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Rückblick auf den World Cup of Hockey 2016

Am 17. September startete das Turnier in Toronto, in dem Team Europa für Furore sorgte

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Am heutigen Sonntag vor genau einem Jahr, am 17. September 2016, startete nach 1996 und 2004 die dritte Auflage des World Cup of Hockey. Im Gegensatz zu den beiden Wettbewerben zuvor, die an mehreren Spielorten in Europa und Nordamerika ausgetragen wurden, ging das komplette Turnier im Jahr 2016 im Air Canada Centre von der kanadischen Metropole Toronto über die Bühne.

Acht Mannschaften nahmen an der von der NHL und der Spielergewerkschaft NHLPA ausgerichteten Weltmeisterschaft teil. Neben den großen sechs Eishockey-Nationen Kanada, USA, Russland, Finnland, Schweden und Tschechien gab es zwei besonders formierte Teams, nämlich Team Nordamerika und Team Europa.

Letztere Mannschaft war ein Zusammenschluss aus Spielern mit Nationalitäten, der nicht vertretenen europäischen Ländern, also auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aus diesem Bereich wirkten die Torhüter Thomas Greiss und Philipp Grubauer, die Verteidiger Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg, Roman Josi, Mark Streit und Luca Sbisa, sowie die Stürmer Thomas Vanek, Leon Draisaitl, Tobias Rieder und Nino Niederreiter mit.

Team Europa, dem vor dem Turnier, auch aufgrund teilweise schlechter Ergebnisse in der Vorbereitung, wenig Chancen eingeräumt wurden, steigerte sich unter der Leitung vom deutsch-kanadischen Cheftrainer Ralph Krueger von Spiel zu Spiel und ließ in der Vorrunde die höher eingeschätzten Tschechen und US-Amerikaner hinter sich.

Bereits im Auftaktspiel gegen die USA setzten sie mit einem 3:0 Erfolg durch Tore vom Slowaken Marian Gaborik, dem Deutschen Draisaitl und dem Franzosen Pierre-Edouard Bellemare eine Duftmarke.

Durch den Sieg gegen Tschechien mit 3:2 nach Verlängerung nur zwei Tage später machten sie bereits vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Kanada, das mit 1:4 verloren ging, ihren sensationellen Einzug in das Halbfinale perfekt.

Kruegers klarer Tenor und der von seiner Mannschaft vor dem Turnier, dass man daran teilnehme, um zu gewinnen, war zu dem Zeitpunkt noch von vielen Seiten belächelt worden. Doch Trainer und Spieler straften diese Zweifler Lügen.

Im Halbfinale traf Team Europa als Zweitplatzierter der Gruppe A auf den Sieger der Gruppe B Schweden. Der Außenseiter gewann auch diese Partie in der Verlängerung mit 3:2 durch ein Tor von Tomas Tatar in der 64. Minute und die unerwartete Reise ging weiter in das Finale.

Dort wartete erneut Kanada und das von Kapitän Sidney Crosby angeführte Team ließ gegen den krassen Außenseiter nichts anbrennen, auch wenn die 3-1 und 2-1 Siege hart erkämpft werden mussten, weil das zusammen gewürfelte Team Europa alles in die Waagschale warf.

"Abschließend denke ich, dass jeder im Raum, wie wir auch, daran glaubt, dass es uns gelungen ist, diesen Event auf eine großartige Weise wiederaufleben zu lassen", sagte NHL Commissioner Gary Bettman beim Treffen der NHL Board of Governors im folgenden November. "Er war sehr erfolgreich. Es gibt ein paar Sachen, die wir beim nächsten Mal, wann immer das sein wird, verbessern müssen. Ich glaube, dass er den Leuten gefallen hat. Sie haben verstanden, dass er nur ein kleiner Teil unseres Geschäfts ist, doch wir glauben, es ist wichtig, dass wir uns auf Veranstaltungen dieser Art konzentrieren können."

Ähnlich äußerte sich auch Washington Capitals Eigentümer Ted Leonsis: "Persönlich bin ich der Meinung, dass der World Cup großartig war. Es war eine wunderbare Erfahrung, die besten Spieler zu sehen, wie sie ihr Land vertreten. Ich hoffe, dass wir so etwas noch einmal durchführen. Ich unterstütze diese Idee."

Ob und wann es eine Fortsetzung des World Cup of Hockey geben wird, steht derzeit noch in den Sternen oder nur in geheimen Planungen der NHL. Das Turnier im Jahr 2016 gehörte trotz einiger hartnäckiger Kritiker ohne Zweifel zu einem der Eishockey-Highlights in den letzten Jahren.

Auch das Format mit einer U23-Auswahl aus kanadischen und US-amerikanischen Spielern, sowie einem wie erwähnt zusammengesetzten Team Europa anzutreten, war letztendlich konsequent durchdacht. Beide Mannschaften machten auf ihre Art Furore. Team Nordamerika durch die unkonventionelle und stürmische, aber nicht immer ergebnisorientierte Spielweise, die vor allem die Fans ins Staunen versetzte und Team Europa durch den unerwarteten Finaleinzug.

Von daher können die Fans nur hoffen, dass es schon bald eine Fortsetzung des World Cup of Hockeys und damit verbunden viele spektakuläre Momente geben wird.

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