Skip to main content

Luca Sbisa schaut positiv in die Zukunft

Schweizer Verteidiger der Canucks sieht Potenzial für die kommende Saison

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Luca Sbisa wirkt wie fast immer gut gelaunt und wird doch gleich bei der ersten Frage nach dem Morning Skate am Dienstag im United Center bei den Chicago Blackhawks nachdenklich. Es ging darum, warum die Vancouver Canucks in dieser Saison erneut die Playoffs verpassen werden, wo die Erwartungen nach der verkorksten letzten Saison zu Beginn sehr hoch waren.

"Die Konstanz fehlte uns etwas", sagte Sbisa. "Wir hatten einen sehr guten Saisonstart mit vier Siegen und haben dann immer zwei oder drei Spiele verloren, zwei oder drei gewonnen. Wir hatten einmal eine Siegesserie von sechs oder sieben Spielen, aber ansonsten jedes Mal, wenn wir gedacht haben, dass wir einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben, dann haben wir wieder ein paar in Folge verloren. Und so kommst du einfach nicht nach vorne."

Video: TBL@VAN:Sbisa bringt per Rebound die Canucks in Front

Es hört sich fast an, als wenn es Routine wäre. Doch der Stachel sitzt tiefer, als wenn es nur die fehlende Konstanz wäre. "Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir es nicht in die Playoffs geschafft haben, weil wir meiner Meinung nach durchaus das Potenzial dazu haben, die Qualifikation zu ermöglichen", sagte Sbisa.

Und nun die Motivation als eine Mannschaft, welche die Playoffs nicht mehr schaffen kann, hoch zu halten, ist nicht unbedingt einfach. Doch trifft dies auch auf die Canucks zu?

"Auch wenn wir zu viele Spiele in dieser Saison verloren haben, so lag es glaube ich nie an unserem Einsatz und unserem Charakter", sagte Sbisa. "So werden wir auch die letzten Spiele angehen, als wenn wir jetzt noch mitten im Rennen wären und wollen gewinnen. Das fällt nicht immer leicht in dieser Situation. Aber mit den Spielern, die wir im Kader haben, ist es keine Frage, dass wir immer noch einhundert Prozent geben werden."

Sbisa hat sich auch schon Gedanken zu einer möglichen Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Mai in Deutschland und Frankreich gemacht. Der Schweizer Verteidiger hat allerdings keine guten Nachrichten für seine Landsleute, aber aus einem freudigen Grund.

"Ich hätte gerne daran teilgenommen, weil ich immer gerne für mein Land spiele und in diesem Jahr endlich einmal verletzungsfrei bin, aber wir erwarten im Juni unser erstes Kind und ich habe meiner Frau versprochen, dass ich auf jeden Fall da bin, falls es früher kommen sollte", erzählte Sbisa und fügte mit einem Grinsen hinzu: "Und meine Frau sollte ich nicht enttäuschen."

Damit hat Sbisa eine lange Sommerpause mit einem hoffentlich schönen Ereignis vor sich. Einen Ausblick auf die neue Saison wagt er auch gleich. "Ich glaube, dass wir in dieser Saison für nächstes Jahr einen Schritt nach vorne gemacht haben", sagte er. "Trotz der negativen Saison haben sich viele Spieler individuell weiterentwickelt. Sven Baertschi, Bo Horvat und Markus Granlund sind unsere jungen Spieler, die gerade in die Bresche gesprungen sind, als einige ältere Spieler geschwächelt haben. Sie haben gezeigt, dass sie die neue Generation sind."

Somit ist der anfänglichen Nachdenklichkeit abschließender Optimismus entwichen.

Mehr anzeigen