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Saros soll in AHL Spielpraxis sammeln

Predators schicken Torwart-Talent nach Milwaukee; Lindback soll Backup-Rolle einnehmen

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Wie machen sich die deutschsprachigen Spieler in der American Hockey League? Welche Akteure stehen vor dem Sprung in die NHL? Wer wurde von seiner Organisation nach unten geschickt und wer erhielt den erhofften Anruf eines NHL General Managers? Jeden Sonntag wirft NHL.com/de einen Blick auf die nordamerikanischen Minor Leagues und beantwortet diese und noch viele andere Fragen.

"Wir Schweden haben hier wohl einen guten Stand", scherzte Anders Lindback am Donnerstagmorgen, nachdem er von den Milwaukee Admirals aus der American Hockey League in den NHL-Kader der Nashville Predators beordert wurde.

Das Management des Teams aus der Music City traf die Entscheidung, den bisherigen Ersatzmann von Stammtorhüter Pekka Rinne, Juuse Saros, zum Farmteam zu schicken. Offiziell hieß es, dass Saros in Milwaukee mehr Spielpraxis erhalten soll, als er hinter der unangefochtenen Nummer 1 Rinne erwarten könne.

Der 22 Jahre junge Saros wurde beim NHL Draft 2013 an der 99. Position ausgewählt und war unter den Talentspähern einer der am höchsten gehandelten Torhüter seines Jahrgangs. In Nordamerika angekommen, machte sich der Finne gleich einen Namen. In seiner ersten AHL-Saison gewann er 29 von 38 Spielen und erreichte dabei eine Fangquote von 92,0 Prozent, einen Gegentorschnitt von 2,24 und vier Shutouts. Die Eishockeywelt war begeistert und mit 20 Jahren schien Saros reif für die NHL zu sein.

Saros erhielt prompt mehr Verantwortung, kam in der Vorsaison sowohl bei den Admirals in der AHL als auch bei den Predators in der NHL zum Einsatz. Dabei machte Saros seine Sache mehr als ordentlich und legte noch eine Schippe drauf.

Doch aktuell scheint er in seiner Entwicklung zu stagnieren und bereitet den Verantwortlichen in Nashville Kopfzerbrechen. Drei Mal ersetzte Saros in der laufenden Saison Rinne als Starttorhüter und drei Mal kassierte er eine bittere Packung. 0:4, 2:4 und 2:6 lauteten die Endergebnisse und eine Fangquote von 81,7 Prozent sowie ein Gegentorschnitt von 4,36 sprechen eine deutliche Sprache.

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Mit seinen Leistungen stellte Saros das Management der Predators vor eine knifflige Aufgabe. Stammtorhüter Rinne ist bereits 35 Jahre alt und im Zenit seines Schaffens. Thronfolger Saros könnte ihn zwar in Zukunft ersetzen, doch in seiner aktuellen Verfassung wären weitere NHL-Einsätze undenkbar und so musste die unbequeme Entscheidung getroffen werden.

Doch Lindback war an Saros´ Demission und seiner eigenen Beförderung nicht vollkommen unbeteiligt. Mit acht Siegen in elf Spielen, einem Gegentorschnitt von 2,46 und einer Fangquote von 91,8 Prozent mauserte sich Lindback zu einem der besten AHL-Torhütern der laufenden Saison.

Der 29 Jahre alte Lindback kehrt nach einem Jahr in seiner Heimat Schweden nun wieder an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er zwischen 2010 und 2012 zu 38 Einsätzen kam. Im vergangenen Sommer unterzeichnete Lindback einen für eine Spielzeit gültigen Vertrag bei den Predators, die ihn beim NHL Draft 2008 in der siebten Runde (Nummer 207) ausgewählt hatten.

Für ihn ist es unerheblich, dass er in der Bridgestone Arena die zweite Geige spielen wird. Lindback wird die kochende Stimmung aufsaugen, ob zwischen den Pfosten oder auf der Bank.

"Die NHL ist da, wo ich sein möchte", erzählte er auf der Predators-Homepage. "Das ist mein Ziel. Ich weiß, dass ich die Fähigkeiten habe, auf diesem Level zu spielen, also werde ich jeden Tag daran arbeiten. Es wird Spaß machen, ein Teil davon zu sein."

Für Saros war der Einstand in Milwaukee weniger erfreulich. Gegen die Cleveland Monsters, dem Team von Calvin Thürkauf, kassierte er am Samstag eine 1:3-Niederlage.

Die wichtigsten Ergänzungen der vergangenen Woche:
Chase Balisy (RW), von den Springfield Thunderbirds zu den Florida Panthers
Jonny Brodszinski (RW), von den Ontario Reign zu den Los Angeles Kings
Nick Deslauriers (LW), von den Laval Rockets zu den Montreal Canadiens
Ben Harpur (D), von den Belleville Senators zu den Ottawa Senators
Anders Lindback (G), von den Milwaukee Admirals zu den Nashville Predators
Wade Megan (C), von den Chicago Wolves zu den St. Louis Blues
Daniel O'Regan (C), von den San Jose Barracuda zu den San Jose Sharks

Die wichtigsten Streichungen der vergangenen Woche:
Mike Amadio (C), von den Los Angeles Kings zu den Ontario Reign
Gabriel Carlsson (D), von den Columbus Blue Jackets zu den Cleveland Monsters
Tyson Jost (C), von den Colorado Avalanche zu den San Antonio Rampage
Brian Lashogg (D), von den Detroit Red Wings zu den Grand Rapids Griffins
Juuse Saros (G), von den Nashville Predators zu den Milwaukee Admirals

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