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San Jose Sharks wollen den Stanley Cup

Vertragsverlängerung von Brent Burns ist ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Nicht nur wegen der Bartmode einiger Spieler weisen die San Jose Sharks eine frappierende Ähnlichkeit mit berühmt-berüchtigten kubanischen Revolutionären auf. Wie einst Fidel Castro & Co. von den Streitkräften Kubas, wurde auch das Team aus Kalifornien in der vergangenen Spielzeit von den Kontrahenten in der NHL lange Zeit unterschätzt. Selbst nach dem Einzug in die Playoffs hatte man sie nicht ernsthaft auf der Rechnung. 

Doch dann eliminierten sie Gegner um Gegner und standen auf einmal unmittelbar vor dem großen Triumph, dem erstmaligen Gewinn des Stanley Cups. An dieser Stelle enden jedoch die Parallelen zu den kubanischen Bartträgern. Die Sharks verloren die entscheidende Schlacht und mussten zusehen, wie andere im heimischen SAP Center feierten.

Trübsal war nach der Niederlage gegen die Pittsburgh Penguins dennoch keine angesagt im Lager der Sharks. In ihrer Saisonanalyse verwiesen die Verantwortlichen auf die vielen positiven Begebenheiten und formulierten sogleich das Ziel für 2016-17. Diesmal soll es mit der Stanley-Cup-Eroberung klappen. Die sportliche Leitung vertraut dabei weitgehend dem Kader, der in der abgelaufenen Serie für Furore sorgte. Mit Angreifer Mikkel Boedker von den Arizona Coyotes und Defensivmann David Schlemko von den New Jersey Devils wurde die Mannschaft lediglich punktuell verstärkt.

Der bisherige Saisonverlauf der Sharks gleicht einem Zickzackkurs. Einigen Siegen am Stück folgten postwendend meist ebenso viele Niederlagen. Am Mittwoch gelang dem Team um Kapitän Joe Pavelski ein - wenn auch hart umkämpfter - 2-1-Heimerfolg gegen die Chicago Blackhawks, dem aktuellen Branchenführer der Western Conference. Garanten für den Sieg waren einmal mehr die Häuptlinge Pavelski, Brent Burns, Logan Couture und Goalie Martin Jones. In der Pacific Division rangieren die Sharks mit 23 Punkten aus 20 Spielen auf dem zweiten Platz und wären damit - Stand heute - in den Playoffs.

Video: NJD@SJS: Jones vereitelt SeversonsTorchance

Der Vorsprung vor den Dallas Stars, die derzeit den ersten Nicht-Playoff-Platz im Westen belegen, beträgt jedoch nur magere zwei Zähler. In der Western Conference geht es in diesem Jahr ziemlich eng zu. Die Sharks wissen, dass sie sich keine längere Schwächephase erlauben dürfen, um ihr ambitioniertes Unternehmen Titelgewinn nicht zu gefährden.

In der vereinsinternen Scorer-Wertung liegen Pavelski und Burns mit jeweils 18 Punkten gemeinsam vorne. In der gesamten Liga reicht diese Ausbeute im Moment nicht für eine Top-10-Platzierung.

Am Tag vor dem Chicago-Match rückten die Sharks mit einer spektakulären Vertragsverlängerung ins Rampenlicht. Superstar Burns hatte seinen zum Saisonende auslaufenden Kontrakt um acht Jahre verlängert. Damit verhinderten die Klub-Bosse, dass der offensivstarke Verteidiger zum 1. Juli als Unrestricted Free Agent auf den Spielermarkt kommt und zur Konkurrenz wechselt. Das neue Arbeitspapier bringt Burns ein Salär von acht Millionen US-Dollar per anno ein.

Video: NJD@SJS: Couture gelingt ein Powerplaytreffer

Nicht nur die Anhänger des Klubs freuen sich, dass ihnen der 31-Jährige noch viele Jahre erhalten bleibt. Auch Burns ist froh, dass seine Zukunft frühzeitig geklärt ist. "Wir sind eine große Familie, angefangen bei den Jungs, über die Trainer bis hin zum Management. Es macht Spaß, jeden Tag hierher zur Arbeit zu kommen", sagte er gegenüber Medienvertretern.

Die treuen und enthusiastischen Fans der Sharks waren ein weiteres Argument für seinen Verbleib in San Jose. "Wir bekommen enorme Unterstützung von ihnen, egal ob wir gewinnen oder verlieren. Wenn wir vom Training aus der Halle kommen, steht da immer eine Gruppe von Leuten, die uns anspricht und viel Glück für das nächste Match wünscht. Das ist ein tolles Gefühl", erzählte der Publikumsliebling.

Darüber hinaus war es das Zukunftspotenzial der Sharks, das Burns dazu bewogen hat, sein Autogramm unter einen neuen Kontrakt zu ziehen. "Es macht Freude, mit den jungen Spielern zusammen zu sein, die nachgekommen sind", betonte er.

Den Gegnern richtete er in dem Mediengespräch am Mittwoch folgende Botschaft aus: "Voriges Jahr sind wir auf den Geschmack gekommen. Diese Saison wollen wir auch die letzte Hürde nehmen." Die Bärtigen aus San Jose machen sich auf den Weg, ihre Stanley-Cup-Revolution doch noch zu vollenden.

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