dann willst du so schnell wie möglich wieder aufs Eis."

Es scheint so, als ob es mit den vielen Treffern in der Liga mittlerweile einfacher ist, eine Führung herauszuspielen, als diese über die Zeit zu bringen. Ein schauderhaftes Lied davon können auch die Fans der New Jersey Devils singen. Bereits fünfmal verspielten sie eine sichergeglaubte Führung in den Schlussminuten einer Partie. Die Vielzahl an Toren sorgt für die Vereinfachung von Aufholjagden. Nach Gegentoren beginnen auch zuvor deutlich vorne liegende Teams zu wackeln. Die Devils und Predators befinden sich in guter Gesellschaft, zu der seit diesem Halloween auch die Golden Knights zählen.

6:27 Minuten waren in der T-Mobile Arena noch zu absolvieren und Vegas führte mit 4:2 gegen die Montreal Canadiens. Die totgeglaubten Gäste stiegen jedoch aus der Gruft empor und glichen durch Tomas Tatar und Brendan Gallagher zum 4:4 aus. Die Golden Knights hatten die süßen zwei Punkte schon in der eigenen Tasche gewähnt und dann das. Es sollte sogar noch schlimmer kommen. In der Verlängerung gab ihnen Max Domi nach nur 26 Sekunden endgültig Saures.

Video: MTL@VGK: Domi trifft zum Sieg in Verlängerung

"Du kannst es Resilienz oder Charakter nennen. Egal was, das Team hat heute viel davon gezeigt," fasste Domi den Coup der Canadiens zusammen. In der Glücksspielmetropole schockten sie ihre Gastgeber innerhalb von 6:53 Minuten. Vegas-Angreifer Jonathan Marchessault zeigte sich entsprechend zerknirscht. "Das ist für uns einfach nicht akzeptabel. Sie hatten zwei Partien hintereinander und wir haben uns im dritten Drittel zurückgelehnt. Das war nicht genug von uns."

Halloween liegt nun hinter den Teams und dennoch wird sich die Gefahr vor Aufholjagden nicht verringern. Mannschaften, die zurückliegen, wissen spätestens seit der Nacht der Geister und Gespenster, dass es in der NHL immer möglich ist, eine Partie zu drehen - ganz gleich, wie groß der Rückstand auch sein mag. Keine Führung ist sicher und in der Vorweihnachtszeit dürfte bestimmt wieder das eine oder andere Aufholjagd-Geschenk verteilt werden.

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